Donnerstag, 13. November 2014

Zwei Sonette über Pius XII. (2)

Hier nun das weitere Sonett, verfasst von Reinhold Schneider im Blick auf Pius XII. - das kühne Bild, das der Dichter entwirft, gründet auf dem Bericht vom Gang Jesu über die Wasser des Sees Genezareth, dem Petrus es gleich zu tun sucht (Mt 14, 22-33) ...
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AN DEN HEILIGEN VATER [1945]
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Vom Kamm der Woge, gläubig frei, entschwinge
Dem Schiffe dich, vor dem der Abgrund klafft!
Hier trägt nicht Menschenkraft, nur Gotteskraft:
Vertraue ihr bei deinem heiligen Ringe!
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Was auch die Flut zertrümmre und verschlinge,
Dir ward des Amtes reine Leidenschaft:
Des Leidens Macht, die sich der Flucht entrafft,
Erwählt zu walten aller Erdendinge.
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Du bist, was Petrus war, und mußt es sein.
Der Sendung Glanz, sein einzig Gut zu Rom
Umblitzt dich wider jegliche Gewalt.
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Der Herr ist auf dem Meer und wartet dein,
Und Flut und Stürme bauen deinen Dom,
Sinkst du ans Herz der göttlichen Gestalt.
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Reinhold Schneider: Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte. Köln und Olten 1954. S. 160. Hier das erste Sonett.

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