Samstag, 8. November 2014

Zum Gedächtnis an Franz Diekamp

Der heutige Tag soll nicht verstreichen, ohne daß zuvor eines Priesters gedacht sei, der heute vor 150 Jahren in Geldern am Niederrhein geboren wurde: Franz Diekamp, dessen Katholische Dogmatik nach den Grundsätzen des heiligen Thomas bis heute eine wertvolle Handreichung all jenen ist, die Glauben und Bekennen der Ekklesia vertieft kennen lernen möchten.
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Trotz der Kürze, welche ein lexikalisches Werk wie die Neue Deutsche Biographie den Autoren auferlegt, fand eine Generation später der bedeutende Dogmatiker Michael Schmaus in seinem dortigen Eintrag herzliche Worte über Diekamps Wesen und Arbeiten:
... Seine Untersuchungen sind durch außerordentliche philologische Akribie und durch Vorsicht in der Ausdeutung charakterisiert. In seinem dreibändigen dogmatischen Lehrbuch treten die charakteristischen Eigenschaften seiner Persönlichkeit und seiner Arbeitsweise hervor: Gründlichkeit und Zurückhaltung, Entschiedenheit, Klarheit und Bescheidenheit. Durch sie waren auch seine Vorlesungen bestimmt, die ohne jeden Affekt in ruhigem, von der Sache allein beherrschtem Gleichmaß verliefen. Seine Dogmatik ist die einzige große Repräsentation des Thomismus in Deutschland ...
Hören wir Diekamp, der 1943 starb, aber noch selbst - in seiner Dogmatik, an deren Ende von der Seligkeit des Himmels, genauer: von den übrigen Bestandteilen dieser Seligkeit die Rede ist:
Drei Klassen von Seligen erhalten eine besondere Auszeichnung, die sogenannte aureola, die die Quelle einer besonderen sekundären Seligkeit ist. Die Himmelseligkeit überhaupt wird in der Hl. Schrift (1 Kor. 9, 25; 2 Tim. 2,5; 4, 8; 1 Petr. 5, 4) corona genannt, um sie als den Siegespreis zu bezeichnen, und der h. Seher Johannes sieht demgemäß die Seligen mit goldener Krone geschmückt (Apok. 4, 4; 6, 2; 12, 1). Von dieser corona aurea unterscheidet nun seit Beda Venerabilis (+735) die Theologie (in Anpassung an Ex. 25, 24f.) eine corona aureola als sekundäre Auszeichnung: privilegiatum praemium privilegiatae victoriae respondens (Suppl. qu. 96 a. 11). Der h. Thomas bestimmt das Wesen der aureola als quoddam gaudium de operibus a se factis, quae habent rationem victoriae excellentis (ib. a. 1). Sie wird nach der allgemeinen Lehre der Theologen den Jungfrauen, Märtyrern und Lehrern zuteil:
(...) 3. den Lehrern. Sie siegten über Irrtum und Häresie und über den Teufel in sich und in den anderen (a. 7). Dan. 12, 3: Qui docti fuerint, fulgebunt quasi splendor firmamenti, et qui ad iustitiam erudiunt multos, quasi stellae in perpetuas aeternitates. Matth. 5, 19: Qui fecerit et docuerit, hic magnus vocabitur in regno coelorum.
Gott schenke seinem Diener Anteil an dieser Seligkeit!
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Die Ausführungen Diekamps sind entnommen: Franz Diekamp: Katholische Dogmatik nach den Grundsätzen des heiligen Thomas. Dritter Band. Münster (3-5) 1922. S. 450. Die dreibändige Ausgabe ist über diverse Antiquaritatsportale im Netz noch recht häufig zu finden; zudem ist jüngst eine Neuauflage in einem Band erschienen (vgl. hier). Der Schmaus-Eintrag ist hier in der NDB online hinterlegt.

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