Dienstag, 25. November 2014

Vom Schwert des Wortes

 hl. Katharina - Kirche St. Michael, Niederrotweil am Kaiserstuhl 
Gestern Abend wühlte ich noch ein wenig im Photoarchiv herum, um zu ihrem heutigen Fest die hl. Katharina von Alexandrien ins Bild zu setzen. Die im ersten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts gemarterte Heilige zählt den früher im Volk sehr beliebten "drei heil’gen Madeln" zu ("Margaretha mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl"), und da die genannten Maiden gemeinsam mit der hl. Dorothea obendrein die Quadriga der virgines capitales bilden, war an Motiven kein Mangel. Ich habe mich dann für diese reizvolle Darstellung aus der Kirche von Niederrotweil entschieden, robuster Barock sozusagen: erhobenen Hauptes stellt sich uns hier eine sehr wehrhafte Heilige vor, die das Schwert, das ihr nach allerhand anderen Martern den Tod eintrug, so hält, als würde sie es selbst führen.
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Sie führte freilich, so legt es die Legende nahe, tatsächlich ein Schwert – jenes des Geistes. Heidnische Philosophen hätten versucht, ihr den Glauben auszureden, doch Katharina redete ihnen stattdessen das Heidentum aus. Da wünschte ich mir und meinen Mitstreitern geradezu diese Gabe – das Schwert des Wortes inmitten des relativistischen Gelabers so mancher Welt- und Kirchenmänner geschickt und erfolgreich schwingen zu können. Die heilige Katharina helfe uns dazu mit ihrer Fürsprache ... ora pro nobis!
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Die Darstellung der hl. Katharina von Alexandrien ist an einem Altar der Filialkirche St. Michael zu Niederrotweil am Kaiserstuhl zu finden.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Tandaradei, seht, wie rot mir ist der munt (unde diu wange)!

Windlicht hat gesagt…

Es ist sehr schade, daß die Liturgiereform das "Madl mit dem Radl" so abgewertet hat...dachte ich heute Morgen, als ich die frühere Collecta mit dem heutigen Tagesgebet verglich :-(

Andreas hat gesagt…

Solange sich der Frater Tarquinius hier nicht allzusehr in Phantasien über Marketenderinnen (sehr lecker: Preziosilla in Verdis Il forza del destino) ergeht, seien die mittelhochdeutschen Ausflüge nachgesehen.

Was die Oration angeht ... beinahe hätte ich was drüber schreiben wollen, doch dachte ich mir, das macht der Frater mit den Marketenderinnen an der Backe wahrscheintlich auch ... ;-)

Tarquinius hat gesagt…

Was erwartet er nun von mir? Marketenderinnen habe ich nun leider keine an der Backe, ich muss durchaus noch selber fouragieren...

Und was bleibt zur Oration zu sagen ... ich würde behaupten, da einte man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner unter Ausschluss aller Anteiler frommer Legenden - Hinweis auf eine Engeltranslation nach Mount Sinai geht für die Progressen natürlich mal gar nicht!
Meine Empfehlung: Nur ins richtige Messbuch/Brevier schauen, da bleiben einem zumeist böse Überraschungen erspart. Wenn Hw. Windlicht aber mal ein richtiges Katharinen-Offizium sehen will, muss er mal ins Brevier der Predigerbrüder schauen. Nicht so ne pseudorömisch-abgespeckte Version für liturgische Asketen, Orationenreduzierer und Proprienverschmäher!

Hm, ich glaube, Andreas wollte womöglich etwas anderes schreiben? Also bitte, halt es nicht wegen mir ein, das ist bestimmt nicht gesund! ;-)


PS: Preziosillas scheinen heutzutags vor allem von vollbusigen Cowgirls dargestellt zu werden?!?

Andreas hat gesagt…

Man muß sich ja nicht gleich den erstbesten Youtube-Link reinpfeifen, auch wenn der Wiener Staatsoper verspricht (was soll eigentlich das Gebetbuchballett im Hintergrund?) ...

Gucke er lieber da:
https://www.youtube.com/watch?v=qYiKHKA2JuI