Mittwoch, 19. November 2014

Tagessplitter

1. Ganz gleich, ob man am Abend auf die persönliche Bilanz eines Tages zurückschaut, DRadio Kultur hört oder Supermärkte schon seit Wochen Weihnachten feiern: Ein probates Mittel, sich nicht die Haare zu raufen, besteht darin, selbige mindestens wöchentlich ratzglatz zu rasieren. 
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2. Meine Friseurkosten habe sich damit gegen Null reduziert, die Kosten für Klingen und Schaum werden im Synergieeffekt täglicher Bartrasur weggebucht. Dennoch wollen die Mittel zur Glatzifizierung zuweilen beschafft sein; irgendwo zwischen Deluxe Weihnachtsmampf und kiloweise Nutella ist mir bei Lidl heute Abend eingefallen, daß frische Rasierer fällig sind. Gedacht, gekauft und daheim näher beäugt ...
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3. "Hergestellt in Ägypten" - nun hat wenigstens das herzlich wenig mit Weihnachten zu tun (von der heiligflüchtigen Familie vielleicht einmal abgesehen), aber leider verbinde ich damit aktuell auch keine Flußkreuzfahrten bei Vollmond, Verdis Aida oder das große Erbe alexandrinischer Theologie, sondern halbmondige Muslimbrüder, über deren wachsende Sympathien für den IS mich DRadio Kultur dieser Tage informierte. Daß man aus dem Land am Nil derzeit insgesamt wenig hört, ändert wenig daran, daß die Christen dort (wie so oft in der islamischen Welt) auf Pulverfässern sitzen, die jeden Augenblick hoch gehen können. 
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4. So bleibt nur zu hoffen, daß von jenen 1,65 Euro, für die Rasierteile hingelöhnt, nicht ein Teil in den Taschen eines Muslimbruders oder gar noch ärgerer Halsabschneider lande. Wenngleich es auch nur Centbeträge sein dürften: Jeder Cent wäre einer zuviel. Und fast noch mehr hoffe ich, daß Kopten vielleicht Einwegrasierer produzieren, die bei Lidl landen.
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5. Nachtrag: Zum Haareraufen wären natürlich auch Mitblogger, die durch exzessive Überschriften anderer Seiten Layout schänden; denn Menschen seien, wie der Komponist Hans Werner Henze weiland bekundete"ein anbetungswürdiges Geschlecht, voller Stimmungen und Gefühle, von großer Erfindungsgabe" und "schönheitsbedürftig", zu lesen in der FAZ daEs seien daher allfällige Wirtshausraufereien so auszutragen, daß sie meiner Schönheitsdürftiglichkeit im eigenen Hause nicht schreyend zuwider treten. Verbindlichsten Dank!

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Nun, die Rasur lag vor nicht all zu langer Zeit auch bei weniger charmanten ägyptischen Zeitgenossen im Trend.

Und ich dächte ja eigentlich, dass derart altmesslerisch Gesinnte zum guten alten Messer griffen?

dilettantus in interrete hat gesagt…

Auch durch das gegenteilige Frisurkonzept kann ich übrigens meine Friseurkosten gegen Null streben lassen!

Andreas hat gesagt…

Stimmt, und damit steht man irgendwie auch deutlicher in einer Reihe mit Abraham, Isaak, Jakob und Karl Marx ... *summt leise die Chorfuge aus Bachs Magnificat vor sich hin* ... ;-)

Was nun das Messer betrifft - der Frater Tarquinius weiß ja in anderer Angelegenheit um meine Neigung zum Psalterium Pianum ...

Tarquinius hat gesagt…

Wie soll ich das verstehen? Wenn man partiell dem Modernismus zugeneigt ist, kann man auch anderswo Abstriche machen? ;-)