Montag, 17. November 2014

Tagessplitter

1. Bronze gehört auf den Turm ... wie ein Kölner Mitblogger zuweilen gerne betont, wenn sich der Blick auf jenen Werkstoff und solche Werke richtet, dessen und deren sich kirchliches Kunstschaffen in der Zeit rund um und nach "Das Konzil" besonders gerne befleißigte. Nicht selten kam bronzebraunes KACK dabei raus, kubistisch abstrahierende Conciliums-Kunst ... mit Heiligen, die irgendwie eckige Gesichter hatten, und Engeln, die aussahen, als wären sie über Höllenfeuern gegossen worden (sofern man auf Engel und Heilige nicht sowieso verzichtete). Und dazu diese platten Kerzenplattformen für arm leuchtende Stummellichter, die man im Dreierpack auf einer Versus-Plebem-Panzersperre drapieren konnte, die ihrerseits wieder an ein halbiertes Vollmantelgeschoss erinnerte aus ... ja was? Bronze brutal natürlich, zumindest verkleidungsmäßig.
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2. Natürlich mußte das nicht immer so enden. Es konnte auch anders aussehen ... wie weiland jene Zelebrationstheke im Petersdom, die man in der Apsis vor Berninis barocken Cathedra-Altar wuchtete, nachdem man dessen mensa massakriert und hinweg geschmiergelt hatte. Der Unterbau dieser atemstockenden Neuschöpfung sakraler Kunst, auf der man fortan das Mysterium beglotzen konnte, war ebenfalls aus Bronze (oder sah jedenfalls verdächtig häßlich danach aus). Während des Ponitifikates von Benedikt XVI. ersetzte man das Teil wenigstens durch eine stilistisch etwas passendere Neuschöpfung, Motto: Weiter glotzen, aber schöner.
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3. Man kann aus Bronze nun auch wirklich schöne Sachen machen. Oder konnte es zumindest. Die vier Kirchenlehrer, die bei Bernini die Cathedra Petri stützen helfen, sind auch aus Bronze gebildet: Augustinus und Ambrosius für die Ekklesia des Westens, Johannes Chrysostomos und Athanasius für jene des Ostens. Und alle vier ganz ohne eckige Gesichter, unkubistisch, nicht abstrahierend und garantiert vorkonziliar.
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4. Das freut den Alte-Messe-Molch freilich. Und natürlich freut der sich auch über die qualitativ bronzene Robusta, nachdem er gestern noch ein wenig trostlos war, nicht der Bronze wegen (denn ehrlich gesagt habe ich am zweitwenigsten damit gerechnet, in besagter Kategorie irgendwie irgendwas einfahren zu können), sondern weil die Auszeichnung auf gar wenig Stimmen beruht (die aber - unterm Strich - für diese Robusta eben doch reichten). Er freut sich zudem, daß er sich den Preis mit einem so schönen und gehaltvollen blog wie katholon teilen kann.
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5. Und so ist nun beschlossen, daß diese Robusta begriffen sei wie ein Zymbel-Geläute, das mit seinen kleinen Glocken und deren hellen, hie und da auch zugespitzen Klang bei jenem großen Gebimmel und Gebammel, welches die Blogozese insgesamt ist, schließlich mit dabei sein müsse; 22 Stimmen haben das so beschieden: Nochmals vielen Dank.
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6. Und so kommt die Bronze also hin, wohin sie gehört: Auf den Turm ...
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Kommentare:

Meckiheidi hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch! Und hier noch ein wenig Bronze - zum Anhören - klingt wunderbar, keine Ahnung wie es in "Gold" klingen würde ...

http://youtu.be/3oTm2vbD-sw

Tarquinius hat gesagt…

...Versus-Plebem-Panzersperre Also da hat's mich endgültig derart weggerissen, dass ich vor Lachen fast den Heldentod gestorben wäre!!!

Andreas hat gesagt…

Wohl tönt fürwahr die Bronze (allerdings wippt der Glockenstuhl dabei schon fast beängstigend mit) ...

:-)

Stanislaus hat gesagt…

Mit einem gescheiten Klöppel versehen, wird Deine Robusta sicherlich schöner klingen als andere Edelmetalle. Glückwunsch!

Andreas hat gesagt…

Besten Dank! In der Tat ist ein Klöppel gewiß das angemessenere Schlagwerk als eine Keule ... ;-)