Dienstag, 28. Oktober 2014

Wege öffnen und für Wege offen machen

Ohmenkapelle, St. Märgen
So ganz weiß ich ja nicht, was ich vom heutigen Apostelfest halten soll. Schon dieser Doppelpackgestus dünkt mich verdächtig: St. Simon und Thaddäus. Hat das Jahr so wenig Tage, daß Mamma Ekklesia damit knapsen müßte? Man blättert im Brevier herum und wartet eigentlich nur noch darauf, daß so ein Fest "drittklassig" sei ... ist es nicht, aber es gibt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus auch "drittklassige" Apostelfeste, man muß zum Beispiel nur den hl. Apostel Barnabas fragen: Und so erscheint der Streit der Zwölf, wer denn nun der Größte sei im Himmelreich (vgl. Mk 9, 33 ff.), angesichts diverser liturgisch kratziger Zuteilungen in einem nochmals ganz neuen Licht.
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Und überhaupt: Der arme Simon! Irgendwo stets im Hintergrund, irgendwie immer ein Anhängsel des hl. Thaddäus, der ob seines Patronats "in aussichtslosen Anliegen" die Herzen des katholischen Volks besser höher schlagen läßt! Aber schauen wir doch genau hin ... "Helfer in aussichtslosen Anliegen" ... das mag man für schmeichelhaft erachten, man könnte dabei aber auch ein "G'schmäckle" erschnüffeln (Motto: Dir ist eh' nicht zu helfen, da kannste auch gleich zum Thaddäus gehn) ...
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Genug gescherzt! Den hl. Judas Thaddäus rufe ich täglich an und ich bin mir sehr sicher, daß ich so manch' (meines Dafürhaltens) "aussichtsloses Anliegen" durch seine Fürsprache bislang gut überlebt habe. Nicht, daß Gott uns jeden Wunsch erfüllt; manchmal zeigt er uns nur Wege, auf die wir nie gekommen wären. Die Heiligen helfen uns dabei, diese Wege zu öffnen und uns für diese Wege offen zu machen ... in diesem Sinne helfe uns die Fürsprache der hl. Apostel Simon und Thaddäus ... ora pro nobis!
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Das Bild oben zeigt einen Votivleuchter in der dem hl. Judas Thaddäus geweihten Ohmenkapelle zu St. Märgen um Schwarzwald. Die weiteren Darstellungen der beiden Apostel befinden sich in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt zu Ehrenkirchen-Kirchhofen.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Man sollte einfach wieder zur traditionellen Rangordnung zurückkehren, dann gibt es keine drittklassigen Feste mehr - nur noch zweitklassige!

Andreas hat gesagt…

Erstklassige Lösung, wobei das dann wieder mit den Tabellendeutungen sehr lustig werden könnte ...

Apropos: Ich habe Dich soeben auf einer anderen Seite als "alte Plaudertasche" bezeichnet: natürlich nur als metaphorische Metapher innerhalb einer kontextuellen Metaebene. Nur, falls Du zufällig darauf stoßen solltest, damit Du das dann recht einzuordnen wüsstest ... ;-)

Tarquinius hat gesagt…

Die Okkurenz- und Konkurrenztabellen sind die Freunde des Beters, nicht seine Feinde! ;-)

Und was die Plaudertasche angeht...eine entsprechend kontextuelle Metaantwort ist bereits gegeben. Und schließlich bittest Du ja hier selber darum, dass der Herr die Münder öffnen möge! ;-)