Dienstag, 21. Oktober 2014

Vom Schiff und dessen Ziel

hl. Ursula und Gefährtinnen - Freiburger Münster
Auf einem Schiff dem Martyrium entgegen fahrend ... so zeigen uns nicht wenige Bilder die heilige Ursula und deren Gefährtinnen; sie alle sind heute dem Gedenken der Ekklesia eingeschrieben. Seit altersher wird das Schiff gerne als ein Bild des christlichen Lebens beschworen: 
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Wann mein Schifflein sich will wenden
in den Port der Ewigkeit,
wann sich wird mein Leben enden
in dem letzten Seelenstreit;
O Maria, steh zur Seiten,
laß mich dir befohlen sein;
leit mein Schifflein, hilf mir streiten,
hilf mir, liebste Mutter mein!
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So etwa ein Lied, das früher gerne in der Erzdiözese Freiburg gesungen wurde, bis es im Gotteslob keine Aufnahme mehr fand.
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Besonders prägend wurde dieses Bild im Rahmen der Verehrung von Ursula - so sehr, daß man die vielzähligen Bruderschaften, die sich um die Heilige sammelten, oft als "Ursula-Schiffchen" bezeichnete, die ihre Mitglieder sicher ans Ziel bringen sollten: in Gottes Herrlichkeit. Daher rührt wohl auch der Brauch, Ursula "um einen seligen Tod" anzurufen.
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Das ist gewiß eine gute Übung: Zu bitten, daß wir nicht einfach "abends einschlafen und morgens nicht mehr aufwachen", wie sich das mancher Zeitgenosse wünscht, zu bitten auch, daß wir nicht unversehens (und unversehen) sterben, sondern daß uns Zeit gegeben sei, dieser Stunde gewahr zu werden - unter dem Beistand der Ekklesia und ihrer Mysterien der Buße, der Eucharistia und der heiligen Ölung. Die heilige Ursula helfe uns hierzu mit der Schar ihrer Jungfrauen ... ora pro nobis!
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Bild: Martyrium der hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen; Glasfenster im Kapellenkranz des Freiburger Münsters.

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