Montag, 13. Oktober 2014

Sententiæ LXXII

Der Heilige Geist hat unserem Geist sein Siegel eingeprägt und unseren Leib zu seinem Tempel gemacht; Er kennt unser Wesen besser als wir uns selbst. Die Formen des Ausdrucks, die Er uns weist, sind im Tiefsten erziehend. Wir sollen in sie hineinwachsen, auch wenn sie nicht ohne weiteres unserem Empfinden entsprechen und nicht im nächsten Sinn als "wahrhaftig" empfunden werden. Sie sind wahrhaftig, weil wesenhaft, in einer tieferen Bedeutungsschicht. Leben wir uns in sie hinein, dann werden wir frei zu unserem wahren Wesen - dann fallen Sein und Sollen zusammen.
Romano Guardini, Liturgische Bildung

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