Freitag, 31. Oktober 2014

Mein Wort zum Reformationstag

St. Wolfgang - Kapelle auf dem Thurner / Schwarzwald
Etwas griesgrämig schaut er aus dem Ornat, der hl. Wolfgang, dessen die Ekklesia am 31. Oktober gedenkt. Angesichts des "Reformationstags", den die bürgerlichen Kalender heute auch anschleppen, kann ich's verstehen - welcher Heilige läßt sich 497 Jahre abendländische Kirchenspaltung schon gerne auf den Festtag packen, nur weil ehedem ein durchgeknallter Mönch seinen skrupulösen Glauben mit dem Reformbedarf der Kirche durcheinander warf, um mit dem einen letztendlich die andere fahren zu lassen ... dabei herausgekommen ist der Protestantismus, dessen Verdienst gewiß nicht darin liegt, der fortschreitenden Entchristlichung des Abendlandes Einhalt zu gebieten. Ganz im Gegenteil: In gewisser Weise markiert das Jahr 1517 den Beginn der Säkularisation.
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Wolfgang widmete sich ebenfalls der Kirchenreform, erneuerte das klösterliche Leben im Ausgang des ersten christlichen Jahrtausends, erinnerte Kleriker und Ordensleute an ihre Pflichten und Regeln. Er starb, so wird berichtet, vor dem Altar. Seine Fürsprache helfe uns, in der beständigen Reform der Ekklesia zumindest in jenem Glied, das wir selbst sind, voranzukommen ... ora pro nobis!
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Das Bild oben zeigt eine Kirchenfahne aus der Kapelle St. Wolfgang auf dem Thurner im Schwarzwald (Bilder unten).

Kommentare:

Windlicht hat gesagt…

Zum Tod am Altar: eine Gnade für den Abberufenen, wenn auch ein Schock für alle anderen Anwesenden...Den sel. Rupert Mayer traf der Schlag am Altar (Allerheiligen 1945). - Die schönste Stelle, wäre, wenn ich's recht bedenke, nach den beiden Kanonworten: Nobis quoque (ohne hier etwas herbeireden zu wollen. Aber da sind wir dann ja wieder ("Auch uns") bei dem Glied des Leibes angekommen, das wir selber sind. - Frohes Allerheiligen in den Südwesten :-)

Alexander hat gesagt…

http://prismenfernglas.de/images/etygallery/luther1.jpg

Andreas hat gesagt…

Das finde ich jetzt aber echt unökumenisch, mein werter Alexander - eine Leier hätte es schon sein dürfen; Dudelsäcke klingen immer so penetrant quäckig.