Freitag, 31. Oktober 2014

Einstimmung


Die Heiligen trennen uns also nicht, wie man wohl gesagt hat, von Gott und Christus; nein, richtig verehrt, führen sie uns hin zur Ekklesia, zu Christus, zum Vater. Sie sind ja Bilder Christi, die von seinem Glanze leuchten. Klemens von Alexandreia (Protr. 59, 21) sagt von den Christen, das heißt den Heiligen:
"Wir sind es, die das Bild Gottes herumtragen in diesem lebendigen, sich bewegenden Standbilde, dem Menschen; ein Bild, das mit uns wohnt, sich mit uns berät, mit uns verkehrt, mit uns haust, mit uns leidet, das über die Leidenschaften erhaben ist. 
Wir sind ein Weihebild an Gott für Christus, wir, 'das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, einst Nicht-Volk, jetzt Gottes Volk' (1 Petr 2, 9 f.), wir, die wir nach Johannes nicht 'von denen sind, die unten sind' (Joh 8, 23), sondern die von dem von oben Gekommenen (das heißt von Christus) alles gelernt haben; die wir den Heilsplan Gottes erkannt haben; die wir darin bewandert sind, 'in der Neuheit des Lebens zu wandeln' (Röm 6, 4)".
Aus einer Ansprache von Odo Casel OSB am Fest Peter und Paul 1932. In: Odo Casel OSB: Mysterium der Ekklesia. Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Christus Jesus. Mainz 1961. S. 172.

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