Mittwoch, 17. September 2014

Von Faszination und Fremde

hl. Hildegard - Herz-Jesu-Kirche, Zürich-Oerlikon
Nunmehr das Fest der hl. Hildegard von Bingen, das die Ekklesia heute feiert ... und ich frage mich einmal mehr, ob es noch eine andere Heilige gibt, die mich auf der einen Seite ebenso fasziniert, wie ich auf der anderen Seite keinen rechten Zugang zu ihr finde. Barbara hat im Vatican-magazin einen Artikel über Hildegard geschrieben, nachdem diese von Benedikt XVI. 2012 zur Kirchenlehrerin erhoben wurde; die wenigen Seiten haben mir mehr gebracht als eine seltsame Biographie mit esoterisch-feministischer Grundnote, die ich irgendwann im Diakonie-Laden mitgenommen und nach einigen Seiten wieder aus der Hand gelegt hatte. Trotzdem bleibt eine seltsame Anmutung zurück, die mir sonst fremd ist: Ich bewundere diese hohe Frau, obschon ich nicht sagen könnte, welche Gründe dahin sich regen. Das "Benediktinische"? Das "Mittelalterliche"? Die Mystik? Keine Ahnung; wahrscheinlich von allem etwas, ohne mir auch nur von einem dieser Begriffe im Blick auf diese Heilige ein halbwegs rundes Bild formen zu können ...
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Auf einem Stapel neben dem Nachtkasten liegt ein kleines Bändchen mit Gedichten und Gesängen der Heiligen. Ab und zu greife ich danach und lese ein paar Verse: darin ein Wechselgesang "Von den Jungfrauen", O nobilissima viriditas, in dessen letzten Zeilen selbst mein Unverstand noch gut geborgen sein könnte, wer weiß?
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Tu circumdata es
amplexibus divinorum
mysteriorum.
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Du bist umfangen
mit liebender Umarmung
von den Geheimnissen Gottes.
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St. Hildegard schließe uns in diese Umarmung ein ... ora pro nobis!
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Barbaras Artikel im Vatican-magazin kann hier online gelesen werden. Im Bild ein Glasfenster mit der hl. Hildegard in der Herz-Jesu-Kirche in Zürich-Oerlikon.

Kommentare:

Braut des Lammes hat gesagt…

Sehr schönes Kirchenfenster! (Der fehlende Zugang zu dieser Heiligen hat oft etwas mit der Kräuterweiblein- und sonstigen Aufbereitung zu tun, da gebe ich dir recht. Auch bei diesem Film habe ich mich geschüttelt.)

Andreas hat gesagt…

Ach, das Dinkelmehlapostolat spielt da eigentlich keine Rolle (dazu ist man im traditionsfrohen Bereich schon zu viel Ähnliches gewohnt) ... und den Film kann man ja auch nur als Aufforderung verstehen, sich mit Hildegard zu beschäftigen (und sei es nur, um herauszufinden, daß es einen Unterschied geben muß zwischen Scivias und der Emma) ... ;-)