Freitag, 19. September 2014

Vom Tisch des Brotes auf den Berg

Lorettobergkapelle, Freiburg
Der Beitrag gestrigen Tages über das Haus, das dem Dichter Reinhold Schneider Heimat war, hat mich auf eine Idee gebracht ... zu deren Verwirklichung mußte ich heute spätnachmittags auf den Lorettoberg steigen, mit einer Kamera bewaffnet. Der höchst beschwerliche Aufgang zur Lorettobergkapelle (eigentlich drei Kapellen unter einem Dach, oben ein Bild der mittleren) zwingt zur Überwindung von mindestens fuchzig hohen Höhenmetern - was eine angemessene Stärkung im Vorfeld dieses kräftezehrenden Gewaltmarsches rätlich sein ließ. 
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Zum Glück lag, Schneider wird da weiland auch schon eingekauft haben, die Bäckerei Lay auf dem Weg, einer der zunehmend schwindenden Betriebe, in denen es noch eine Backstube und nicht nur einen Ofen zum Aufbacken frostrierter Teiglinge gibt. Alte-Messe-Molche mögen sowas, weil wir zwanghaft und strunz nostalgisch gestimmt sind. Außerdem ist der Laden über 100 Jahre alt und hat den "Tisch des Brotes" (wie man heute ja gerne sagt) schon lange vor "Das Konzil" gedeckt ... 
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Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Backbestubte Backstuben zu finden, dürfte heutzutags fast so beschwerlich sein, wie der Aufstieg auf den Lorettoberg. Was das Brot angeht, fänd ich natürlich noch schöner und so richtig vor-konziliar, käme es aus dem Backes, wie mein hierzulande sagt.
Aber ich leide halt auch schon unter einer extremen Form dieser nostalgischen Zwangserkrankung.

Auf dem Tisch scheint mir dagegen eher schon der Geist des Konzils zu wehen. Da ist ja nämlich gar kein Brot, wie irreführend angegeben, sondern Kuchen! Zur Zigarettenmarke kann ich mir nun keinen Kommentar erlauben...*raucherhust*

Andreas hat gesagt…

Nun ja, ein Brotlaib zum Kaffee ... also wie könnte ich mir das vorstellen ...? "Eine Tasse Kaffee und anderthalb Pfund Bauernbrot. Sie brauchens nicht einpacken, ich ess'es gleich" ... Auf welche Marke sollte ich Deines Ermessens denn umsteigen? (Und komm mir jetzt nicht mit tradikatharisch frömmelnden Mahnungen, man solle das ganz lassen, der hl. Joseph habe das schließlich auch nicht usw. ...).

Tarquinius hat gesagt…

:D

Ich hab ja hier nicht mit dem Brot angefangen! ;-)

Und von den Rauchgewohnheiten des hl. Josephs, der Apostelschar usw. kann ich nun nichts sagen, aber traditionellere Marken wären wohl Reval, Rot-Händle oder aber Orienttabake. Aber wie gesagt, ich kann mich nun nicht beschweren, rauche ich ja auch die Luckies, nur eben die in Bio-Braun...

Andreas hat gesagt…

Luckies in Bio-Braun - das ist ja calvinistisch! Mit Reval könnte ich zuweilen auch dienen, wie Roth Händle schließlich eine ursprünglich badische Marke; die Markenrechts letzterer gehören heute leider Reemtsma.