Mittwoch, 10. September 2014

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Wir Karl Theodor von Gottes Gnaden
des heiligen Stuhls zu Regensburg Erzbischof und Primas, Bischof von Konstanz, des rheinischen Bundes Fürst-Primas, Großherzog von Frankfurt etc. etc.
Entbiethen allen und jeden Christgläubigen unsers Bisthums Heil und Segen in dem Herrn.
Dem Christen, der sein Verhaeltniß zu Gott richtig erkennt, und lebhaft fuehlt, kann auf Erden nichts eine suessere Freude, und einen staerkern Trost gewaehren, als die Erhebung des Gemueths zu Gott, der die ganze Welt mit so viel Weisheit und Guete, und den Menschen nach seinem Ebenbilde geschaffen, der ihn von der Knechtschaft der Suende durch seinen Sohn erloest, der ihn durch den heil. Geist zu seinem lebendigen Tempel eingeweihet, der ihm endlich ein kuenftiges besseres Leben zugesichert hat, wo seiner Tugend ewige Belohnung bereitet ist. Dennoch zeigt die Erfahrung, daß viele Christen, welche die kirchlichen Versammlungen besuchen, und dem oeffentlichen Gottesdienste beywohnen, so wenig zu beten verstehen, daß die Worte des Propheten auch auf sie Anwendung finden: Dieses Volk ehret mich mit den Lippen; aber sein Herz ist weit von mir entfernt. a) Welches ist die Ursache dieser fuer Christen so beschaemenden Erscheinung? Sie kann nicht ausser uns liegen, liebe Bisthumsangehörige! Einzig in unserm Innern muß sie aufgesucht werden ...
a) Matthaeus XV. 2.
Christkatholisches Gesang- u. Andachtsbuch zum Gebrauche bey der oeffentlichen Gottesverehrung im Bisthum Konstanz. Herausgegeben durch das bischoefliche Ordinariat. Erster Theil. Fuer den vormittaegigen Gottesdienst. Konstanz 1812, gedruckt bey Nikol. Thaddaeus Waibel.

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