Freitag, 5. September 2014

Seite eins (1)

Paul Claudel: Der seidene Schuh
Der Ansager: Heften wir, wenn ich bitten darf, meine Brüder, den Blick auf jenen Punkt des Atlantischen Ozeans einige Grade unterhalb des Äquators, in gleicher Entfernung von der Alten und von der Neuen Welt. Ihr seht hier in vorzüglicher Darstellung das Wrack eines entmasteten Schiffes, das steuerlos auf den Wogen treibt. Alle die großen Sternbilder der einen und andern Halbkugel, der Große Bär, der Kleine Bär, Kassiopeia, Orion, das Kreuz des Südens, sind wohlgeordnet wie riesige Lüster und gigantisches Waffengepräng rings um den Himmel aufgehängt. Ich könnte sie mit meinem Stock berühren. Und wollte hienieden ein Maler das Werk der Piraten schildern - vermutlich waren es Engländer - auf diesem armen spanischen Fahrzeug, sicher wäre ihm gerade ein solcher Mast in den Sinn gekommen, mit seinen Rahen und seiner Takelage, quer übers Verdeck gestürzt. Umgekippte Kanonen, starrende Luken, Blutflecken und Leichen ringsum, und vor allem dies Häuflein Nonnen dort, die übereinandergesunken sind. An den Stumpf des großen Mastes ist ein Jesuitenpater angebunden, der, wie ihr seht,
Paul Claudel: Der Seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu. Deutsche Übertragung von Hans Urs von Balthasar. Salzburg (3) 1948.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Jesuitenpater? Kein Benediktinerpater? #duckundwech

Tarquinius hat gesagt…

Na, jetzt wollte ich doch gerade wissen, was wir da sehen...! ;-)

Andreas hat gesagt…

Nein, es war nicht Odo Casel ... und was sieht man? Ich könnte das jetzt lösen, mach das aber erst irgendwann später. Drei Worte fehlen, den Satz abzuschließen.