Sonntag, 28. September 2014

In vitam æternam

Munda nos, 
quæsumus, Domine, 
sacrificii præsentis effectu:
et perfice miseratus in nobis,
ut eius mereamur esse participes.
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Reinige uns, 
so bitte wir dich, Herr,
durch die Kraft dieses gegenwärtigen Opfers,
und führe diese Läuterung barmherzig zu Ende,
damit wir würdig werden, Anteil an diesem Opfer zu nehmen.
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So lautet heute, am 16. Sonntag nach Pfingsten, das Gebet über Brot und Wein, in denen sich Christus dem Vater darbringen wird. Die Ekklesia ist in das Mysterium eingetreten und spricht von der schon ausgesonderten, aber noch nicht konsekrierten Gabe, als sei der Kyrios bereits in ihr zugegen - denn im Mysterium gelten die Schranken von Raum und Zeit nicht: in der eucharistischen Feier verschmilzt das Pascha-Ereignis mit unserer Gegenwart in die Unmittelbarkeit der ewig gefeierten Leitourgía des Lammes im Himmel.
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Wir aber bringen unsere Zeit mit: Das Vergangene und den Augenblick ... uns selbst halten wir so in das Mysterium hinein, auf daß alles geläutert werde im Opfer Christi und wir mithin würdig werden, daran teilzuhaben in der heiligen Kommunion, die Unterpfand ist kommender Herrlichkeit: diese Vereinigung von Mensch und Gott unter der Maßgabe unserer unzulänglichen Erfassung vorwegnehmend.
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Wir müssen diese Läuterung aber auch wollen, damit die Wunden unseres Lebens und die vielen Narben, die wir uns in der Sünde schlagen, geheilt werden können: Eine Bitte um Reinigung bliebe sinnlos, stünde hinter dem bittenden Wort nicht die Bitte des Herzens, beglaubigt im Willen zur Umkehr. Nur dann wird der Leib des Kyrios, wird die Begegnung mit Jesus im Zeichen von Brot und Wein uns heil machen und unsere Seele bewahren können in vitam æternam - zum ewigen Leben.

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