Montag, 8. September 2014

... einen lebendigen Himmel bereitet.

Verkündigung - Eichsel, St. Gallus
Ein Kind wird geboren - irgendwo in Israel vor mehr als 2000 Jahren, eine Geburt wie viele andere Geburten, schmerzhaft für die Mutter, ungewiß im Ausgang. Ein Mädchen. Es sieht aus, wie Neugeborene eben aussehen. Ob es heranwachsen wird? Oder früh sterben, wie viele Kinder damals? Die Eltern wissen es nicht, da sie es auf dem Arm halten. 
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Undeutlich ist das Bild, bestenfalls offen einer Ahnung. Was sein wird? Gott weiß es. Er wirkt Wunder im Verborgenen. Er hat dieses Kind begnadet, noch ehe es die Augen öffnete in einer verwundeten Welt ...
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Heute hat Gott,
der auf geistigen Thronen ruht,
sich einen heiligen Thron auf Erden gestaltet.
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Der in Weisheit den Himmeln Gestalt gab,
hat in seiner Menschenfreundlichkeit
sich einen lebendigen Himmel bereitet.
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Aus unfruchtbarer Wurzel
ließ er einen lebentragenden Sproß
uns erblühen, seine Mutter.
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Gott der Wunder,
der Hoffnungslosen Hoffnung,
Herr, Ehre sei dir!
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Hymnenstrophe zum Abendgebet aus der orthodoxen Liturgie am Fest der Geburt der hochheiligen Herrin, der Gottesgebärerin und Immerjungfrau Maria - in: Lothar Heiser: Maria in der Christus-Verkündigung des orthodoxen Kirchenjahres (Sophia Band 20). Trier 1981. S. 80. Bild: Auschnitt aus dem Marienfenster (Verkündigung) von Hans Günther van Look in der Pfarrkirche St. Gallus zu Eichsel.

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