Freitag, 22. August 2014

Vom Schwert und vom Triumph

Herz Mariä - Altarmensa, Heilig-Kreuz-Kirche Offenburg
Im Tempel weiß Simeon um das Los des Kindes: Heilig dem Herrn soll jeder Erstgeborene heißen, dieser Erstgeborene aber ist Gott übereignet bis in die Tiefe des Todes; der Greis sieht den Knaben und er sieht das Kreuz. Und spricht zu Maria:
Siehe, dieser ist bestimmt zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel und zu einem Zeichen des Widerspruches, und auch deine Seele (ten psychén) wird ein Schwert durchdringen, auf daß die Gedanken vieler Herzen offenbar werden (Lk 2, 34 f.).
"Deine Seele" - ten psychén: Dieses Schwert wird dir, Maria, die Luft zum Atmen abschneiden, wird dein Leben verletzen, wird dir durch Seele und Geist fahren, wird sich in dein Herz und in dein Gemüt bohren: All das klingt mit, wenn wir bei Lukas psyché lesen - spätere Zeiten haben diese Momente im Bild der Herzens Mariens zusammengefasst.
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Am Ende werde ihr Unbeflecktes Herz triumphieren, versprach Unsere Liebe Frau den drei Kindern in Fátima. Das sind keine Worte, denen, wie wir vielleicht in unserem menschlich begrenzten Horizont vermuten mögen, irgendwie die Verwurzelung im Leben fehlen könnte oder die wir einfach glauben sollten, weil Maria es uns halt gesagt habe. 
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Denn der Triumph des Unbefleckten Herzens ist bereits gegenwärtig, seit Maria zuerst ganz nahe beim Erlösungsdrama dabei stand, unter dem Kreuz, als das Schwert bis zum Schaft in ihre Seele gedrungen ist; dann aber, als jener Morgen anbrach, der das Grab leer zeigte, als jener Tag kam, an dem sie mit den Jüngern im Heiligen Pneuma besiegelt wurde, als jene Stunde da war, als sie mit ihrem Leib und dieser Seele, die vom Schwert durchbohrt worden war, in den Himmel aufgenommen worden ist. Für uns nun gilt es nur noch, daß sich dieser Triumph ihres Unbefleckten Herzens auch an uns erzeige, was immer auch Gott an seiner Christenheit noch geschehen lassen wird.
Maria, Heil der Kranken, Zuflucht der Sünder, Mutter des Erlösers. Wir vereinen uns mit den vielen Generationen, die dich "selig" nennen. Höre auf Deine Kinder, die deinen Namen anrufen. Du versprachst den drei Kindern von Fatima, daß "am Ende mein unbeflecktes Herz triumphieren wird". Möge die Liebe, die du deinem Sohn gezeigt hast, uns lehren, Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Kraft, mit ganzer Seele zu lieben. Möge der allmächtige Gott uns seine Barmherzigkeit zeigen, uns mit seiner Kraft stärken und uns mit allem Guten erfüllen (aus einem Gebet Benedikts XVI. am 13. Mai 2009 beim Besuch der Caritas-Kinderklinik in Bethlehem).
Darum bitten wir auch heute am Fest der Unbefleckten Herzens Mariä - vor allem für jene Christen, deren Seelen in diesen Tagen von so vielen Schwertern durchbohrt werden: Heiligstes Herz Mariä - sei ihre und unsere Rettung!
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Bild: Darstellung des Herzens Mariä - Scagliola-Arbeit in der Mensa des Rosenkranzaltars in der Pfarrkirche Heilig-Kreuz zu Offenburg.

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