Donnerstag, 28. August 2014

Hinüberfinden

Vom Augustinus-Wort aus dem vorausgehenden Beitrag fanden sich in meiner Notiz noch die folgenden Sätze:
Nimmer ruht noch schweigt Dein Schöpfungsall in Deinem Lob, nicht der Menschengeist, der durch den Mund sich an Dich wendet, nicht die beseelte, noch die unbeseelte Natur, die da redet durch den Mund ihrer Betrachter; auf daß sich unsere Seele, gestützt auf die Dinge, die Du erschaffen, aus ihrer Schlaffheit nach Dir recke und zu Dir, der Du dies alles wunderbar erschaffen, sich hinüberfinde – und dort ist ihre Erquickung und die wahre Kraft (Confessiones 5, 1).
Wenn wir beten, dann bringen wir uns also nicht nur selbst in Anbetung, Lob und Bitte zum Ausdruck, sondern werden zur Stimme des Schöpfungsalls, das uns trotz der Verwundung durch die Sünde immer wieder staunen lassen, aus dieser Verwundung heraus auch zittern machen kann: "Die süchtige Erwartung der Schöpfung geht auf die Offenbarung der Söhne Gottes", schreibt Paulus (Röm 8, 19), und diese Sehnsucht spricht sich in unserem Beten aus - am höchsten und edelsten im Gebet der Ekklesia, der heiligen Liturgie. Und umgekehrt wird dieses Schöpfungsall im Lob Gottes zum eigentlichen kósmos, erstrahlt in der Ordnung, im Schmuck und im Glanz der Gottesherrlichkeit.
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Finden wir uns hinüber ...

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