Donnerstag, 3. Juli 2014

Miteingeblutet

Odo Casel OSB
Ein schwaches Bild von dem, was der Herr an uns getan hat und noch immer tut, gewinnen wir, wenn wir an die Blutübertragung denken, durch die ein Mensch dem anderen sein eigenes Blut spendet, so daß beide gleichsam blutsverwandt werden. In einem viel höheren Sinne hat Christus uns sein Blut, sein Leben gegeben, wodurch er unser "Blutsbruder" (Johannes Chrysostomus, In Jo. 46, 3) wurde. Und dieses Blut strömt gnadenhaft von einem zum anderen: von Christus zu den Menschen, von einem Glied der Kirche zum anderen, und so sind wir untereinander "Blutsverwandte" in Christus.
Wer den christlichen Segenskelch trinkt, wird ein Blut mit Christus. Das bedeutet vollständige Lebensgemeinschaft mit dem Herrn als dem Sterbenden und Auferstehenden, ein vollkommenes Einswerden mit dem Kyrios. Kyrill von Jerusalem sagt einmal, wir seien durch die Eucharistie "Miteinverleibte, Miteingeblutete" (Catech. myst. IV 1), das heißt Leibes- und Blutsgenossen Christi.
Odo Casel OSB: Mysterium der Ekklesia. Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Christus Jesus. Aus Schriften und Vorträgen. Mainz 1961. S. 363.

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