Montag, 30. Juni 2014

WM ... unfehlbar und liturgisch

Am Rande nur sei die Feststellung erwähnt, die Pater Alexander Metz gestern in der Basler Antoniuskirche während seiner Predigt unters Volk gebracht hatte: Daß Deutschland Weltmeister werden würde. 
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Dies ward natürlich nicht aus unangemessen patriotischen Gründen festgestellt und also gepredigt, sondern zur Erläuterung der päpstliche Unfehlbarkeit mitsamt deren Grenzen. Papst Franziskus wäre nämlich, so Pater Metz, keineswegs unfehlbar, so er in diesen Tagen behaupten wollte, Argentinien würde die laufende WM gewinnen, weil ja eben Deutschland den Pokal abräume. Dem Spiel unserer Elf heute Abend gegen Algerien sehe ich mithin gelassen entgegen. 
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Andere Sache, anverwandtes Thema: Bei der Übersetzung der dritten Strophe des Vesperhymnus Decora lux æternitatis, gestern zum Apostelfest vorbereitet, stellt sich mir die Frage, wie man die Aufgabe Petri, cæli Ianitor zu sein, treffend verdeutschen könnte ... "des Himmels "Ostiarier" ... "Türsteher am Himmel" ... oder gar "himmlischer Torwart"? Wäre letztere Alternative zum Zuge gekommen, so hätte ich freilich, um einer allzu raschen Verwechslung mit Manuel Neuer vorzubeugen, zumindest die ältlichere Fassung "Thorwarth" elaboriert.
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Ein Nachtrag noch: Die frommen Schweizer nahmen Pater Metzens Feststellung hochgelassen hin - ein weiterer Beleg dafür, daß der gemeine traditionsfrohe Katholik und Alte-Messe-Molch bei Fragen rund um das Endspiel, ausdauernde Glückseligkeit oder Eingeweide zernagende Pein so finster verbiestert nicht ist, wie gelegentlich unterstellt wird.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Ich muss durch englische Einflüsse dabei immer eher an den Hausmeister denken...

Andreas hat gesagt…

Solang's nicht die Janitscharen sind, an die wir dabei denken ... ;-)