Freitag, 16. Mai 2014

Ungebrochenes Schweigen

Der hl. Johannes Nepomuk im Auszug des rechten Seitenaltars
in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Umkirch bei Freiburg
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Um ehrlich zu sein ... so ganz sicher bin ich mir nicht, ob es sich bei der Gestalt im Bild tatsächlich um den heiligen Johannes Nepomuk handelt (es könnte auch der hl. Franz Xaver sein) - aber das Photo habe ich heute geschossen, also sei's St. Nepomuk. Der Heilige treibt mich ein wenig um, vielleicht eine Prägung aus Kindertagen; bereits damals war ich von den Statuen an den Brücken mit diesem Priester und dem Kreuz fasziniert.
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Vorher hatte ich im Netz nach dem Offizium gekramt und wurde bei Google Books fündig: In festo S. Joannis Nepomuceni Martyris, Pro tribus Ecclesiis Regni Bohemiæ, earumque Diœcesibus Officium ("Offizium zum Fest des hl. Martyrers Johannes Nepomuk für die drei Kirchen Böhmens und deren Diözesen" hier). Der Druck rührt von 1741; ich nehme an, daß das Offizium im Kern bis zum Konzil im Gebrauch gewesen sein dürfte, zuletzt ohne die beigegebene Oktav.
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Interessiert hatte mich vor allem die Frage, ob es zu Ehren des hl. Johannes Nepomuk eigene Hymnen gebe - und es gibt sie. Eine sprachlich hinreichend angemessene Übertragung zumindest eines Hymnus will mir heute Abend nicht mehr gelingen, aber wenigstens eine kleine Kostprobe will ich zum Abschluß des heutigen Festes anbieten - einmal aus dem Hymnus zu den Laudes:
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Vix in sepulcro conditur,
Signis Ioannis proditur;
Per cratium repagula
Intermicant miracula.
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Kaum in das Grab gebettet,
wird Johannes durch Wunderzeichen offenbar;
Durch der Beichtgitter Flechtwerk
blitzen Wundertaten hindurch.
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Und das Tagesgebet vom Fest des hl. Nepomuk:
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Deus, 
qui ob invictum Beati Joannis sacramentale silentium
nova Ecclesiam tuam martyrii corona decorasti;
da, ut ejus exemplo et intercessione
ori nostro custodiam ponentes,
beatis, qui lingua non sunt lapsi,
annumeremur.
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Gott,
du hast in heiligem Zeichen
durch das ungebrochene Schweigen des heiligen Johannes
deine Kirche durch eine neue Krone des Martyriums geschmückt.
Gewähre, 
daß wir durch sein Beispiel und seine Fürsprache,
indem unserem Mund eine Wache gesetzt sei,
den Heiligen, in deren Mund kein Fehl erfunden wurde,
zugezählt werden.

Kommentare:

Tarquinius hat gesagt…

Vielen Dank für den Schatz, den Du da ausgegraben hast!

Andreas hat gesagt…

Keine Ursache ...

Eugenie Roth hat gesagt…

Schau doch, wenn du Zeit hast - ich hab sie leider derzeit noch nicht - bei mir im LiedGut nach. Damals hatte ich ein altes Liederbuch geliehen und abgetippt mit VIELEN Heiligenliedern
Herzliche Grüße

E. R.

Andreas hat gesagt…

Danke für den Hinweis, Eugenie. Allerdings habe ich die knapp 200 Einträge jetzt durchgeschaut und kein Nepomuk-Lied gefunden (deutsche Lieder interessieren mich zumeist nicht übermäßig, in diesem Fall wäre das aber interessant gewesen).