Mittwoch, 16. April 2014

Stationsgedanke

Eine Station ... Christus niedergestreckt in den Staub und Dreck des Weges zu seiner Hinrichtung. Nach der Beichte im Münster (ein Weihbischof saß im Beichtstuhl) wechselte ich zur Danksagung in die ruhigere Konviktskirche und, nein - ich betete danach nicht den Kreuzweg, verweilte aber bei einzelnen Situationen.
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Bei dieser fiel mir auf, daß das Kreuz in eine andere Richtung zu weisen scheint als der schier davon erschlagene Kyrios: Christus schält, windet sich in Gegenrichtung heraus aus der Last dieses Holzes, als wollte er dem Joch entkommen, einfach wegkriechen, irgendwo am Rand liegen bleiben. Meine Gedanken gehen zurück zum Garten Gethsemani: "Vater! Wenn du willst, führ diesen Becher an mir vorüber. Jedoch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe. Doch da ließ sich ihm sehen ein Engel vom Himmel - der stärkte ihn" (Lk 22, 42 f.). 
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Der Engel ist hier fern. Sehen lassen sich nur die Passanten am Rand. Ist es eine helfende Hand, die hier ausgestreckt wird? Oder eine spöttisch-sprechende Geste ... Schaut euch mal den da an ...? Christus ist nun selbst der Mühselige und Beladene. Zu wem kann er kommen?
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Er kommt wieder auf die Beine und schleppt das Kreuz weiter und stirbt daran. Für uns. Haben wir wirklich eine Ahnung, was das heißt?

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