Samstag, 12. April 2014

Jeden Sonntag 30.000 Predigten

Zwei kleine Lesehäppchen ... meine Besuche im Diakonieladen sind aktuell nicht so ergiebig, weil vor allem evangelikale Schriftlein und preudospiritueller Schmus die drei Regalböden mit religiösen Büchern beschwappen, aber heute stieß ich unter anderem auf ein Bändchen des Pastoraltheologen Franz Xaver Arnold (Glaubensverkündigung und Glaubensgemeinschaft. Düsseldorf 1955); hier zwei Zitate daraus ... 
.
Das eine ist fast schon Balsam auf die Seele des traditionsfrohen Katholiken und Ansporn zur Wachsamkeit im selben Atemzug:
Die größten Gefahren haben überall darin ihre besondere Gefährlichkeit, daß sie nicht bemerkt werden. So ist es auch in der Kirche. Sie ist immer von Gefahren bedroht. Die größten aber sind stets die Gefahren von innen. Denn alle äußeren werden erst gefährlich, weil und wenn sie auf eine Schwäche von innen treffen. So war es schon beim Arianismus. So war es neuerdings auch beim Liberalismus. Er war und ist für die Kirche nur in dem Maße zur Gefahr, als er auf eine im unguten Sinn liberale Haltung innerhalb der Kirche traf (34).
Ein wenig als Warnung könnte man sich zuweilen in traditionsfrohen Kreisen den folgenden Abschnitt zu Herzen nehmen (die "Verkündigung" so mancher Zeitgeistlicher wird meines Ermessens garnicht berührt):
Es ist nicht zu leugnen, daß eine unzulängliche Art der Verkündigung dem Glauben die Wege verbauen kann. Offenbar hatte der geistvolle Bischof Dupanloup von Orléans (+1878) genau diesen Vorgang im Auge, als er mit schmerzlicher Ironie die Worte schrieb: "Jeden Sonntag 30.000 Predigten in Frankreich - und immer noch hat das Volk einen Glauben" (35).

Keine Kommentare: