Sonntag, 6. April 2014

Das BamS!

Heute vor 56 Jahren, am 6. April 1958, ist Reinhold Schneider gestorben. Seit 1938 lebte der katholische Dichter in der Mercystraße in Freiburg - jene Zeit ausgenommen, zu der er sich vor dem Zugriff der Gestapo versteckt halten mußte.
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Eine Gedenktafel (an der Mauer rechts) erinnert den Vorübergehenden an Reinhold Schneider, darauf die ersten Zeilen aus Schneiders Sonett Epilog (gedichtet 1943):
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Die Wahrheit nur wird an die Herzen dringen,
Und wirken wird das Wort nur, das gelebt;
Wenn keine Stimme weisend sich erhebt,
Dann ist es Zeit, dann will ich es vollbringen.
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Ich fühl' der Liebe ewige Kreise schwingen
Und wie das Licht zum Lichte rastlos strebt
Noch eh' von morgen mich ein Hauch umschwebt,
Der Erde und des Lebens Fesseln springen.
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Und schon entrückt von gnadenvollem Leide,
Möcht' an der Schwelle ich von Liebe sagen,
Die allen dient und keine Schuld mehr wägt.
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Mit meines Schicksals fast verzehrtem Kleide
Bleibt eines Bettlers Glut, ein Herz zu tragen,
Dem sich die Wahrheit mächtig eingeprägt.
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Reinhold Schneider: Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte. Köln und Olten 1954. S. 57.

Kommentare:

Ester hat gesagt…

danke dafür!
Werde es aufgreifen.
Rheinhold Schneider ist auch einer der ganz Großen gewesen.
Auch hier schade, dass keiner sich um eine Seligsprechung bemüht.

Andreas hat gesagt…

Ich wäre je schon froh, Esther, wenn Schneider Aufnahme in die Kurzbiographien beispielhafter Glaubenszeugen gefunden hätte, die der Freiburger Anhang des neuen Gotteslobs unter 937 bereithält ... aber da hat man seiner auch vergessen.

einfachentfachend hat gesagt…

Oh!

Das Jubiläum war mir unbekannt. Freut mich um so mehr, daß ich ihn am Freitag mit der Rezitation eines Sonetts ein wenig in Erinnerung bringen konnte.

Ester hat gesagt…

darf ich, bevor ich unpassend kommentiere, fragen, wer es denn so in diese Auflistung geschafft hat?
Wenn es die sind, die ich vermute, ist es möglicherweise eine Ehre es nicht dahin geschafft zu haben.
(Ich habe das neue Gotteslob noch nciht, werde es mir auch nicht kaufen, aber in den Kirchen im Umkreis, liegt es auch noch nicht rum

Andreas hat gesagt…

Bin erfreut zu sehen, daß offenkundig auch auf anderen Seiten Schneider nicht ganz in Vergessenheit gefallen ist!

Nun, Esther, zu deiner Frage: Die ins Buch aufgenommenen Glaubenszeugen haben die Aufnahme durchaus verdient - aus den beiden Bistümern Freiburg und Rottenburg fanden Aufnahme: der Jesuit Philipp Jeningen (Barockzeit); ferner aus der NS-Zeit: Bischof Sproll, Eugen Bolz, der Diözesanpriester Max Josef Metzger (die Akten mit dem Antrag auf Seligsprechung wurden gerade aus Freiburg nach Rom geschickt) und der Franziskaner Josef Ruf, die Geschwister Scholl; aus der näheren Gegenwart: die 1979 in Rhodesien im Dienst an den Kranken erschlagene Ordensfrau Rita Neff.

Offenbar hat man bewußt Menschen gewählt, die noch nicht kanonisiert sind (bei den evangelischen Scholls ohnehin nicht möglich) - insofern hätte Schneider da gut reingepasst.

Ester hat gesagt…

ja gut, in diese Auswahl hätte er gut hineingepasst der Reinhold Schneider!
Aber freuen wir uns, dass es Baptista Sproll hineingeschafft hat!
Wobei ich ja hoffe dass es auch sein Marienweihe Gebet, (altes GL Nr 953) ins neue GL, "geschafft" hat.

Andreas hat gesagt…

Das Weihegebet ist auch drin, allerdings nun Josef Weiger zugeschrieben (und mit einer Einleitung versehen, die mir zwar nicht ganz, aber stellenweise ein wenig zu sehr den damaligen zeitgeschichtlichen Rahmen betont - als ob ein solches Gebet heute nicht mehr so recht zeitgemäß wäre).