Samstag, 15. Februar 2014

Die Exposition und das Verstummen

Der Sündenfall - Detail aus einem Glasfenster in der
Pfarrkirche St. Wendelin zu Altglashütten im Schwarzwald

Die Zäsur ist deutlich: Mit dem Sonntag Septuagesima öffnet sich erneut der Themenkreis des österlichen Mysteriums. Die Ekklesia beginnt im Stundengebet ihre Schriftlesung mit den ersten Versen der Genesis, dem Schöpfungsbericht. Den Schlüssel zu dieser Lesung aber findet man in der Antiphon zum Magnificat während der ersten Vesper:
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Dixit Dominus ad Adam:
De ligno quod est in medio paradisi,
ne comedas:
in qua hora comederis
morte morieris.
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Der Herr hat zu Adam gesprochen:
Vom Baum, der steht in der Mitte des Paradieses:
Iss nicht davon!
Zur Stunde, da du davon essest,
wirst du des Todes sterben.
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Die nun anbrechende Vorfastenzeit exponiert das durch den Sündenfall ausgelöste Menschheitsdrama, das uns erneut gewärtig werden soll, auf daß wir es in der bald folgenden Fastenzeit im Geist der Buße innerlich bis unter das Kreuz durchschreiten. Die Worte der Genesis aber werden uns in der Osternacht erneut begegnen - dann erhellt vom Lumen Christi, vom Licht des Kyrios, der in seiner Auferstehung vom Tod eine neue Schöpfung emporführt.
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Doch Ostern liegt heute in einem fernen Horizont, und das Alleluja hat die Kirche in der Vesper vorerst verabschiedet, indem sie es nochmals zu Gottes Lob und Preis am Ende besonders erklingen ließ:
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Benedicamus Domino - alleluja, alleluja!
Deo gratias - alleluja, alleluja!
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Nun ist es verstummt.

1 Kommentar:

Gabriele hat gesagt…

well, man kann nicht sagen, dass es schon in der ganzen Kirche verstummt ist…;)