Sonntag, 16. Februar 2014

Das BamS! (Achtung schweinisch!)

Mit Blick auf das Bild am Sonntag! vom vergangenen Wochenende und den Umstand, daß die gemeine Hauskatze in der christlichen Ikonographie nicht gerade reüssiert, wurde ich von Thomas auf Schweine aufmerksam gemacht. Zufällig bin ich heute vor den Toren der Basler Mustermesse (gemeint ist nicht die Alte-Messe-Molch-Messe in Basel, sondern eine Handelsmesse) an einigen vorbeigekommen (das passiert eigentlich öfter, die Schweine heute waren aber richtige) ...
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Beklagenswerter Weise kommen Schweine in der christlichen Kunst zumeist nicht besonders gut weg und müssen überwiegend als Sinnbilder für den Teufel, das Böse oder - im "besten" Fall - für den Sünder den Ringelschwanz hinhalten. Die susophobe Grundeinstellung des Alten Testamentes dürfte hinlänglich bekannt sein; daß Christus jede Menge Dämonen zweier Besessener in eine Schweineherde vertrieben hat, poliert nun den Ruf der armen Tiere ebenso wenig auf wie der Umstand, daß der verlorene Sohn im Gleichnis so vor den Hund gekommen ist, daß er Schweine hüten mußte. Nach Cäsarius von Heisterbach können böse Geister den Sünder in Gestalt von Schweinen quälen. Der Weinberg Christi wiederum wird im Utrechter Psalter von einem Eber verwüstet, weil Ps 79, 14 entsprechende Verdachtsmomente ausbreitet. Und das sind jetzt nur einige Schweinereien aus der Rezeptionsgeschichte.
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Aber und immerhin: Die Concordantia Caritatis des Zisterzienserabtes Ulrich von Lilienfeld (gest. 1358), eine Art typologisch-allegorisches Hand- und Hilfsbuch für eher ahnungslose Prediger, sieht im Eber ein Symbol für Stärke und Kampfbereitschaft (so auch auf Wappenschilden) und erblickt in der Gefangennahme eines Ebers eine Analogie zur Gefangennahme Christi. 
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Wer nun Lust auf mehr Schwein hat, kann sich hier bei Thomas noch jede Menge schöner Schweine anschauen!

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Zur Ehrenrettung der Christenheit sei es angemerkt: Das Schwein schafft es in anderen Kulturen nicht mal auf den Mittagstisch. Mithin sind Christen echte Schweineliebhaber.

Andreas hat gesagt…

In der Tat: Wenn ich nur an den Kochspeck denke, der gerade darauf wartet, heute Abend mit dem Sauerkraut nochmals aufgewärmt zu werden ... ;-)