Montag, 6. Januar 2014

Vom Stern von Bethlehem

Die Huldigung der Weisen - Wandbild in der
Zürcher Liebfrauenkirche

Wir haben seinen Stern im Osten gesehen
und sind gekommen,
ihn anzubeten!
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(Mt 2, 2)
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Der Stern von Bethlehem beschäftigt immer wieder einmal die Gemüter. Gab es ihn, diesen einen, diesen ganz bestimmten Stern? Die Astronomie, die quasi den "irdischen" Himmel in Augenschein nimmt, verneint dies. Eine Planetenkonstellation, so einige Forscher, wäre aber denkbar, die man im Orient mit der Geburt eines besonderen Königs in Verbindung gebracht und welche die Weisen auf ihren Weg in das jüdische Land geführt habe.
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Ich stehe diesen Und die Bibel hat doch recht-Erklärungen leicht skeptisch gegenüber; sie riechen gerne ein wenig danach, Gottes Handeln mit all seinen Möglichkeiten in das Korsett einer naturwissenschaftlichen Vertretbarkeit zu zwingen. Die Planetenkonstellation wird es gegeben haben, denn die Weisen zogen nicht ziel- und ahnungslos in die Fremde: Sie suchten etwas, das in ihren Überlieferungen eingeschrieben war und das ihnen im Lauf der Gestirne als bevorstehend angekündigt wurde.
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Ich glaube aber nicht, daß eine Planetenkonstellation der Kern dessen gewesen ist, was wir den Stern von Bethlehem nennen. Denn ich glaube an die Möglichkeit Gottes, den Weisen ein besonderes Zeichen gegeben zu haben, ein Zeichen, welches diese in ihren Augen als einen Stern erkannten: Jenes Zeichen, von dem auch berichtet wird, es sei den Weisen erneut ins Auge gefallen, nachdem sie Herodes nach jenem königlichen Kind befragt hatten, um dessentwillen sie nach Jerusalem gekommen sind: Et ecce stella, quam viderant in oriente schreibt das Evangelium ... plötzlich und geradezu überraschend sehen sie wieder dieses Zeichen: "Und schaut! Der Stern, den sie im Osten gesehen hatten, wanderte ihnen (wieder) voran, bis er an den Ort kam und stehen blieb, wo der Knabe war. Da sie aber den Stern sahen, wurden sie erfreut mit überaus großer Freude ... gavisi sunt gaudio magno valde" (Mt 2, 9 f.). 
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Unseren Augen erscheint heute in der Regel kein besonderer Stern. Aber ich wünsche uns allen am heutigen Tag, das wir wenigstens die vielfachen Konstellationen in unseren Lebenkreisen erkennen, die uns auf das verweisen mögen, was Gott verheißen hat. In diesem Sinn allen hier ein gesegnetes Hochfest der Epiphanie unseres Kyrios Christus!

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