Montag, 13. Januar 2014

Die Taufe - der Kyrios wird uns offenbar

Taufe Jesu - Darstellung am Hochaltar der Pfarrkirche
 St. Johannes Baptist im badischen Forchheim
... Dieser ist mein geliebter Sohn, er, der in der Tiefe erschien und sich doch vom Schoße des Vaters nicht trennte. Er erschien, nicht: er schien. Denn etwas anderes ist das Scheinen, weil nach dem Scheine der Täufer größer ist als der Täufling. Deshalb sandte der Vater vom Himmel her das heilige Pneuma auf den Täufling. Denn wie in der Arche Noes durch die Taube die Menschenfreundlichkeit Gottes angekündigt wird, so stieg auch jetzt das in Taubengestalt herabkommende Pneuma, gleichsam Ölfrucht tragend, auf den Gezeugten herab. Warum dies? Damit die Zuverlässigkeit der Stimme des Vaters erkannt und die prophetische Voraussage der Urzeit beglaubigt werde. Welche meine ich? Diese: "Stimme des Herrn über den Wassern. Der Gott der Herrlichkeit donnerte, der Herr über vielen Wassern" (Ps 28, 3). Welche Stimme ist das? Diese: "Dieser ist mein geliebter Sohn, den ich erwählt habe". Dieser ist der, der Sohn Josephs genannt wird und der mein Eingeborener ist gemäß der göttlichen Wesenheit.
Dieser ist mein geliebter Sohn, der hungert und Unzählige ernährt, der sich abmüht und doch die sich Abmühenden erquickt, der nichts hat, wohin er sein Haupt legen kann, und doch alles in seiner Hand trägt, der leidet und die Leiden heilt, der geschlagen wird und der Welt Freiheit schenkt, der in die Seite gestochen wird und die Seite Adams wieder aufrichtet ...
Rede auf die heilige Theophanie, von einem unbekannten Verfasser, zugeschrieben Hippolyt von Rom. In: Odo Casel OSB: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. S. 221.

Keine Kommentare: