Sonntag, 29. September 2013

Sankt Michael und der Streuner

Sankt Michael - Deckenbild in der Ohmenkapelle
zu St. Märgen im Schwarzwald
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Auf einigen blogs (wie hier) ward heute bereits auf das schöne Gebet um die Waffenhilfe des heiligen Erzengels Michael von Papst Leo XIII. hingewiesen. In den diversen deutschen Übersetzungen gibt es freilich eine Ecke, die mir nie so recht gefallen hat. Gegen Ende ist die Rede vom Höllenvolk, Satan samt Anhang, die zum Verderben der Seelen (je nach Fassung):
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... "in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben" ... oder:
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... "durch die Welt ziehen, um die Seelen zu verderben" ... oder auch:
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... "in der Welt umherschweifen, um die Seelen zu verderben".
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Nun ist "umhergehen" eine blässliches Bild; eher noch wäre "umgehen" angemessen - eine Eigenschaft, die man zumindest seit jeher Gespenstern zuspricht. Das "durch die Welt ziehen" erinnert mich eher an harmlose Globetrotter als an den alten Feind. Das "Umherschweifen" trifft die Sache schon eher, klingt aber etwas gestelzt. 
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Was steht denn eigentlich im lateinischen Original? Dort heißt es qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo. Das Verb vagari bedeutet in der Tat "(umher) schweifen", dann auch: "sich verbreiten", "freien Spielraum haben". Das deutsche Wort "Vagabund" rührt daher - einer, der ungebunden herumstreunt.
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"Herumstreunen" scheint mir dann auch die passende Übersetzung. Der Teufel geht nicht umher, zieht nicht durch die Gegend, schweift auch nicht durchs Land, sondern streunt herum. Er ist ein Streuner, ein gefährlicher fürwahr, aber er ist ein Streuner. Der heilige Erzengel Michael halte ihn uns vom Leib und von der Seele:
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Sancte Michael Archangele,
defende nos in prælio;
contra nequitiam et insidias diaboli 

esto præsidium.
Imperet illi Deus,
supplices deprecamur:
tuque, princeps militiæ cælestis, 
Satanam aliosque spiritus malignos, 
qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo,
divina virtute in infernum detrude.
Amen.
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Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampf!
Gegen die Bosheit und allen Hinterhalt des Teufels
sei du uns Schutz:
Gott gebiete ihm!
So bitten wir inständig.
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
die in der Welt herumstreunen, um die Seelen zu verderben,
in der Kraft Gottes runter in die Hölle!
Amen.
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Noch eine ganz andere Sache ... heute nach der Hohen Messe in Basel kam mir ein netter Mensch entgegen, der sich als Leser dieser Seite entpuppte. Danke! (... und bei Lust auf gelegentlichen Umtrunk einfach nochmals melden).

Das BamS! (zum Hochfest!)

Am heutigen Hochfest kommt Das BamS! natürlich kaum vorbei. Leider war noch immer keine Darstellung des hl. Erzengels Michael aufzutreiben, die anstelle von Speer, Schwert, Blech, Rüstung und dem ganzen anderen Antike- und Mittelaltergelumpe mit zeitgemäßeren Accessoires aufwartet, also so eher was in Richtung hier (mit Flügeln halt) oder, etwas mystischer in Szene gesetzt, hier.
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Nunmehr wollte ich dieser Tage jenes Glasfenster ablichten, das in meiner Pfarrkirche die etwas rätselhafte Schriftstelle im Judasbrief, Vers 9 illustriert. Leider war die Kirche wieder einmal abgeschlossen. Anstelle dessen nun ein Michaelsbild, welches im weitesten Sinn vom zentralen Thema des Judasbriefes beeinflußt scheint, besagte Schriftstelle mithin sozusagen indirekt aufgreift und als Deckengemälde in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Ettenheim zu sehen ist:
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Der hl. Erzengel Michael disst Irrlehrer!
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Samstag, 28. September 2013

Schmeißt doch mal das Mikro weg!

Kanzel - Klosterkirche St.
Trudpert, Münstertal
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Von Zeit zu Zeit schiebe ich gerne kurze Auszüge aus Barockpredigten hier auf die Seite - Texte (etwa hier oder hier), deren Reiz sich womöglich vor allem dann erschließt, liest man sie laut, mit einem ordentlichen Schuß Pathos und mit barocker Theatralik - die Vorstellung eines reich gestikulierenden "Kanzelredners", der sich durch unzählige Stimmlagen, Stimmungen und Affekte moduliert, kann dabei hilfreich sein. Uns heute mag die gedrechselte Sprache der Altvorderen mit all den damit verbundenen rhetorischen Akzidentien mitunter wie Mummenschanz vorkommen, aber jede Zeit hat nun einmal ihren Stil - und übrigens auch ihre Not. Denn je größer der Kirchenraum, desto mehr dürfte sich ein Prediger einfallen lassen müssen, wenn er zum Beispiel kein Mikrophon hat.
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So gesehen ist der Einzug moderner Tontechnik in den Kirchenraum ein zweischneidiges Schwert. Vor Jahren, zwanzig mögen es schon sein, besuchte ich das Sonntagsamt in einer französischen Kapelle der Piusbruderschaft, irgendwo in der Normandie. Von der Predigt habe ich nicht allzuviel verstanden. Aber ich erinnere mich gut an den Prediger: Die kräftigen Unterarme breit auf ein geschmiedetes Pult gefläzt, brachte er seine Botschaft in einem leicht gelangweilten Plauderton an seine Herde. Mikrophone machen so etwas möglich.Vielleicht hat er irgendetwas vom Evangelium erzählt, vielleicht aber auch das örtliche Telephonbuch vorgelesen, keine Ahnung.
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Ich habe manchmal den Verdacht, daß die Verkündigung früher, als es noch keine Mikrophone gab, insgesamt etwas, sagen wir einmal: "feuriger" war. Wollte man verstanden werden, dann mußte man die Stimme anheben, lauter sprechen, deutlich artikulieren, auf die Akustik achten, den Körper unter Umständen in Bewegung setzen. Heute reicht es, sich vor das Mikrophon zu stellen und einige Sätze aufzunuscheln, ohne sich sorgen zu müssen, das Gesagte könnte - zumindest rein akustisch - unverständlich geraten. Mit "Verkündigung" im Vollsinn des Begriffs hat diese Art der "Beredsamkeit" allerdings wenig gemein.

Und ich überlege manchmal, ob das nicht sogar mit ein Grund ist, daß das Wort viele Menschen nicht mehr erreicht. Übrigens, auch nur ein Gedanke, aber ... so manche Häresie spricht sich leichter ins Mikrophon, so manche Kirchenkritik vertraut man ohne zu Zögern den Lautsprechern an, solang man selbst nicht den Eindruck hat, sie zu "laut" und mit vollem Einsatz, sondern eher en passant, "unter ferner liefen" geäußert zu haben.

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: Das soll hier kein Plädoyer dafür sein, die Heilige Liturgie um einen Showact anzureichern. Ein Prediger soll kein Theater machen. Aber er sollte seine Talente und Reserven auch nicht hinter einem Mikrophonen verstecken oder sogar mit Blick aufs Mikrophon wegdämmern lassen (und seine Hörerschaft gleich mit). 
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Der Gang auf die Kanzel (sofern vorhanden) könnte, denke ich, helfen bzw. nötigen, besagte Talente und Reserven zu aktivieren und zu kultivieren. Ohne Mikro, versteht sich, aber mit vollem Einsatz!

Freitag, 27. September 2013

Erschröckliche Entdeckung!

Da klaubt man wohlmeinend und ahnungslos ein fromm und älter anmutend Büchlein aus einer Wühlkiste - und dann das: offenkundigst übelste WiSiKi-Womenpriest-Propaganda aus dem Jahr 1931 ...
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Donnerstag, 26. September 2013

¶ Sententiæ XL

Man sollte meinen, die Öffentlichkeit hätte sich von der katholischen Kirche eine nicht zu sehr von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung machen können, wie sich ja auch eine vernünftige Kenntnis der Gestalt Afrikas oder des Laufes der Gestirne verschafft hat. Das trifft jedoch nicht zu. Man kann sogar ohne Übertreibung behaupten, daß von allen menschlichen Gemeinschaften gerade die Kirche ausgesprochen hartnäckigen Mißverständnissen der verschiedensten Art ausgesetzt ist.
André de Bovis SJ: Die Kirche als Sakrament. Aschaffenburg 1962. S. 6.

Mittwoch, 25. September 2013

Die Auskehr nach der Wahl

Daß die total abgesoffenen Piraten aktuell keine große Lust haben, ihre Plakate konsequent wieder einzusammeln, kann ich irgendwie noch verstehen - aber von den Grünen hätte ich schon erwartet, daß die ihre Propaganda ökologisch anständig recyceln, ehe andere den Kram in die Müllverbrennungsanlage karren ...
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Dienstag, 24. September 2013

Vergeßt Limburg - füllt die alte Leier in neue Schläuche!

Verbergt den Mond! Verbergt die Sterne! Es wird Schreckliches geschehn ... ein Limburg-Update dräut, diesmal aber metropolitös und erzdiözesan, die nächst größere Nummer! Wer immer nach Robert Zollitsch auf der Cathedra des heiligen Konrad landet, der arme Mann scheint heute bereits beklagenswert ...
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Warum? Gewahr ward ich gerade, Bagger seien auf dem "teuersten" Parkplatz der Stadt Freiburg aufgefahren. Muß nun erwähnt werden, daß sich dieser "teuerste" Parkplatz im Besitz der Kirche befindet? Wer auch sonst könnte sich "teuerste" Parkplätze leisten, mitten in der Stadt und nur wenige Meter hinterm Münsterchor? Schon jetzt, ihr Wensierskis und Bahners dieser Erde, könnt Blut ihr euch und die Finger lecken ...
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Der "teuerste" Parkplatz der Stadt war selbstverständlich auch mal was anderes. Bis zum 27. November 1944 erhob sich dort das Andlausche Haus - bis einige Bomben drauf fielen und weite Teile dieses frühklassizistischen Baus in den tiefen zweigeschossigen Keller stürzten. Nach Kriegende rettete man einige Architekturfragmente, barg sie behutsam im betrümmerten Keller, füllte das Ruinengrundstück auf, schüttete eine Lage Kies drauf, walzte Asphalt drüber und schuf so dem Priesterseminar und dem Ordinariat, beide in der Nachbarschaft gelegen, einen Parkplatz - in besten Lage, auf kostbarem Grund im Eigentum der Kirche, um letzteren Fakt nochmals gebührend zu beschreien.
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Nun rollen Bagger an, Archäologen im Gefolge. Denn die Kirche möchte das Areal bebauen - je nach Fundlage unter Verwendung diverser Spolien oder gar als Rekonstruktion des Andlausche Hauses. Wohnungen und Veranstaltungsräume sind angedacht, dabei kalkuliert man derzeit mit Kosten in Höhe von vier Millionen Euro - über den Daumen gepeilt.
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Da müssen der üblich verdächtigen Journaille doch die Glückskekse aufgehen! Die Kirche baut wieder und raunt von vier Millionen, ohne daß auch nur ein konkreter Plan gefaßt wäre! Archäologen haben die Finger mit im Spiel - wer die Szene kennt, weiß, daß man damit Kosten nur in eine Richtung treiben kann: nämlich immens in die Höhe. Und was will die Kirche bauen? Wohnungen. Veranstaltungsräume. Vielleicht, wer weiß, ist auch eine Kapelle dabei? Und all das im Fall des Falles gar als Rekonstruktion frühklassizistischen Pomps und Prunks ... 
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Wer nun, wichtigste Frage! Könnte dort wohl Wohnung nehmen wie eine fette Spinne im Netz zwischen Münster, Ordinariat und Priesterseminar? Und: Wo kommen die goldenen Wasserhähne hin? Welche Kleriker des Erzbistums Freiburg verfügen über Bonusmeilen? Wann endlich wird der neue Erzbischof von Freiburg ernannt, damit man diese vielversprechende story lostreten und ihm in die Schuhe schieben kann? Wer macht uns den Tebarz 2.0?
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Der Nachfolger des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz als Freiburger Erzbischof wird ein Prasser - das sollte schon heute fest stehen! Typisch Kirche.
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Der aktuelle Stand des kommenden Skandals in der Badischen Zeitunghier.

Montag, 23. September 2013

Wir hatten die Wahl

Wirklich zufrieden stellt mich das Wahlergebnis nicht. Der Erfolg der AfD ist zwar beachtlich, bedenkt man, daß die Partei erst wenige Monate alt ist und die Medien so manche sublime Strategie auszuspielen suchten, um den Laden klein zu halten. Auch ein Wahlkampf fand, im Vergleich zu den Materialschlachten der Etablierten, nur in verhältnismäßig reduzierten Bahnen statt. Aber es fehlten nun doch wenige Prozentpunkte zum Einzug in den Bundestag - bleibt zu hoffen, daß sich die Neugründung weiter konsolidiert und mit Elan die Europawahl im kommenden Jahr erfolgreich angeht.
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Apropos Materialschlachten: Immerhin bleibt die stille Genugtuung, daß die grüne Kandidatin des Wahlkreises Freiburg das für sich vollmundig proklamierte Direktmandat nicht erreicht hat - trotz omnipräsent überzogener Plakatierung ... und für sowas mußten Bäume sterben, ist man geneigt zu konstatieren, um sich obendrein zu fragen, wo der ganze Müll jetzt verbleiben mag?
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Der SPD-Mann konnte sein Direktmandat trotzdem nicht verteidigen (wie die Grüne kratzt er über die Landesliste dennoch die Kurve), denn das ist nun beim Vertreter der CDU gelandet, Typ konservativer Landadel und eigentlich zu schade für die Merkel-Truppe, die mal wieder die Rolle des kleineren Übels übernimmt. Vier Jahre lang das kleinere Übel: Ich fühle mich "herrlichen Zeiten" entgegengeführt ...

Sonntag, 22. September 2013

Gregorianikpanne und Zwiebelkuchen

Während der Hohen Messe habe ich heute so lange über die Antiphon zur Kommunion Tollite hostias improvisiert, daß danach keine Zeit mehr blieb, sie auch noch zu singen. Pater Martin Ramm FSSP räumt den Altar offenbar etwas rascher auf als seine zwei Mitbrüder und intonierte bereits munter den Gruß zur abschließenden Oratio, während die Puellae Scholarum mich noch wie die drei Fragezeichen ansahen, aus dem Schlußakkord der Improvisation den rechten Ton zum Einsatz heischend. Vorsätze: Den Altar besser im Auge behalten. Tonvorgaben klarer setzten. Oder besser gleich keine Verschränkung gregorianischen Materials mit spätromantisch-expressionistischen Anmutungen? 
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Die Orgel ist schuld. Die verführt mich da immer dazu ...
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Den Herbst, der sich hier in Freiburg in milden Sonnenschein hüllt und mit angenehmen Temperaturen aufwartet, gilt es weiter zu grüßen: Mit der ersten Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit in Form von Zwiebelkuchen:
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Das BamS!

Zum Herbstbeginn eine gemeißelte Allegorie von Christian Wenzinger aus dem Jahreszeiten-Zyklus und gefundene Verse von Stefan George ...
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Komm in den totgesagten park und schau: 
Der schimmer ferner lächelnder gestade. 
Der reinen wolken unverhofftes blau 
Erhellt die weiher und die bunten pfade.
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Dort nimm das tiefe gelb, das weiche grau 
Von birken und von buchs, der wind ist lau. 
Die späten rosen welkten noch nicht ganz. 
Erlese küsse sie und flicht den kranz.
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Vergiss auch diese lezten astern nicht. 
Den purpur um die ranken wilder reben 
Und auch was übrig blieb von grünem leben 
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

Samstag, 21. September 2013

Meine Wahl: Die Alternative für Deutschland

Wir bejahen ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. Wir wollen in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenleben.
Wir stehen für den Schutz der Familie als Keimzelle der Gesellschaft. Eine solidarische Förderung der Familien ist eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft und wesentlicher Teil des Generationenvertrages.
Wir fordern, Bildung als Kernaufgabe der Familie zu fördern. Kitas und Schulen müssen dies sinnvoll ergänzen. Nichts ist für unsere Zukunft wichtiger als die Bildung unserer Kinder.
In erster Linie sind die Eltern für die Bildung und Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Der Staat muss ihnen dabei helfen, diese Aufgabe zu erfüllen. Frühkindliche Bildungsangebote sollen unabhängig vom Familienhintergrund verfügbar sein.
Die vier Aussagen sind dem Wahlprogramm (hier) der Alternative für Deutschland entnommen. Das Programm dieser jungen Partei ist gewiß noch ausbaufähig, aber angesichts der bisherigen Worte und Werke (und Unterlassungen) der etablierten Parteien bekommt die AfD von mir morgen einen Vertrauensvorschuss in Form von Erst- und Zweitstimme.
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Ich hoffe, diesem Land erwächst mit der AfD langfristig ein deutliches, seriöses und thematisch gut aufgestelltes konservatives Korrektiv auf dem Boden des Naturrechts und einer christlich geprägten Weltanschauung. Die Chancen, dies auf den Weg zu bringen, standen meines Ermessens in den vergangenen Jahren nie besser als heute, am Vorabend der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag - wir sollten sie nutzen!
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Beata gens, cujus Deus est Dominus:
populus quem elegit in hereditatem sibi.
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Psalm 32, 12

Auf die Zettel, fertig ...

Heute in der Post: Einmal gratis BILD und ein Klamottenkatalog ...
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Donnerstag, 19. September 2013

Das Kreuz bei der Wahl

Von einem zivilgesellschaftlich (womöglich etwas heiß gelaufenen) Zeitgenossen weiß der Herr Alipius (hier). Es geht um die verflossene Landtagswahl in Bayern, wohl auch um deren Ergebnis, gewiß aber um dessen Anfechtung - denn, und das stelle man sich vor! In einem katholischen Pfarrheim! Das als Wahllokal diente!! Da hing ein Kreuz!!! Und wie wir alle wissen, zwingt das Kreuz nicht nur jeden anständigen Menschen auf die Knie, sondern läßt ihn, im Fall des Falles und bei Wahlen, ein weiteres Kreuz an der rechten Stelle machen, herkömmlich mithin bei der CSU. Wahrhaft eine subtile Manipulation der Wähler!
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Das zwingt nebenher zur Frage, ob es überhaupt noch angehen kann, Wahlzettel mittels Kreuzen zu markieren? Man stelle sich etwa den freigeistig-aufgeklärten Wahlhelfer vor, der nach 18 Uhr Kreuze zählen muß, so wie andere Erbsen! 
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Und als wäre es nicht genug, daß im Fall jener jüngsten Landtagswahl die meisten Kreuze bei der CSU landeten, was zweifelsohne den Kreuzen in Schulen und Pfarrheimen und an Wegen und auf Türmen geschuldet ist und womöglich sogar dem, das man im Rücken hat - auch bei der SPD: ein Kreuz. Bei den Grünen: ein Kreuz. Bei den Piraten: ein Kreuz. Bei den Violetten: Ein Kreuz. Bei der Linken: ein Kreuz. Ja selbst bei der MLPD: ein Kreuz! Was für ein Kreuz! Allein bei der Partei Bibeltreuer Christen mag das noch hinnehmbar scheinen, und doch dominiert es rauf und runter die Parteilandschaft auf dem Wahlzettel: das Kreuz! 
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Es wundert mich, daß noch kein freigeistig-aufgeklärter Wahlhelfer auf die Barrikaden stieg, um das Ende dieser Kreuzzeichen zu fordern ... Aber vielleicht zeigt sich hier, wie selbst freigeistig-aufgeklärte Zeitgenossen bis ins Mark kreuzmäßig manipuliert sind, daß noch niemandem diese subtile Religionspropaganda aufgefallen ist, dieser Kreuzzug, der via Abstimmungszettel in die Wahlurnen marschiert, ungeschminkt und hinterfragt von keinem Menschenkind und keinem Kindskopf.
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Doch genug zu den Befindlichkeiten unserer freigeistig aufgeklärten Zeitgenossen - betrachten wir die Frage lieber sub specie æternitatis: Könnte man das Kreuz auf dem Wahlzettel nicht als eine Art Exorzismus nutzen? Also im Sinne einer dem hl. Antonius zugeschriebenen Beschwörung, die Papst Sixtus V. in den Sockel des Obelisken vor Sankt Peter hämmern ließ: Ecce Crucem Domini! Fugite partes adversæ! - "Seht das Kreuz des Herrn! Verzieht euch, feindliche Rotten!" Ich höre den Einwand: Schön gedacht, aber damit fiele eine Stimme an eine Partei, die man garantiert nicht wählen möchte. Ich antworte: Der Wahlzettel hat genug Parteien im Angebot, die zu exorzieren wären, so daß man am Ende ungültig wählte, was manchem als beste Wahl ankommen mag.
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Aber kehren wir zuletzt nochmals zu jenem Kreuz im Pfarrheim zurück, aufgrund dessen die erwähnten Wahlen anzufechten seien. Bei der letzten Landtagswahl hierzulande empfing mich ein Wahlhelfer mit einem Buch, das, wer weiß? ... nicht nur dem Zeitvertrieb dienen mochte. Womöglich sollte es mich daran erinnern, eine Partei mit zukunftsorientiertem Bildungskonzept zu wählen? In der Regel also eine linksrotgrüne Soße.
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Und das Wahllokal erst! Die Schule eines Brennpunktstadtteils, deren dekorative Atmosphäre an multikulturelle Anstrengung gemahnt, die Fakt ist und nicht abwählbar. Obendrein erinnere ich mich der Tafel im Wahlraum, einladend aufgeklappt und unübersehbar mit (gewiß ganz zufällig) ausgewählten Schlagworten (Erderwärmung, Klimawandel usw.) beschriftet! Noch am selben Abend hatten wir den ersten grünen Ministerpräsidenten in der Geschichte des Landes an der Backe.
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Irgendwo hing übrigens, glaube ich jedenfalls, sogar noch ein Kreuz, eines von den recht schlicht stilisierten Kreuzen ohne Korpus. Wer wollte sich da noch wundern, daß unser erster grüner Ministerpräsident, allda und so gewählt (wenn auch nicht von mir), Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist?
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Ob ich diese Wahl wohl noch anfechten kann?
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... Fugite partes adversæ!

Dienstag, 17. September 2013

Das Bekenntnis Christi zu dem Heiligen

Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Jesu - Glasfenster
in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Wittnau bei Freiburg
Franziskus sprach wenig und nur "vorsichtig wie in Rätseln" über die unfaßlichen Stigmata und meinte: "Selig, der die Geheimnisse seines Herrn und Gottes bei sich zu bewahren weiß". An der Wirklichkeit der Stigmata ist nicht zu zweifeln, weil sie gut bezeugt sind. Die "Fioretti" führen aus: "Weshalb dem heiligen Franziskus die Wundmale eingeprägt wurden, ist noch nicht völlig kundgeworden". Wenn selbst die Verfasser der "Fioretti" ratlos blieben, wieviel mehr müßte der heutige Mensch seine Inkompetenz in dieser Frage eingestehen. Man ahnt behutsam und vorsichtig ein Bekenntnis Christi zu dem Heiligen. Franziskus' Angleichung an den Herrn kam auch äußerlich zum Ausdruck: seine mystische Versenkung in Christus erreichte einen dermaßen intensiven Grad, daß sie ins Leibliche überging (Walter Nigg).
Walter Nigg / Toni Schneiders: Der Mann aus Assisi. Franziskus und seine Welt. Freiburg 1975. S. 36.

Ein römischer Rüffel?

Eine sonderbare Sache: Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch, das der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch nach gewohntem Prozedere mit Erreichen des 75. Lebensjahres eingereicht hat, angenommen. Sonderbar, weil Zollitsch den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz innehat, gesundheitlich nicht angeschlagen scheint und sich gewisser Popularität erfreut, nicht zuletzt bei jenem Teil des Diözesanklerus, der es auf "Reformen" abgesehen hat - aber nicht nur dort. Im Normalfall würde man ihn ohne Einschränkung vorläufig im Amt belassen, zumindest solange, bis sich die Bischöfe einen neuen Vorsitzenden wählen - was in sehr absehbarer Zeit auf dem Programm steht.
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Sonderbar also, weil - außer einer kirchenrechtlichen Regelung, welche Rom ohnehin immer wieder locker handhabt - kein zwingender Grund vorzuliegen scheint, den Rücktritt direkt und so rasch anzunehmen, wie nun geschehen; zumal Zollitsch gehofft hatte, er könne noch einige Projekte zu Ende führen, ehe die Cathedra des Freiburger Münsters neu besetzt werde. 
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Dies freilich kann Zollitsch tun - aber "nur" als Diözesan-Administrator. Was kann das bedeuten? Auch den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz wird Zollitsch bis zur regulären Wahl im Mai kommenden Jahres behalten. Als Diözesan-Administrator, wohlgemerkt. Streng genommen kann Zollitsch auf diözesaner wie auf nationaler Ebene seine Agenda noch eine Weile ohne Abstriche fortführen. Er behält sogar persönlich den Titel "Erzbischof" - aber er ist nicht "der Erzbischof von Freiburg".
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Warum beläßt man das nicht, wie bislang etwa der nochmals deutlich ältere Kardinal Meisner als Kölner Erzbischof belassen wurde? In der Annahme der Rücktritts wird man schwerlich etwas anderes sehen mögen als einen römischen Rüffel. 
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Träfe dies zu, so ließe sich weiter die Frage stellen, ob dieser nur aufgrund diverser Initiativen des ehemaligen Freiburger Erzbischofs (zu denken wäre an die regelrecht mißratene Diözesanversammlung) erfolgt ist, oder ob damit weitere Phänomene des deutschen Katholizismus und das Selbstverständnis der deutschen Bischöfe (deren oberster Vertreter Zollitsch nun einmal ist) ins römische Visier geraten sind (Stichwort Dialogprozess und dessen Lenkung).

Sonntag, 15. September 2013

Seine Stunde - Ihre Stunde

Maria unter dem Kreuz - Detail eines mittelrheinischen
Flügelaltars des "Meisters des Hausbuchs" aus der 
Zeit um 1480; Augustiner-Museum, Freiburg
Ist von den Sieben Schmerzen Unserer Lieben Frau die Rede, die im Blickpunkt eines Festes zu Ehren der Schmerzhaften Mutter Maria stehen (das heute zu feiern wäre, würde es nicht vom 17. Sonntag nach Pfingsten hintangestellt) - wendet sich also der Blick diesen Sieben Schmerzen zu, dann bündeln sich diese Schmerzen in einem Bild, das seinerseits ein Teil der Siebenzahl dieser schmerzensreichen Imagination ist: Das Bild der unter dem Kreuz stehenden Gottesmutter. 
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Als weitere schmerzhafte Stationen im Leben Mariens ruft das Fest auch die Darstellung Jesu im Tempel mit der Prophezeiung Simeons ins Gedächtnis, ferner die Flucht nach Ägypten, die Suche nach Jesus im Tempel, die Begegnung auf dem Kreuzweg, die Kreuzabnahme und die Grablegung. Maria unter dem Kreuz aber ist das mächtigste und am meisten anrührende dieser Bilder: Die Mutter, die ohnmächtig anschauen muß, wie ihr eigenes Kind in den Tod gequält wird.
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Diese Bildmächtigkeit findet einen liturgisch ebenso bemerkenswerten wie einzigartigen Ausdruck. Entgegen aller Regel sind die Worte des Introitus zur Feier der Heiligen Mysterien unmittelbar dem Evangelium (Joh 19, 25 ff.) entnommen; Worte des erhöhten Kyrios treten dabei an die Stelle der üblichen Psalmverse.
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Bei dem Kreuze Jesu standen seine Mutter
und die Schwester seiner Mutter,
Maria, die Frau des Kleophas,
Salome und Maria Magdalena.
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Jesus sprach: Frau, siehe da deinen Sohn.
Zum Jünger aber: Siehe da deine Mutter.
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Der Evangelist setzt damit den Schlußpunkt hinter alles, was er uns über Maria berichten möchte. Von da aus ist es interessant, auf jene Begebenheit einen Blick zurück zu werfen, bei welcher Johannes die Mutter Jesu in seinem Evangelium erstmals erwähnt - dies geschieht im Rahmen der Hochzeit zu Kana (Joh 2, 1-12): Der Wein ist ausgegangen. Maria ist es, die ihren Sohn auf die Verlegenheit der Brautleute aufmerksam macht - und sich übrigens auffällig sicher gibt, daß Jesus, immerhin nur Gast, der Not abhelfen kann: "Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut". Und dies, obschon sich der Sohn dem Hinweis zuvor noch brüsk verweigerte: "Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen".
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Es ist tatsächlich nicht die Stunde - die Stunde, seine Stunde, ist die Stunde von Golgatha: Die Stunde, in der Christus nicht nur Wasser bei Gelegenheit in Wein verwandelt, nicht hier einem Blinden das Licht gibt, da einem Lahme wieder auf die Füße hilft, dort einen Aussätzigen wieder ins Leben stellt, da einen Besessenen aus dem Griff des Bösen befreit, hier einen Toten aus dem Tod erweckt: Dies, Golgatha, ist die Stunde, in der er all das an uns allen tut, indem er sich für uns hingibt in den Tod und uns so das Leben in Fülle neu erschließt.
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Nun also ist seine Stunde gekommen, und wieder ist ihm Maria ganz nahe. Mit dem Jünger werden wir ihre Kinder: Und so ist es auch ihre Stunde. Sie nimmt Anteil am Leiden und Sterben ihres Sohnes und gebiert im Pneuma - und unter Schmerzen - uns als ihre Kinder.
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Ihre Fürsprache, so bittet die Ekklesia im Gabengebet den Kyrios,
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... erwirke uns Anteil am Lohn der Heiligen 
kraft der Verdienste deines Todes.

Das BamS!

Wichtig! In einer Woche dürfen wir zur Urne trotten. Was natürlich nichts mit diesem Arrangement mit Rindviechern zu tun hat ...
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Samstag, 14. September 2013

Feuer frei! Kardinal Meisner im Visier von DRadio Kultur

Gottes Rottweiler ... Katholiban von Köln ... Gegenstimmen lasse er nicht gelten ... Eine andere Möglichkeit, den augenblicklichen Kölner Erzbischof loszuwerden, bestehe wohl nicht ... Das Ächzen unter Meisners Joch ... Der regiert seit 1989 mit harter Hand Deutschlands heiterste Katholikenschar ... allerdings nur selten zu deren Wohlgefallen ... Man kann sich gar nicht vorstellen, wohin der Wahnsinn dieser Rückorientierung gegangen ist ... an Porzellan zerschlagen, an Vertrauen zerstört, an Hoffnungen enttäuscht ... immer wieder sorgte dieser Erzbischof für Schlagzeilen ... Strafanzeigen wegen angeblich diffamierender Äußerungen ... erließ Redeverbote ... versetzte widerborstige Priester ... gängelte und drangsalierte Theologen und Laien gleichermaßen ... Sie ahnen ja nicht, wie wir seit Jahren geknebelt werden! ... dialogunwillig ... rückständig ... anmaßend ... kommunikationsunfähig ... Hassprediger ... Geistiger Brandstifter ... Der Krawall-Kardinal ... Hetzer auf dem Bischofsstuhl ... Wortführer der katholischen Fundamentalisten in Deutschland ... geben obskure rechtskatholische Gruppen den Ton an ... Schon die Wahl ... stand unter keinem guten Stern ... In Köln runzelte man bereits die Stirn ... doppelt autoritäre Sozialisation des Kandidaten ... aus einer autoritären katholischen Kirchenstruktur ... Umgestaltung der Kirche im zentralistisch-autoritärem Sinne ... seinen Kandidaten durchzusetzen ... auch gegen den Willen der Beteiligten ... den ersten handfesten Skandal ... die Reihe der Fehlleistungen ... Ein ähnliches Schicksal erlitt ... dass man freiheitsfeindlich ist ... Eine Kirche, die unterdrückt und nicht befreit ... Der unbarmherzige Katholik ...
Und so weiter uns so fort. Das ist eine - nur der ersten Hälfte des Beitrags entnommene und grob gefilterte - Sammlung von Schlagworten, Formulierungen, Meinungen und Unterstellungen, mit denen DRadio Kultur heute in der Sendung Religionen auf das nahende Ende der Amtszeit von Kardinal Meisner zu sprechen kam. 
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Den Kontext der einzelnen Formulierungen kann man vernachlässigen. Am Ende dieser von einer gewissen Kirsten Serup-Bilfeldt geschickt montierten Verleumdungs-Orgie weiß der Hörer ohnehin nicht mehr, wer hier was wozu oder zu wem gesagt oder behauptet hatte und inwiefern die jeweiligen Aussagen zutreffend, falsch, nur die halbe Wahrheit oder tendenziös eingedampft sind. Der Text kennt ohnehin nur eine Richtung: Meisner als Amtsträger und als Mensch in den Augen der Anderen zu ruinieren. Ein anderes Wort für "ruinieren" ist übrigens "vernichten" - und auch das würde hier passen.
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Eine bemerkenswerte Note bei einer Journalistin, die sonst ihre Brötchen auch damit zu verdienen scheint, indem sie über die Verfolgung der Juden durch das NS-Regime schreibt. Betrachtet man die Stoßrichtung des Textes und das Geschick der Autorin, Stimmung zu erzeugen, so ... mag sich jetzt jeder seinen eigenen Reim drauf machen.
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Der Link zu diesem öffentlich-rechtlichen Armutszeugnis: hier.

Vereint in einem Zeichen

Prozessionskreuz aus dem späten Mittelalter - Augustiner-Museum, Freiburg
Dein Kreuz ist die Quelle allen Segens und aller Gnaden Urgrund. Den Gläubigen verleiht es Kraft in der Schwachheit, Ruhm nach der Schmach, Leben im Tod. Ein Ende findet nun die Vielfalt fleischlicher Opfer; die verschiedenen Arten an Opfern ersetzt alle das eine Opfer deines Leibes und deines Blutes, denn du bist das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt. So  bringst du in dir alle Mysterien zur Vollendung, auf daß alle Völker zu einem Reich vereint werden, wie es nun auch nur ein Opfer gibt statt aller Schlachtopfer.
Der hl. Papst Leo in der achten Predigt Über das Leiden des Herrn [Sermo 59]; dritte Lesung der dritten Nokturn am Fest Kreuzerhöhung im Breviarium Romanum.

Freitag, 13. September 2013

Sich nicht ins Bockshorn jagen lassen

Ein Rat des hl. Ignatius, wenn der Tag mal wieder besser hätte laufen können und man sich mit der Bilanz nicht so recht vor den Herrn trauen mag - aus einem Brief an Schwester Theresia Rejadella vom 11. September 1536 ...
Machen Sie kein Aufhebens von hässlichen oder sinnlichen Regungen, vom Gefühl der Unzulänglichkeit oder Schwäche, solange Ihr Wille nichts damit zu tun hat!

Mittwoch, 11. September 2013

Kurzes Bekenntnis zum Triumphalismus

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Christus. 
Von den Toten auferstanden.
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Christus.
Erhöht als Kyrios.
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Christus.
Er thront zur Rechten des Vaters.
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Christus.
Er wird kommen als der Welt und mein Richter.
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Christus.
Der Triumphator.
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Und zudem die ...
Ekklesia.
Braut und Mutter.
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Meine Wenigkeit.
(Triumphalist, eben drum).
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Sorry, Heiliger Vater, aber das mußte ich jetzt doch loswerden ... und dieser Glaube wird weder von Barockkaseln gefüttert noch von Liturgiemißbrauch unterminiert, wohl aber von der Liturgie als dem Opus Dei gefördert: Omnia ad majorem Dei gloriam!

Das Plakat des Grauens

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STELL DIR vor allem VOR, DU WIRST von einem Piraten GEFRAGT, warum bei Piraten-Plakaten das Entsetzen geradezu ins Gesicht geschrieben steht. Aber Spaß beiseite ... wie stellen die sich "Teilhabe der Bürger" eigentlich vor? Alle fuchzich Meter ein Flashmob? Tägliche Tanzdemos? Like-Buttons unter Piraten-Plattitüden?

Dienstag, 10. September 2013

Forderungen

Das Vorwort zu einem Sammelband mit Radiopredigten von Hans Urs von Balthasar, gerade einmal eine Buchseite füllend, war so ziemlich die einzige geistliche Nahrung, die ich gestern Abend, schon mit angezogener Bettdecke, noch zu mir nehmen konnte. Trotz Müdigkeit blieb ich bei dem unten angeführte Zitat eine Weile hängen - es ist eine Not der Zeit, sich diese Gedanken immer wieder bewußt zu machen und die nötigen Schlüsse daraus zu ziehen ...
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... Schlüsse, die man, ehe man sie als Erwartungen seinen Mitmenschen zumisst, freilich zuerst und vor allem als Forderung an sich selbst sehen sollte.
Wie man nichts von Christus verstehen kann ohne das Mysterium der Trinität, nichts von der Kirche ohne den Glauben an Gottheit und Menschheit Christi, nichts von den Sakramenten ohne das Brautgeheimnis zwischen Christus und der Kirche, so auch nichts vom christlichen Leben (oder von der Moral) ohne den christlichen Glauben (oder das Dogma): Orthopraxie - Orthodoxie.
Hans Urs von Balthasar: Du krönst das Jahr mit deiner Huld. Radiopredigten durch das Kirchenjahr. Einsiedeln (2) 2000. S. 9.

Montag, 9. September 2013

Der heilige Reinfall

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Sankt Antonius feierte gestern Kirchweih, "Kilbi", wie die Basler sagen. Wie immer war im Kirchhof neben allerhand Angeboten auch ein Flohmarkt aufgebaut, bei dem mir nebst einigen Büchern von Dom Columba Marmion, Hans Urs von Balthasar und Louis Bouyer auch diese Statue unter die Finger geriet. Eine heilige Elisabeth, dachte ich mir, und nahm sie für drei Franken mit. Etwas stutzig machte mich allerdings die "Gravur" im Sockel: Sanitana Anadia - klingt freilich irgendwie fromm; vielleicht ist die "hochheilige Anadia" (?) eine südländische Lokalheilige, die gerne Rosen verteilt, wer weiß?
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Zuhause habe ich im Netz gestöbert. Sanitana Anadia ist der Name einer portugiesischen Sanitärfirma (und aus Portugal kommt das Bildwerk auch, glaubt man einer weiteren Gravur um die Ecke). Und so scheint die Communio Sanctorum bei mir zuhause - streng genommen - weder um eine heilige Anadia, geschweige denn um die heilige Elisabeth, sondern um ein Stück Badezimmerdeko reicher geworden. Wie könnte man das nennen? Irreführung des Verbrauchers? Der heilige Reinfall?
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Nun denn, ich habe beschlossen, das Bildnis zu "thüringisieren" ... daß es uns allen rote Rosen regne, dazu helfe also Sankt Elisabeth!

Donnerstag, 5. September 2013

Mach dein Leben zur Baustelle!

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(Erhältlich im Steinbruch-Fachhandel und in gut sortierten Baumärkten).

Mittwoch, 4. September 2013

Licht und Gestein, der Sonne Glanz, des Mondes Schein ... beseelte Welt?

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In einem sehr schönen Beitrag spürt Geistbraus der beseelten Welt nach (hier) und stellt dabei fest, daß Kinder offenbar in einer solchen leben:
... sie sprechen mit Tieren und Bäumen, mit Autos und Ampeln. Und ich finde diese naive Art, die Welt mit staunenden Augen zu sehen, eigentlich sehr christlich.
Nicht nur eigentlich christlich, möchte man anmerken. Als ich den Text gelesen habe, fielen mir einige Gedanken wieder ein, die Benedikt XVI. einst als Dogmatiker in Tübingen in seinem Buch Dogma und Verkündigung [München 1973] niedergeschrieben hat. Unter der Überschrift "Beten in unserer Zeit" kommt Ratzinger auf damals wie heute aktuelle Schwierigkeiten des Betens zu sprechen und erläutert dies beispielhaft an "jenen Gebeten", die sich ...
... unmittelbar auf weltliche Wirklichkeiten beziehen: bei der Flurprozession auf dem Lande, beim Wettersegen, der um Abwehr von Gewitter, um Fruchtbarkeit, um Sonne und Regen fleht. Das scheint nur Sinn zu haben, solange man die Welt von beseelten Ursachen gelenkt wähnt, die Wind und Wetter, Regen und Sonne zuteilen und daher durch Zureden freundlich gestimmt, durch Nachlässigkeit aufgebracht werden können. Aber wo der durchgehende mechanische Kausalnexus erkannt ist, rückt man dem Problem mit rationalen Methoden zu Leibe: mit allem, was uns die Wissenschaft an Möglichkeiten der Lebenssicherung bietet.
Wozu beten? Weder scheint es zu helfen, wenn der Mensch ein Unglück nicht verhindern kann, noch scheint es nötig, wo ihm dies gelingen mag. Doch lassen wir die Frage nach dem Sinn des Gebetes an dieser Stelle hinter uns. Es geht hier um die Natur, und da gilt, daß alles, womit wir es konkret zu tun bekommen, sich messen läßt und beschreiben und naturwissenschaftlich auswerten - und damit auch beeinflussen, manchmal jedenfalls. Aber ist das "wirklich" alles? Man müsse, wendet Ratzinger ein, ...
... eine ketzerische Frage stellen: War den der Animismus (d. h. die Lehre, daß die Welt von beseelten Ursachen gelenkt werde) wirklich ganz falsch? Oder fallen wir vielleicht nur in den anderen Straßengraben, indem wir nur noch mechanisch denken? Ist denn z. B. der Mensch nichts? Fügt er nicht als organische Ganzheit, als lebendiges, denkendes, fühlendes, empfindendes Wesen der Welt einen neuen Faktor ein, durch den Neues in ihr geschieht? Noch konkreter: Ist denn das spezifisch Humane nichts? Sind denn Vertrauen und Mißtrauen, Angst und Hoffnung, Egoismus und Liebe keine Mächte, die die Welt verändern? Kann eigentlich die Liebe nichts oder ist sie eine Macht, die eine Welt aufbaut, weil sie Intuition, Schauen, Hören erschafft und damit Kräfte entbindet, die die Welt verwandeln?
So gesehen, so würde ich das jedenfalls verstehen, existieren offenbar Wirkmächte, die sich in ihrer Wirkung einer rein naturwissenschaftlichen Beschreibung und Voraussage entziehen: Der Geist macht lebendig, der Mensch tritt in einen Dialog mit seiner Umwelt, teilt sich seiner Umwelt mit und macht seine Umwelt zu einem Teil von sich selbst. Wichtig dabei: Er kann sich dem Gesetz einer prädestinierenden Kausalität entziehen. 
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In seiner Ebenbildlichkeit zu Gott spiegelt er damit den Austausch Gottes mit seiner Schöpfung - mit dem kleinen Unterschied, daß die Mitteilung Gottes in seine Schöpfung hinein weitaus umfassender und totaler ist als die Selbstintegration des Menschen in diese Schöpfung, welche, da er selbst Geschöpf ist, immer nur beschränkt bleiben kann. Immerhin reichte sie - leider, muß man sagen - weit genug, um diese Schöpfung mit in die Sünde zu ziehen und sie so zu verwunden. In diesem Sinne, verflochten mit Schöpfer und Mensch, ist das Harren der Schöpfung, von der Paulus in Röm 8, 19 schreibt, eben jenes Harren auf die Offenbarwerdung der Kinder Gottes, das die Welt verwandeln wird. Wir sind nicht weit von dieser beseelten Welt entfernt.
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Es lobt das Licht und das Gestein
gar herrlich dich mit Schweigen.
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heißt es im Altenberger Wallfahrtslied zur Ehre Unserer Lieben Frau. Ein schöner Gedanke, aber ich glaube, er ist nicht ganz richtig. Licht und Gestein schweigen nicht. Sie sprechen nur eine Sprache, die wir in dieser Zeit zwar hören, aber nicht recht verstehen können. Glücklicher sind daher die nächsten Verse gefunden:
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Der Sonne Glanz, des Mondes Schein
will deine Wunder zeigen.
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Wir aber kommen aus der Zeit
ganz arm in deine Helle
und tragen Sünde, tragen Leid
zu deiner Gnadenquelle.

Brot und Spiele

Der Europa Park ist grundsätzliche eine nette Sache. Nun gut, er besteht fast nur aus Riesen-Rummel, aus Mummenschanz mit jeder Menge Kulissen aus Blech, Plastik, Pappmache plus Systemgastronomie. Der Spaß hält sich zeitlich begrenzt und ist keineswegs kostenlos. Aber die Menschen zahlen freiwillig, kommen gerne und in großer Zahl. Hin und wieder gibt es sogar Gottesdienste, zum Beispiel "zu Ehren der Künstler des Europa-Parks", so stand das mal in einer Medienmitteilung.
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Eine Europa-Simulation, so echt und so falsch wie das Brüsseler Europa, nur ohne Euro-Krise. Wohl ein Traum für Euro-Merkel: Euro-Maus für einen Tag! Er wird wahr ...
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Dienstag, 3. September 2013

Der moderne Mensch und die Liturgie

Gerade kam mir ein Artikel von Barbara auf kath.net (hier) unter die Augen, der den Beitrag des Fundamentaltheologen Josef Kreiml auf dem Kongress Freude am Glauben vom vergangenen Wochenende vorstellt. Vor allem an einem Satz blieb ich hängen, es geht dabei um eine Einschätzung der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium; diese beschreibe ...
... keine Anpassung an den Zeitgeist, sondern eine Erneuerung der Liturgie für den modernen Menschen.
Meine Frage: Wäre die Erneuerung des modernen Menschen für die Liturgie nicht der bessere Weg gewesen?

Schon wieder Wahlplakate?

In gewissem Sinn: Ja. Denn gerät die Politik ...

vor den Hund, scheint eigentlich alles für die Katz' ...
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Immerhin - es scheint in diesen Tagen auch noch ehrliche Werbung zu geben.

Montag, 2. September 2013

¶ Sententiæ XXXIX

Du mußt Deinem Gott nur bis zu dir selbst entgegengehen.
St. Bernhard von Clairvaux

Der Gestank dieses Wochenendes

Mister Obama hat weiland für reine Wahlkampfversprechen den Friedensnobelpreis bekommen und scheint persönlich entschlossen, einen Militärschlag gegen Syrien vom Stapel zu lassen. Derweil tummelt sich sein Adlatus Kerry in US-Talkshows mit der Info, man habe untrügliche Beweise, daß in Syrien Giftgas eingesetzt worden sei. 
Wer es eingesetzt habe, sagt er nicht, aber diese Frage interessiert ohnehin niemanden übermäßig. Ich habe gestern keinen einzigen Bericht gehört, der Kerrys Aussage in dieser Richtung mit einem Fragezeichen versehen hätte. Dafür werden uns Syrer im O-Ton präsentiert, die geradezu darum bitten, daß man ihr Land bombadiere. Gegenstimmen aus Syrien werden nur in Form "staatlich gelenkter" Medien zitiert.
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Das stinkt doch zum Himmel.

Sonntag, 1. September 2013

Die Kirche hatte doch echt 'nen Vogel!

Der nachlässige und gerade darob untrügliche Beweis heute Vormittag, gerade mal knapp anderthalb Fuß vom Orgelspieltisch entfernt:
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Meinereiner hätte ja Grusula in Verdacht, die nervigste Taube vor meinem Küchenfenster:
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Aber die hängt zu oft bei mir rum und dürfte damit ein Alibi haben. Zum Glück hat der Übeltäter (Bellfrell?) nicht in die Orgel gepullert. Nebenbei: Orgelpfeifen werden für Vögel immer wieder zu Todesfalle - nur mal so als Warnung ...

Das BamS!

Pillen, Salben, Spezereien und manch anderes zur Hülf' in Wehe und Wohl mag man in einer Apotheke finden. Aber Uhren, in größerer Auswahl? Andererseits - heißt es nicht, auch ...
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... die Zeit heile alle Wunden?
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