Freitag, 31. Mai 2013

Alle Maialtäre auf einen Klick

Keine Ahnung, warum zwei im vergangenen Jahr bereits besuchte Maialtäre von Blogger plötzlich zu aktuellen Beiträgen gemacht wurden, nachdem ich gerade die Maialtäre 2012 nachträglich unter das label Maialtäre geholt habe. Wie auch immer: Sämtliche bisher hier vorgestellten Schmuckstücke zu Ehren Unserer Lieben Frau sollten nun hier auf einen Klick nochmals zu sehen sein.
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Es gibt aus diesem Jahr noch zwei Nachzügler - ein "Nachteil" großer Kameraspeicherkarten besteht ein wenig auch darin, daß man Bilder nicht notwendig zeitnah weiterverarbeiten muß, um Speicherplatz freizuräumen ...
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Der Maialtar in der Pfarrkirche St. Georg zu Bleibach im Elztal:
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Und der Maialtar aus der Pfarrkirche St. Laurentius in Kenzingen ... Nos cum prole pia benedicat virgo Maria!
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Los Wochos - Mai-Altäre 2012 - St. Ulrich

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Salve Regina - Maialtar in der ehemaligen Benediktiner-Prioratskirche St. Ulrich im oberen Möhlintal.

Los Wochos - Mai-Altäre 2012 - Sölden

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Salve Regina - der Maialtar in der Pfarrkirche St. Fides und Markus in Sölden bei Freiburg.
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Fronleichnam in der Badischen Zeitung

Die Badische Zeitung brachte heute eine Bilderstrecke zur Freiburger Fronleichnamsprozession. Besonders schön finde ich, daß auch in diesem Jahr einige Gewerke der Handwerkerschaft vertreten waren, welche sich mit den alten Reliquienbüsten der Freiburger Zünfte in die Prozession einreihten. Zu sehen hier
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Weitere BZ-Bilderstrecken:
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Fronleichnam in Baden (hier)
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Fronleichnam in Niederwinden im Elztal (hier)
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Fronleichnam in Heitersheim (hier)

Maialtäre 2013 - Unser Heil wird deine Krone sein!

Der letzte Maialtar in diesem Jahr stammt aus der Pfarrkirche St. Nikolaus in Elzach im Elztal. Angesichts des Wetters (heute: Dauerregen) kam mir übrigens die Idee, man müßte womöglich den gregorianischen Kalender ein wenig reformieren und einfach den Monat zurückdrehen, um Wetterlage und Datum wieder mehr in Einklang zu bringen ... 
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Der heilige Alphons von Liguori beendet seine Predigt über Maria, die Königin der Barmherzigkeit, von der im vorangehenden Beitrag bereits Auszüge zu lesen waren, mit den folgenden Worten:
Nehmen wir den stets unsere Zuflucht zu ihr, und wenn wir selig werden wollen, so werfen wir uns nieder zu den Füßen unserer süßen Königin und bitten wir sie um Hilfe! 
Wenn der Anblick unserer Sünden uns erschreckt und mutlos macht, so müssen wir denken, daß Maria eine König der Barmherzigkeit geworden ist, um durch ihren Beistand die größten und verlassensten Sünder, die zu ihr ihre Zuflucht nehmen, zu retten. Nach dem Ausspruche ihres göttlichen Bräutigams machen die Sünder ihre Krone im Himmel aus! "Komme von dem Libanon, meine Braut, komme von dem Libanon, komme, du wirst gekrönt werden, - von dem Lager der Löwen, von dem Berge der Leoparden" (Hld 4, 8). Wer anders waren diese Haufen wilder Tiere und Ungeheuer, wenn nicht die armen Sünder, deren Seelen Lagerstätten von Sünden genannt werden können, da die Sünder die größten Ungeheuer sind, die man finden kann? 
Gerade von diesen elenden Sündern, deren Seligkeit du durch dein Gebet bewirkt hast, sagt der heilige Abt Rupertus, wirst Du, o große Königin Maria, im Himmel gekrönt werden. Denn ihr Heil wird deine Krone sein!

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Zum Ende des Monats sind auch auf anderen Seiten noch einige schöne Maialtäre aufgetaucht: Bei Frischer Wind (hier), Sacerdos Vienennsis (hier) und beim Admiral (hier).

So hoch erhoben, um wirksam Mitleid zeigen zu können - zum Fest Mariä Königin

Marienkrönung - Mosaik im Presbyterium der Pfarrkirche
St. Barbara, Freiburg-Littenweiler
Weil die allerseligste Jungfrau Maria zu der hohen Würde einer Mutter des Königs der Könige auserwählt worden ist, so hat die heilige Kirche recht, wenn sie ihr den glorreichen Titel einer Königin verleiht und verlangt, daß alle sie mit demselben begrüßen und verehren. (...) Wenn also Jesus Christus König des Weltalls ist, so ist Maria eine Königin der Welt, sagt der Abt Rupertus; so daß, nach der Erklärung des heiligen Bernardin von Siena, alle Geschöpfe, die Gott dienen, auch Maria dienen müssen; da nun aber die Engel und Menschen und alles, was im Himmel und auf Erden wohnt, Gott unterwürfig ist, so sind auch alle diese Geschöpfe Untertanen der allerseligsten Jungfrau Maria. Deshalb richtet denn auch der Abt Guerikus folgende Worte an Maria: Fahre fort, o Maria, fahre fort im Frieden zu herrschen, verwalte die Güter deines Sohnes, wie es dir gefällt; denn da du eine Mutter, da du eine Braut des Königs Himmels und der Erde bist, so gebührt dir, als einer Königin, die Herrschaft und die Gewalt über alle Geschöpfe.
Maria ist also eine Königin, aber zu unserem Troste müssen wir wissen, daß sie eine Königin von Sanftmut und Milde ist, die sehr geneigt ist, uns Elenden Gutes zu erweisen; deshalb will auch die heilige Kirche, daß wir sie mit dem Titel einer Königin der Barmherzigkeit begrüßen. (...) Seneca sagt, es gereiche den Königen und Königinnen zu höchster Ehre, den Armseligen zu helfen. Gleichwie die Tyrannen durch ihre Herrschaft ihr eigenes Wohlergehen bezwecken, so sollen die Könige nur herrschen, um das Wohl ihrer Untertanen zu befördern. Wenn ein König gekrönt wird, so bestreicht man sein Haupt mit Öl, dem Sinnbilde der Barmherzigkeit, um dadurch zu erkennen zu geben, daß er vor allen Dingen Milde und Wohlwollen gegen seine Untertanen üben müsse.
Demnach müssen die Könige es sich hauptsächlich angelegen sein lassen, Werke der Barmherzigkeit zu verrichten, jedoch dürfen sie deshalb nicht ganz vergessen, Strenge gegen die Schuldigen zu üben, wenn es Not tut. Nicht so Maria, die, obgleich sie eine Königin ist, dennoch nicht eine Königin der Gerechtigkeit, die darauf bedacht sein muß, die Übeltäter zu bestrafen, sondern eine Königin der Barmherzigkeit ist, die nichts anderes wünscht, als den Sündern Gnade und Barmherzigkeit zu gewähren (...)
Freuen wir uns denn, arme Kinder Adams, denn wir können überzeugt sein, daß wir im Himmel eine große Königin haben! (...) Welch schöne Anwendung macht deshalb Albert der Große von der Geschichte der Königin Esther, die ein Vorbild unserer großen Königin war, indem er dieselbe auf Maria bezog. Im vierten Kapitel des Buches Esther liest man, daß während der Herrschaft des Assuerus in seinem Reiche ein Befehl ausging, alle Juden zu töten. Da empfahl Mardochäus, einer der Verurteilten, das Heil der Seinen der Esther, damit sie den König bitte, er wolle seinen Befehl zurückrufen. Anfangs schlug Esther dies aus, weil sie fürchtete, den König nur noch mehr zu erzürnen. Da machte ihr Mardochäus Vorwürfe und sagte, sie müsse nicht darauf bedacht sein, sich selbst zu retten, da der Herr sie deshalb auf den Thron gesetzt habe, damit sie allen Juden zur Hilfe komme: "Glaube nicht, daß du nur dein Leben retten sollst, weil du im Hause des Königs bist vor allen Juden" (Esth 1, 13). 
So sprach Mardochäus zur Königin Esther, und so können auch wir arme Sünder zu unserer Königin Maria sprechen, wenn sie sich weigern sollte, uns von Gott die Befreiung von der Strafe, die wir verdient haben, zu erlangen: Glaube nicht, daß du nur dafür besorgt sein darfst, dein Leben zu retten, weil du im Hause des Königs bist vor allen Menschen. Meine nicht, o meine Königin, daß Gott dich zu einer Königin der Welt erhoben habe, damit du nur auf dein eigenes Wohl bedacht seiest, nein, er hat dich darum so hoch erhoben, damit du ein großes Mitleid habest mit uns Elenden und uns umso mächtiger helfen könnest ...
aus einer Predigt des hl. Alphons von Liguori über Maria, die Königin der Barmherzigkeit. In: Franz Carl Lanz (Hg.): Auswahl alter marianischer Predigten, Homilien und Unterweisungen für Stadt und Land. Erster Band. Schaffhausen 1854. S. 198 f.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Kraft und Hilfe - im Ausklang des Fronleichnamstages

Der hl. Ulrich von Zell exorziert während einer Heiligen Messe
einen Besessenen - Deckenbild in der Wallfahrtskirche 
St. Ulrich im Schwarzwald 
O salutaris hostia,
Quæ cæli pandis ostium,
Bella premunt hostilia;
Da robur, fer auxilium.
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Uni trinoque Domino
Sit sempiterna gloria:
Qui vitam sine termino
Nobis donet in patria.
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O heilbringende Opfergabe,
die du öffnest des Himmels Pforte:
Wir stehen unter Feindbeschuss,
verleihe Kraft und biete Hilfe auf!
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Dem Einen Dreifaltigen Herrn
sei immerdar Ehre erboten,
der uns in ewiger Heimat
das Leben schenkt.
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Amen
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Die beiden letzten Strophen des Hymnus Verbum supernum prodiens aus den Laudes des Fronleichnamstages.

Das Heilige den Heiligen - einige Gedanken zum exklusiven Charakter der Eucharistie

Vom Grabmal eines
Priesters - Freiburg-Kappel
In den letzten drei Lesungen der Matutin des heutigen Festes ergreift der heilige Augustinus das Wort. Er beginnt seine Deutung des Festevangeliums (Tract. in Joh. Ev. 26, 17) mit den folgenden Erwägungen:
Mit Speise und Trank wollen die Menschen ihren Hunger und ihren Durst stillen. Dies bewirkt in Wirklichkeit nur jene Speise und jener Trank, der die, die davon genießen, unsterblich und unverweslich macht, das ist die Gemeinschaft der Heiligen, wo Friede und volle Eintracht herrschen wird. Deshalb hat unser Herr Jesus Christus, wie schon früher Gottesmänner bemerkt haben, seinen Leib und sein Blut unter zwei Gestalten dargereicht, bei denen aus vielen Teilen eine Einheit entsteht. Das Brot wird ja aus vielen Körnern hergestellt, der Wein setzt sich aus dem Saft vieler Beeren zusammen ...
Die eucharistische Gabe übersteigt also das, was man früher einmal "Kommunionfrömmigkeit" nannte, wobei der Schwerpunkt in der individuellen Begegnung zwischen Gott und der Seele gesehen wurde. Das ist natürlich keineswegs falsch, solange über diese individuelle Communio hinausgedacht wird, was in früheren Zeiten vielleicht nicht immer genug geschah (deswegen war bereits vor dem Konzil diese "Kommunionfrömmigkeit" in Teilen der Kirche zunehmend verpönt und wurde hintertrieben; die Ergebnisse sehen wir wiederum heute in den vielfältigen Formen der Banalisierung und Degradierung des eucharistischen Mysteriums).
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Das Einswerden mit dem erhöhten Kyrios, welches uns Gläubigen in der Kommunion ermöglicht wird, hat seinen Zweck längst nicht darin, einige Momente in der Süße der Gottheit schwelgen zu dürfen. Sie dient vor allem dem Aufbau des Reiches Gottes, zielt, wie das Augustinus in seinem Traktat nahelegt, auf die "Gemeinschaft der Heiligen", die sich zusammenfindet in den vielen Gliedern des Herrenleibes, welche (wie das Brot aus vielen Körnen und der Wein aus vielen Beeren hervorgeht) in der Gemeinschaft mit Christus eben jenes Gottesreich bilden sollen - 'bilden" im Sinne von "aufbauen" - innerhalb der Zeit, bis es der Herr im Anbruch der Ewigkeit nach Ende der Zeit vollenden wird: "Unterpfand künftiger Herrlichkeit" nennt der hl. Thomas von Aquin nicht von ungefähr die Eucharistie in der Magnificat-Antiphon der zweiten Fronleichnamsvesper.
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"Das Heilige den Heiligen" ermahnte der Diakon in der Alten Kirche die Gläubigen vor dem Empfang der heiligen Kommunion: Dies ist eine Feier des Gottesreiches, eine Feier derer, deren "Wandel bereits im Himmel ist", von woher diese "den Retter, den Kyrios Jesus Christus" erwarten (vgl. Phil. 3, 20). Aus all dem erschließt sich der exklusive Charakter der Eucharistie: Sie ist das kultisch gefeierte Mysterium der bereits Geheiligten, jener, die sich schon entschlossen auf den Weg des Gottesreiches begeben haben - ihnen ist das "Brot vom Himmel" Stärkung, Gnade, Begegnung mit Christus, nicht zuletzt: Wegweisung. Es ist auch Heilung der Verwundungen, welche die Sünde dem Menschen geschlagen hat, dies aber insofern, als der Mensch der Sünde grundsätzlich bereits eine Absage erteilt hat, mag er im Einzelfall auch immer wieder straucheln und fallen. Nicht aber ist die Eucharistie ein Sakrament der Sünder, zu dem "alle" ausnahms- und bedingungslos eingeladen wären.
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Gewiß, Christus saß auch mit Sündern, Dirnen, feisten Pharisäern und Zöllnern zu Tisch, das Neue Testament berichtet uns mehrfach von den sogenannten "Sündermahlen" - nie aber, im diese in ihrem Tun zu bestärken, sondern um ihnen im Zeichen der Zuwendung einen Ansporn zu geben, sich auf den Weg zu machen aus der Knechtschaft und Sklaverei der Sünde. Ein Angebot übrigens, das keineswegs immer, wie manche Berichte nahelegen, angenommen wurde.
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Das Mahl aber, in dessen Rahmen der Kyrios die Eucharistie eingesetzt hat, war die Erinnerung an das viaticum, an die "Wegzehrung" einer bereits begonnenen Weggemeinschaft: es war das Pascha-Mahl, der Aufbruch Israels aus der Knechtschaft und Sklaverei Ägyptens - nicht nur ein "möglicher", sondern eine tatsächlicher Auszug. 
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Das Pascha greift somit über das Heils-"Angebot" Gottes weit hinaus, denn hier wird die Heilsdynamik bereits von beiden Seiten her kultiviert, angeschoben von der Seite Gottes, aufgenommen von der Seite der Menschen und in der (Bundes-) Gemeinschaft von Gott und den Menschen gemeinsam entschlossen fortgeführt. 
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So fest das eucharistische Mysterium an das Pascha Israels anknüpft, so locker sind die Berührungspunkte mit den Sündermahlen des Neuen Testaments. Genau genommen ist es nur der allgemeine Rahmen einer Mahlzeit, dem man eine gewisse Scharnierfunktion zusprechen könnte. Aber selbst dies bleibt fragwürdig, denn bei den Sündermahlen stand nicht zuletzt die leibliche Sättigung der Teilnehmenden mit im Fokus, derweil es sich bei der Stiftung der Eucharistie von Anfang an um eine eher symbolische Speisung handelt. Der Liturgiker Helmut Hoping bringt den Sachverhalt mithin ganz gut auf den Punkt, wenn er betont, die Eucharistie sei "nicht das Sakrament der Sünder, sondern der mit Christus und der Kirche Versöhnten" (Helmut Hoping: Mein Leib für euch gegeben. Geschichte und Theologie der Eucharistie. Freiburg 2011. S. 439 - ein sehr lesenswertes Buch übrigens).

Mittwoch, 29. Mai 2013

Der Logos, der heute noch zu uns herabsteigt - Fronleichnam

Das eucharistische Mysterium - Wandbild des Abendmahles
in der Liebfrauen-Basilika, Zürich
Das ist das Mysterium der Mysterien, daß die Braut nun teilhaben darf an der obersten und heiligsten Handlung des Herrn, an seinem Liebesopfer, in dem er sich betätigt als Priester in Ewigkeit, als Heiland und Erlöser, in dem er sich heiligte, um die Kirche zu heiligen. Jetzt, als ewig Vollendeter und Geheiligter, feiert er im Mysterium seinen Tod und seine Auferstehung. Nicht braucht er noch einmal zu sterben; er ist ja der Verklärte; nicht bedarf er noch einmal der Auferstehung; denn er sitzt zur Rechten Gottes. Aber aus Liebe zu seiner Kirche feiert er all das - sein Sterben und Auferstehen - im Mysterium, damit die Kirche aller Zeiten von seinem Kreuze Heiligkeit ernten kann. 
Deshalb berichtet uns Methodius von Philippoi in herrlichen Worten von dem "Logos, der heute noch zu uns herabsteigt und in Ekstase liegt, wenn wir seines Leidens gedenken; denn anders könnte die Ekklesia die Gläubigen nicht empfangen und neugebären durch das Bad der Wiedergeburt, wenn nicht auch um dieser Willen Christus sich entäußerte und sich erfassen ließe bei der Wiederhinstellung seines Leidens und nochmals stürbe und vom Himmel käme und seinem Weibe, der Kirche, anhinge und aus seiner Rippe Kraft darböte, damit alle emporwachsen können, die in ihm gegründet sind, die Söhne des Taufbades, von seinem Gebein und Fleisch, das heißt von seiner Heiligkeit und Herrlichkeit empfangend" (Symposion III, 8).
Liebe zur Kirche also führt den Heiland zur Einsetzung dieses Mysteriums; Liebe aber treibt auch die Kirche, dieses Mysterium zu feiern. Denn im Mysterium ist ihr Gelegenheit gegeben, ihrem Bräutigam seine Liebe zurückzugeben. Sie feiert das Mysterium, sie feiert es mit ihm und er mit ihr.
Odo Casel OSB: Mysterium der Ekklesia. Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Christus Jesus. Mainz 1961. S. 201 f.

Dienstag, 28. Mai 2013

¶ Sententiæ XXXIII und XXXIV

Der Bund ist der innere Grund der Schöpfung und die Schöpfung ist der (...) äußere Grund des Bundes (Karl Barth).
Innerhalb des Kosmos ist die Ekklesia die erste Blüte, um derentwillen alles andere ins Dasein gerufen wurde (Odo Casel OSB).

Montag, 27. Mai 2013

Zu wenig Figürchen und Eckchen

In einer Kirche muß man auch weinen können. In einer Kirche muß man sich auch vor anderen verstecken können. Die Tageshelle, die arenenhafte Winkellosigkeit der modernen Kirchen hat etwas Grausames. Wir hatten früher zuviel Dämmer und Schummer, zuviel Kapellchen, Figürchen und Eckchen, zuviel Privates in unseren Gotteshäusern - dafür haben wir jetzt zuwenig. Denn täuschen wir uns nicht: warum sagen denn die Leute, sie gingen in die Kirche, um richtig beten zu können und um sich Trost zu holen? Weil sie zuhause keinen Gebetswinkel mehr haben.
Alfons Kirchgässner: Selbstkritische Notizen eines Liturgen. In: Liturgisches Jahrbuch 1959.
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Über 50 Jahre später, nachdem man die Menschen nach allen Regeln der Kunst fortschrittlich katechetisiert hat, haben viele Zeitgenossen zuhause zwar noch immer keine Gebetswinkel (zumindest keine christlichen), aber sie gehen auch weit weniger in die Kirche, "um richtig beten zu können". Täten sie es, sie stünden oft vor verschlossenen Türen ...

Sonntag, 26. Mai 2013

Vom Geheimnis zum Mysterium - der Eine Dreifaltige Gott

Der Eine Dreifaltige Gott - Deckenbild von Johann Pfunner
im Chor der Pfarrkirche St. Alexius zu Herbolzheim
 
Der Eine Dreifaltige Gott ist ein Geheimnis - und womöglich jenes, das den menschlichen Geist am meisten herausfordert. Das mag zum einen daran liegen, daß andere Geheimnisse im Gefüge des Glaubens uns eingängiger scheinen, weil sie in Bildern, die wir archetypisch nennen, vorausgezeichnet worden sind, etwa die Sehnsucht nach einer Speise, die wirklich den Hunger überwindet, die Sehnsucht nach Wasser, das wahrhaft und umfassend zu reinigen vermag, die Sehnsucht nach dem von Makel und Schuld bewahrten Menschen. 
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Der Eine Dreifaltige Gott aber steht dem menschlichen Empfinden entgegen, da wir uns Natur und Wesen und Person nur in einer geradezu eindimensional zu nennenden "Einheit" vorstellen mögen, insofern das eine Wesen über die eine Natur in einer einzigen Person verfügt. 
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Die Ekklesia wiederum nimmt diese Begriffe, Wesen - Natur - Person, auf und versucht, diese im Blick auf Gott in das richtige Verhältnis zueinander zu setzen; jedoch gewinnt man, blättert man ein wenig in der Dogmengeschichte, den Eindruck, es gehe dabei vor allem darum, abzuklären, wie man sich den Einen Dreifaltigen Gott nicht vorstellen soll, als darum, diesem Gott in die Karten zu schauen und seiner Existenzform auf den Grund zu gehen. Bilder wurden gezeichnet und Vergleiche gezogen, nicht Weniges wurde alsbald wieder verworfen, die Unzulänglichkeit des Erkannten immer wieder betont.
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Als betende Ekklesia bekennt sie zuletzt mit Paulus - und man könnte das beinahe als trinitarische Formel lesen - mehrfach in der Liturgie des heutigen Hochfestes: "O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte, wie unerforschlich seine Wege!" (Röm 11, 33): Der Reichtums im Vaters, die Weisheit im Gekreuzigten, der der erhöhte Kyrios ist, die Erkenntnis im Heiligen Pneuma - und all das gleich-ewig vernüpft in jener Tiefe, in welche menschlicher Geist nicht schauen kann: - verknüpft "nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in der Dreifaltigkeit einer Wesenheit" (Präfation des heutigen Festes).
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Das Geheimnis des Einen Dreifaltigen Gottes erschließt sich nicht dem Verstand, wohl aber dem Glauben, indem es vom "theologischen" Geheimnis übergeht in das Mysterium, in welchem sich die Liebe Gottes uns Menschen mitteilt, sich an uns vollzieht und von uns beantwortet wird, sofern wir uns von diesem Mysterium erfassen lassen. So werden wir, wie es die deutsche Mystik einst auszudrücken versuchte, immer weiter, immer tiefer in Gott "eingebildet", nehmen Anteil am Leben Gottes und an seiner sich stets verströmend überströmenden Liebe.

Handwerk hat goldenen Boden ...

... und greift manchmal sogar ganz weit aus: "Wo Werte für die Ewigkeit erschaffen und erhalten werden, sind deutsche Handwerker gefragt" konstatiert im Kleingedruckten die Kampagne Das Handwerk (hier) und wartet dazu - gesehen heute in der Bild am Sonntag - mit folgender Anzeige auf, die ich sehr sympathisch finde:
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Samstag, 25. Mai 2013

Großes liegt hinter uns, Großes noch vor uns!

Mit der Non, dem nachmittäglichen Stundengebet wurde heute der Osterfestkreis beschlossen. Nun beginnt wieder die Zeit per annum, durch das Jahr. Der Blick richtet sich auf das Wachsen der Gottesreiches in der Zeit und auf die Erwartung des zweiten Kommens unseres Kyrios. Die Zäsur des heutigen Tages wird auch darin deutlich, daß man zur Vesper des Hochfestes des Einen Dreifaltigen Gottes zum zweiten Band des Breviarium greifen muß. Ich war eine Weile mit Suchen beschäftigt.
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Der erste, dieser nun vergangene Teil des Kirchenjahres wird vor allem durch die Vergegenwärtigung der Erlösungstat Gottes in der Menschwerdung und im Heiligen Pascha geprägt. In der Matutin des heutigen Festes, wenn wir schon jetzt einen Blick darauf werfen, greift die betende Ekklesia mehrfach das Trishagion auf, mithin eine Stelle, die uns vor allem aus der Feier des eucharistischen Opfers vertraut ist und in dem auch das folgende Wort seinen Platz hat:
Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit!
Zuletzt feierten wir das hohe Pfingstfest und bekannten das schöpferische Pneuma Gottes als den Herrn, der lebendig macht, und uns als Geschenk mitgegeben wurde ...
Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit!
Nun schreiten wir in den zweiten Teil dieses Kirchenjahres, dieses Heilsjahres, und tragen einen großen Schatz in, wie man gerne sagt, irdenen Gefäßen dem Kyrios entgegen. Wir können absehen, daß es immer wieder Phasen geben wird, in denen wir stocken werden im Fortschreiten, in denen uns andere Wege reizvoller erscheinen, in denen wir fallen werden und uns wieder aufrappeln müssen. Sein Pneuma leite uns auf diesem Weg, und Unsere Liebe Frau und die Heiligen mögen mit ihrer Fürsprache uns alle begleiten!

Freitag, 24. Mai 2013

SIE gestern in der Straßenbahn

Auf Schusters Rappen bin ich es gewohnt, die Obliegenheiten des Alltags mit eher forschem Schritt anzugehen. Alles, was dann im Weg steht, stört. Touristen, die vor mir in Unzahl durch die Stadt trotten? Ich werde zum Tier! Zeitgenossen, die ausgerechnet dort stehenbleiben, wo es, etwa vor diesen lahmen Rolltreppen, ohnehin eng ist? Ich laufe innerlich Amok! Kaufleute, die schmale Gehsteige mit überflüssigen Gestellen und Gelumpe befrachten? Schenkt mir eine Panzerfaust!
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Und dann kam gestern SIE. SIE stieg am Bertoldsbrunnen, Stadtmitte, in die Straßenbahn; ich saß schon drin. Stieg? Nein, hechtete allen voran in die Bahn, aber nur, um sofort, noch im Türbereich, stehen zu bleiben und die Lage zu sondieren. Wo ist der beste Platz? SIE trug einen roten Blazer, der falsch zugeknöpft war, rote, aber schon etwas abgewetzte Schuhe, eine schwarze Hose und eine Jacke von goldbronzenem, etwas blassem Schimmer. Ob die Bräune um die zu rot bemalten Lippen vom Solarium oder vom Schminktopf rührte, mochte ich nicht entscheiden. Die blonden Haare schienen mir jedenfalls nicht übermäßig echt, zudem passten "style" und Altersklasse (deutlich jenseits der 50) meines Ermessens keineswegs zusammen und überhaupt behagte mir die ganze Visage nicht - es reichte also ein Blick ... und der Umstand, daß SIE, nur um nach dem besten Platz zu geiern, an einer Stelle stille stand, wo man perfekt im Weg rumsteht, dies reichte also aus ... Was für eine blöde, aufgetakelte Schnepfe! Zum fremdschämen! Das Urteil stand ... mit.
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SIE ging dann weiter. Na, Gnädigste, haben wir den Betrieb nun genug aufgehalten und einen Platz erspäht, der hinreichend pläsiert? Während ich noch in meinen finsteren Gedanken herumtrollte, stand SIE plötzlich wieder in meinem Blickfeld. Mit einem Fahrschein in der Hand. SIE hatte nicht nach dem bequemsten Plätzchen, sondern offenkundig nach dem Fahrscheinautomaten gesucht. Innerlich zog ich meine tumbe Rübe ein und fing an, mich zu schämen, jetzt meinetwegen.
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Zwischenzeitlich waren natürlich alle Plätze belegt. SIE hatte nur noch einen Stehplatz. Ich habe kurz erwogen, ihr meinen Sitz anzubieten, quasi als Bußübung und zu latenter Wiedergutmachung ... aber man bereitet Frauen, die, sagen wir mal, ihr Bestes (oder, nun ja, vermeintlich Bestes) versuchen, um nicht ältlich auszusehen, in der Regel keine wirkliche Freude, wenn man Ihnen einen Platz anbietet, wie es sonst nur bei alten Weiblein angezeigt scheint. Der Zwiespalt löste sich an der übernächsten Haltestelle von selbst ... ein Platz wurde frei. SIE mußte sich nun nicht mehr die Beine in den Bauch stehen.
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Komischerweise sah SIE, oder sagen wir nun besser: Sie ... also Sie sah auch überhaupt nicht mehr so unmöglich aus wie noch kurz zuvor. Eigentlich doch ganz sympathisch - mir kam irgendwann Mt 7, 1 in den Sinn, dann war ich an meinem Ziel, zumindest vorläufig.

Meine Antwort ...

... auf die aktuelle Wetterlage: Härdäppfl-Suppe!
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Maialtäre 2013 - Herbolzheim im Breisgau

Heute ehrt die Ekklesia Unsere Liebe Frau ganz besonders unter dem Titel Maria, auxilium christianorum - "Maria, Hilfe der Christen". Wir kennen diese Anrufung vor allem aus der lauretanischen Litanei - als Dank für die Befreiung aus der napoleonischen Gefangenschaft setzte Pius VII. im Jahr 1814 heute einen entsprechenden Festtag ein. Dazu der Maialtar aus der Pfarrkirche St. Alexius in Herbolzheim und die Bitte, die Gottesgebärerin sei uns Schutz und Schirm in allen Gefahren!
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Mittwoch, 22. Mai 2013

200 Jahre Richard Wagner

Es weilet und wohnt, es waltet 
ein Wagnerianer im Wesen, 
weswegen wiederkehrende Wonne 
des wunderwaltenden Wiegtags
in zweier Jahrhunderte Wandel 
nicht ungewaltet auf weblicher Seite 
vorüber sich unverwundt wende; 
ein Frühwerk wohl, es werde aufgetan:
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Gebet des Rienzi aus dem fünften Aufzug der Oper Rienzi, der Letzte der Tribunen:
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Allmächt’ger Vater, blick herab!
Hör mich im Staube zu dir flehn!
Die Macht, die mir dein Wunder gab,
laß jetzt noch nicht zugrunde gehn!
Du stärktest mich, du gabst mir hohe Kraft,
du liehest mir erhabne Eigenschaft:
zu hellen den, der niedrig denkt,
zu heben, was im Staub versenkt.
Du wandeltest des Volkes Schmach
zu Hoheit, Glanz und Majestät!
O Gott, vernichte nicht das Werk,
das dir zum Preis errichtet steht!
Ach, löse, Herr, die tiefe Nacht,
die noch der Menschen Seelen deckt!
Schenk uns den Abglanz deiner Macht,
die sich in Ewigkeit erstreckt!
Mein Herr und Vater, o blicke herab!
Senke dein Auge aus deinen Höhn!
(Die Kraft, die mir dein Wunder gab,
laß jetzt noch nicht zugrunde gehn!
Allmächt’ger Vater, blick herab!
Hör mich im Staube zu dir flehn!)
Mein Gott, der hohe Kraft mir gab,
erhöre mein tiefinbrünstig Flehn!

Süßer als Honigseim: Das Rechte verkosten

Deus, qui corda fidelium Sancti Spiritus
illustratione docuisti:
da nobis in eodem Spiritu recta sapere
et de eius semper consolatione gaudere.
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So lautet die gewiß bekannteste Oratio um den Beistand des Heiligen Pneumas. Wir bekennen, Gott habe die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Pneumas unterwiesen. Aus diesem Grund bitten wir alsdann, dass er uns in demselben Geist das Rechte erkennen lasse und wir uns in der Tröstung dieses Geistes immerdar freuen mögen.
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Bemerkenswert ist die Wendung, wir mögen durch das Heilige Pneuma "das Rechte erkennen": recta sapere. Die Übersetzung ist korrekt; schürfen wir aber in die Tiefe der Bedeutung des lateinischen sapere, so stoßen wir auf einen ursprünglicheren Sinn - sapere bedeutet in erster Linie "schmecken" oder auch "verkosten". Da nun die Alten mit der Erkenntnis des Wahren, des Rechten geradezu eine Genußerfahrung postulierten, wuchs dem Wort sapere die Bedeutung "erkennen" zu. Dahinter stand der Gedanke, daß allein das Wahre wohlschmeckend sein kann und beispielshalber etwas nur schön ist, insofern es in der Wahrheit steht. Ist dem aber so, dann erkennt der Geist nicht nur einen Sachverhalt, sondern er genießt die Fülle, die sich ihm hierbei erschließt.
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Recta sapere - das Rechte verkosten: Dahin zu kommen, bedarf unsere von der Sünde verwundete Natur des Beistandes des Heiligen Pneumas; dann können wir mit dem Psalmisten sprechen:
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Wie süß sind meinem Gaumen deine Worte,
weit süßer meinem Mund, als Honigseim (Ps 118, 103).

Dienstag, 21. Mai 2013

Maialtäre 2013 - Freiburg-Kappel

Den Himmelfahrtstag hatte ich auch genutzt, um einmal die kleine barocke Pfarrkirche St. Peter und Paul in Freiburg-Kappel näher unter die Lupe und vor die Linse zu nehmen. Das Rote Kreuz veranstaltete zudem einen kleinen Hock, so daß obendrein für das Mittagessen gesorgt war. Da ich nun im aktuellen Vatican magazin (vgl. hier) Elsas Artikel (vgl. hier) über Ida Friederike Görres gelesen habe, beiße ich mich allerdings ein wenig in den Hintern, daß ich zu faul war, den Thérèse-de-Lisieux-Schmöker der Görres für zwei Euro aus der wohltätigen Wühlkiste einzusacken und heimzutragen. Hier nun der Maialtar:
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¶ Sententiæ XXXII

Laßt uns, rät der heilige Kirchenlehrer und Bischof Athansius, 
die ursprüngliche Überlieferung sowie die Lehren und den Glauben der katholischen Kirche betrachten, den der Herr gegeben, die Apostel verkündet und die Väter bewahrt haben. Denn darauf ist die Kirche gegründet, und wer aus ihr herausfällt, der kann wohl weder ein Christ sein noch so genannt werden (ep. Serap. 1, 28).

Montag, 20. Mai 2013

Franziskus und Benedikt gemeinsam ...

... in diesem Fensterpaar in der Kapelle St. Theresia in Basel. Eines muß man den Piusbrüdern ja lassen - so manches, was in Rom geschieht, schmeckt ihnen nicht, aber in diesem Fall hatten sie schon lange im voraus offenbar den richtigen Riecher ... ;-)
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Sonntag, 19. Mai 2013

Maialtäre 2013 - Piusbruderschaft in Basel

Beklagenswerter Weise ist einzuräumen, daß die Basler Pfarrkirche St. Anton, der gastfreundliche Ort unserer außerordentlich "alten" Messen, keinen "ordentlichen" Maialtar hat. In der Nebenkapelle gibt es ein Bild Unserer Lieben Frau, dem die Gläubigen das ganze Jahr über Blumen bringen, aber als "Maialtar" kann man das kaum durchgehen lassen. Daher habe ich mich auf dem Heimweg ein wenig bei der "Konkurrenz" umgeschaut - in der Kapelle St. Theresia der St. Piusbruderschaft ...
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Pfingstlektüre vom Bahnhofskiosk

Üblicherweise stecke ich mir für die Fahrt nach Basel ein Buch ein. Das hatte ich heute vergessen; die Gratis-Sonntags-Postille, die ich ebenfalls mitnehme, war zudem noch nicht im Briefkasten (kein großer Verlust, mich interessieren zumeist ohnehin nur die reingewickelten Prospekte). So saß ich in der Straßenbahn - kein Buch, keine Sonderangebote im Bündel. Ein Fall für den Bahnhofskiosk! Dort konnte ich mich aber nicht recht zwischen zwei Heften entscheiden - also nahm ich beide:
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Ehe mir jetzt die friedensbewegten Kirchentags-Kartonhocker den Rost runtermachen, sei eines betont: Ich halte die Kombination von Vatican magazin ("Schönheit und Drama der Weltkirche") und Visier ("Das internationale Waffen-Magazin") für ethisch weitaus unbedenklicher als etwa die Lektüre von Vatican- und Sankt Pauli Magazin, auch wenn beides auf den ersten Eindruck hin besser zueinander zu passen scheint.
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Schlägt's jetzt 13? Nun denn, wer den Vergleich ebenso haarsträubend findet wie die getroffene Wahl, dem ist nur mit einem Zitat zu helfen, mit dem ich mich aus eben jenem Vatican magazin munitioniere - ein Wort von Nicolás Gómez Dávila ... ganz großes Kaliber:
Seelen, die nicht Schauplatz von Konflikten sind, sind leere Bühnen. Jede Übereinstimmung ist öde. 

Vom heiligen Pneuma vollendet - der hohe Pfingsttag

Die Herabkunft des Heiligen Pneumas - Wand-
 behang im Herz-Jesu-Kloster, Freiburg
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... Das Pneuma ist die Vollendung wie der heiligsten Dreifaltigkeit so auch des göttlichen Heilsplanes. Frucht dieses gewaltigen Mysteriums aber ist die Ekklesia, die Kirche, als die vom Vater Auserwählte und vom Sohne durch sein Blut Erlöste; sie wird vom heiligen Pneuma vollendet in der Heiligung. Der Geist schenkt ihr die Heiligung der dreifaltigen Gottheit, die Christus, der Erhöhte und zum Pneuma Gewordene, ihr durch sein Hohepriestertum zufließen läßt. Er ist ja das Haupt der Kirche, und von ihm aus strömt das göttliche Pneuma durch alle Glieder, schafft sie um zu dem einen Leib in dem einen Pneuma (...).
So hat denn an Pfingsten der erhöhte Herr sich seine Kirche geschaffen als seinen Leib und seine Braut und sich mit ihr vermählt durch die Mitteilung der göttlichen Lebenskraft. Der einzelne, der das Leben Gottes finden will, muß zur heiligen Mutter Kirche gehen.
"Denn diese Gabe Gottes ist der Kirche anvertraut worden, gleichsam zur Einhauchung in die Schöpfung, damit alle ihre Glieder durch seinen [das heißt des Pneumas] Empfang belebt werden; denn in ihr ist niedergelegt die Gemeinschaft mit Christus, das ist das heilige Pneuma, die Brautgabe der Unverweslichkeit, die Festigung unseres Glaubens und die Leiter für den Aufstieg zu Gott. In der Ekklesia nämlich, heißt es (vgl. 1 Kor 12, 28), hat Gott Apostel, Propheten, Doktoren und all die übrigen Ämter des Pneumas eingesetzt. An ihm nehmen nicht teil, die nicht zur Ekklesia eilen, sondern sich selbst durch schlechtes Denken und böses Handeln um ihr Leben betrügen. Denn wo die Ekklesia ist, da ist das Pneuma Gottes, und wo das Pneuma Gottes ist, da ist die Ekklesia und alle Gnade. Das Pneuma aber ist die Wirklichkeit. Die das Pneuma nicht aufnehmen, empfangen von den Brüsten der Mutter keine Nahrung zum Leben, noch das vom Leibe Christi ausgehende hellsprudelnde Quellwasser, sondern graben sich durchlöcherte Zisternen aus Erdlöchern (vgl. Jer 2, 13) und trinken aus dem Schlamme stinkendes Wasser. Sie fliehen vor dem Glauben der Kirche, damit sie nicht überführt werden, und lehnen das Pneuma ab, damit sie sich nicht belehren zu lassen brauchen (Irenaeus, Adv. haer. III 24, 1).
Da aber das Pneuma als die Lebenskraft der Kirche eine Frucht der Passion und der Auferstehung des Herrn ist, so ist auch die Gründung der Kirche in letzter Linie Ergebnis des Pascha-Mysteriums ...
Odo Casel OSB im Beitrag Pfingsten in der Liturgischen Zeitschrift 3 (1930/31). Hier aus: Mysterium der Ekklesia. Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Christus Jesus. Mainz 1961. S. 307 f.
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Allen ein gesegnetes Pfingstfest!

Samstag, 18. Mai 2013

Wir warten auf bessere Zeiten?

Nun denn, der hohe Pfingsttag ist angebrochen und ich habe die erste Vesper verpennt, alldieweil ich mich "kurz" aufs Ohr gelegt hatte und weggeknackt bin ...
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Mhh, noch eine kleine Anmerkung angesichts der Kommentare zum vorangehenden Beitrag: Die herzlieblichsten Täublein mögen meinethalben "intelligent und anhänglich" (Bellfrell) sein und sich eben durch "große Treue" (Braut des Lammes) auszeichnen - klingt für mich eher wie eine Drohung, daß ich die Viecher überhaupt nicht mehr loswerde. Vorher randalierten zwei im Dachkähner ...
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Früher hatte ich mal eine Luftpistole. .. na dann: Frohe Pfingsten!

Wir warten jetzt mal nicht aufs Essen

Sondern aufs Umblättern.
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Wir warten aufs Mittagessen

Fünf vor Zwölf vor meinem Küchenfenster ... 
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Wenn ich mit vorstelle, daß andere diese Viecher "geschenkt" bekommen - unvorstellbar! Bellfrell hat trotzdem einige sehr sympathische Bilder aufgetan (hier).

Wir warten aufs Frühstück

Heute Morgen auf dem Weg zum Bäcker ...
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Freitag, 17. Mai 2013

Identitätsverlust (mit Rätsel!)

Manchmal liest man was und hat den Eindruck, der Autor beschreibe die Gegenwart und habe versehentlich zu den falschen Tempora gegriffen:
... Die überkommenen Glaubensformulierungen wurden keineswegs negiert, sondern oft nur anders interpretiert ... Die allmähliche Umformung des Glaubens in ein schillerndes Gefüge von Bildern, die zunehmende Auflösung der biblisch bezeugten Ereignisse in bloße Mythen und Metaphern stürzten die Kirche in ihre bislang schwerste Krise. Eine Besinnung auf bleibende Fundamente und maßgebliche Orientierungspunkte des Glaubens wurde nötig, sollte das Christentum nicht unmerklich seine Identität verlieren. Es ging um die Sicherung des einmal ergangenen Offenbarungswortes gegenüber dessen willkürlicher Auflösung in der ...
... in der
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a) katholischen Universitätstheologie.
b) Beschlußlage der Freiburger Diözesanversammlung.
c) Nachfolge diverser Priestermemoranden.
d) Führung von bdkj und kdf.
e) EKD.
f) Dialogprozession.
g) Schwabbel- und Tintenfischökumene.
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Wie geht der Satz wohl weiter? Vorschläge per Kommentar sind willkommen! Vielleicht weiß auch jemand, wie das Zitat richtig zu Ende zu führen ist? Kleiner Tipp: Es stammt aus der Theologie der Kirchenväter von Michael Fiedrowicz.

Übermorgen ...

... ist Pfingsten! Mama Natur und der nadelige Busch draußen von der Firma, so mein Eindruck, wollen mir aber weismachen, daß in Kürze mit Weihnachten zu rechnen sei ...
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Donnerstag, 16. Mai 2013

Hier muß ich Guardini widersprechen ...

... cum grano salis jedenfalls - dieser Tage nahm ich Romano Guardinis Buch Besinnung vor der Feier der Heiligen Messe wieder einmal in die Hand - insgesamt ein, wie ich finde, sehr anregendes Buch, auch wenn es seinerzeit für Irritationen sorgte, da man im zweiten Teil ("Das Wesen der Heiligen Messe") angesichts der Betonung des Herrenmahls den Opfercharakter der Feier nicht hinreichend gewürdigt fand. Der erste Teil trägt die Überschrift "Die Haltung" und hebt mit einem Kapitel über "Die Stille" an. Guardini rät, äußerlich wie innerlich still zu werden und spart auch Kritik an der Unruhe nicht aus, die etwa durch Husten und Rumrutschen in der Kirchenbank entstehen kann:
Der eine sagt: "Ich kann das Husten nicht bezwingen", der andere: "Ich kann nicht ruhig knien" - wenn sie aber in einem Konzert oder Vortrag sitzen und werden gepackt, dann vergessen sie alles Husten und Rücken, und im Saal entsteht jene Stille, die zum Schönsten gehört, was es überhaupt gibt: der Raum des Lauschens, worin die schönen und wahrhaft wichtigen Dinge hervortreten ... Nein, man muß die Stille ernstlich wollen und sie sich auch etwas kosten lassen.
Nun ja. Ich erinnere mich an einen Abend, der mich, schon länger her, in die Bayerischen Staatsoper führte. Auf dem Programm stand Bellinis Belcanto-Preziose I Puritani und auf der Bühne Edita Gruberova, was so ziemlich die schönste Kombination war, derer man vor einigen Jahren habhaft werden konnte. Ich war gepackt! 
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Das änderte freilich wenig daran, daß mir ausgerechnet vor "O rendetemi la speme - Qui la voce", der großen Soloszene der Elvira, eine Kröte in die Gurgel sprang. Wer auch nur halbwegs Ahnung von dieser Oper hat und Edita Gruberova nicht für eine böhmische Hausfrau hält, der ahnt, wie oberhochnotpeinlich es ist, ausgerechnet jetzt von einem Hustenreiz heimgesucht zu werden. Da würde man die Stille, die den "Raum des Lauschens" schafft, nicht nur ernstlich wollen, sondern beinahe schon das Leben dafür hingeben - die Umhersitzenden würden einem andernfalls ohnehin spätestens in der Pause lynchen, bekäme man den Reflex nicht unter Kontrolle. Irgendwie ist mir das dann auch gelungen; aber so einfach, wie sich das Guardini ausgemalt hat, war es nicht!
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Hier kann man sich einen Eindruck von dieser Szene verschaffen ... und wer wissen will, wie grandios sich die Gruberova ins Zeug werfen konnte, sollte sich vor allem auch die Cabaletta "Vien diletto" (ab 5:02) anhören:
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Der Patron der Kinder - Sankt Ubald


Der hl. Bischof Ubald - Kapelle St. Wolfgang
auf dem Thurner / Schwarzwald
Auf einigen Seiten wurde heute bereits der hl. Johannes von Nepomuk erwähnt; weniger bekannt - obgleich im Missale Romanum der außerordentlichen Form des römischen Ritus heute "weltkirchlich" mit einem Festtag bedacht -  ist der hl. Ubald, während dreier Jahrzehnte im 12. Jahrhundert Bischof von Gubbio. Die Überlieferung preist seine Sanftmut, seine Lauterkeit und eine bescheidene Lebensführung. Als Waisenkind aufgewachsen, ist Ubald Patron der Kinder. Auch soll er wiederholt Menschen von unreinen Geistern befreit haben, weswegen der hl. Ubald überdies bei Nervenleiden, Fallsucht (Epilepsie) und Besessenheit angerufen wird.
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Hier in der Region läuft man Bildern und Erinnerungsorten dieses Heiligen ab und an über den Weg, was womöglich damit zusammenhängt, daß im elsässischen Thann eine Fingerreliquie des hl. Ubald bewahrt wird. Seine Fürsprache helfe uns, wenn wir das Gefühl haben, mit dem Leben nicht mehr fertig zu werden.

Maialtäre 2013 - Freiburg-Bischofskreuz

Man hat manchmal Tage, die sich seltsam anfühlen, sozusagen. So einen hatte ich heute. "Tante Antonie" ist vor einigen Tagen verstorben und wurde am Nachmittag beerdigt. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, um welche Ecken ich mit ihr verwandt bin. Mein Kontakt zu ihr war eher lose - zumal sie nicht in Freiburg lebte und ich nicht einmal weiß, wann ich ihr zuletzt begegnet bin -, aber verbunden genug, um die Widerfahrung von Zusammengehörigkeit zu schaffen. Meine Schwester ist zum Begräbnis gefahren, Antonie war ihre Taufpatin. Ich kann mich noch an ihre Worte erinnern, als ich sie zuletzt, auch schon länger her, angerufen hatte: "Vergesst mich nicht ..." Heute am Weg habe ich Antonie in St. Albert der Fürsprache Unserer Lieben Frau anvertraut. Vielleicht mögt auch ihr sie kurz ins Gebet einschließen - Danke!
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Mittwoch, 15. Mai 2013

Einwurf ... Wer bewegt sich wovon weg?

Starr und unbeweglich sei die Kirche. Das schwatzen uns die "Reformer" beständig ins Ohr, um im nächsten Moment darüber zu klagen, die Kirche entferne sich immer mehr von den Menschen ... sehr bemerkenswert!

Dienstag, 14. Mai 2013

Bloggertreffen - die Analyse, warum da nix bei rauskommen konnte!

Über das wochenendliche Bloggertreffen - nach dem Vorbild einer Veranstaltung, die in hiesigen Breiten vorweg über die Bühne ging, wäre ich wohl geneigt, einer "Bonner Blogozesanversammlung" das Wort zu reden, hätte, ach Wehe! Sich bei hiesiger Gelegenheit nicht ein waschecht Wechselbalg der Begriffe bemächtigt - ... also über das jüngste Bloggertreffen zu Bonn, so wollen wir's nun nennen, ward schon viel und ausführlich berichtet  auf vielen und maniglichen Seiten, weshalb allen, die so getan, gedankt sei und sie sich darob magnifiziert muten mögen.
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Natürlich kann man, meine Überzeugung, nur fundiertest darüber schreiben, wenn man nicht dabei war. Ihr wisset um den berühmten Außenblick, die Draufsicht bar aller Scheu und Scheuklappen, die allein der zutage treten lassen kann, der jedweder Verstrickung ledig ist, alldieweil die Anwesenden sich haben blenden und betören lassen, wie die konservativen Blogger, die gewiß Kreide fraßen, oder die Macher von katholisch.de, die Glauben machen wollen ...
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... oder wollten - zumindest daran, daß katholisch.de irgendwas mit katholisch oder so zu tun habe. Kleiner Scherz! Aber - träufelt und trieft es nicht aus allzu vielen Zeilen in den Nach- und Blütenlesen dieses rheinischen Konvents, wie weit Verständnis und Respekt der jeweils anderen Seite zu zollen sei? Versöhnte Verschiedenheit, soll das die Währung sein, die auszumünzen letzten Endes man beschlossen, daß andere hernach im Überfluß sich noch und noch viel mehr den Leser hochgetrabt bedrücken müssen, obschon sie nicht dabei gewesen?
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Zu viel! Zu viel! O daß ich nun erwachte! sang Tannhäuser einst gen Venus an, wie Sankt Wagner es uns hinterlassen, überreizt von den Liebkosungen, die ihm, dem Ritter, im Venusberg zuteil geworden. 
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Zu viel! Zu viel! Mögen wir nicht von Herzen hierin eher einstimmen? Führt uns doch dies Wort in die Wende, was wirklich, wie uns frommt, wichtig gewesen weiland am Wochenende, da es raunend zeigen will, was von all dem Zauber zu halten sei, entzaubert man ihn denn. Bei einer Lieblingsbloggerin (hier) nahm Fährte ich auf:
1971 wurde die katholische Bildungsstätte des Bistums Köln von "Liebfrauenhaus" in "Haus Venusberg" umbenannt.
Aha! Da haben wir's! Ein Tor und tumb, wem nun nicht durch der Nebel Not allnötig Worte nahen vom Ende des Tannhäuser und Licht uns leuchten lassen; Finale dritter Akt ...
Tannhäuser: Zu dir, Frau Venus, kehr ich wieder, in deiner Zauber holde Nacht; zu deinem Hof steig ich darnieder, wo nun dein Reiz mir ewig lacht! Wolfram: Halt ein! halt ein! Unsel'ger! (...) Tannhäuser: Entzücken dringt durch meine Sinne, gewahr ich diesen Dämmerschein! Dies ist das Zauberreich der Minne, im Venusberg drangen wir ein! Venus: Willkommen, ungetreuer Mann ...
... und so weiter. Das Bohei währt eine Weile, bis Wolfram aufschlägt:
Ein Engel bat für dich auf Erden, bald schwebt er segnend über dir! Venus: Zu mir! Zu mir! Wolfram: Elisabeth! Tannhäuser: Elisabeth! Chor: Der Seele Heil, die nun entflohn dem Leib der frommen Dulderin! Wolfram: Dein Engel fleht für dich an Gottes Thron, er wird erhört: Heinrich, du bist erlöst! Venus: Weh! mir verloren ...
Elisabeth ist, so die Rezeptionsgeschichte am Rande notiert, eine Marienrepräsentation. 
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Tannhäuser kehrt um und stirbt gleichfalls, aber zuvor wird ihm noch der "Stab aus Priesters Hand" gebracht, der sich wider aller Erwarten mit "frischem Grün" geschmückt hat: "Der Gnade Wunder Heil!"
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Was also, frank und frei und frech und fromm und Frau und Mann gefragt, was ist davon zu muten, ja was zu erwarten, wenn Was! Wenn es Vertretern der Blogozese pläsiert, in einem Haus zu konvenieren, welches Was! Weiland den Titel Unserer Lieben Frauen trug und nun! Was? Ruchlos der Name! "Haus Venusberg" geheißen wird, all das und obendrein mit dem Segen der kirchlichen Oberen? Was kann da! Ja was? Schon Gutes dabei rauskommen!
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So bleibt allein, ein Resumée zu ziehen, indem geschliffen ein Verdikt gesprochen werden muß! Wie soll auch, was, da des Meisters Werk konterkarierend, nicht einmal als legitimer Beitrag zum Wagner-Jahr gelten kann, wie soll das zur Evangelisierung taugen? Welch Evangelium sollte uns da vom Venusberg verkündet werden? Das nächste Mal also bitte wieder hier ... im ... Karl-Rahner-Haus!
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Danke übrigens, daß Sie diesen Beitrag bis zum Ende durchgelesen haben!

Der neue Gotteslob-Kreuzweg - Piusbrüder unzufrieden

Auch die Piusbruderschaft konnte zwischenzeitlich einen Blick in einen Vorabdruck des neuen Gotteslob ergattern (hier). Moniert werden zum Beispiel Strichzeichnungen, von denen ich auch nicht recht weiß, was ich davon halten soll - insgeheim hoffe ich, es handelt sich nur um Platzhalter für eine bei der Drucklegung dieser Kostprobe noch nicht endgültig entschiedene Gestaltung. Der bislang kommunizierte graue Einband des Buches läßt freilich nicht unbedingt hoffen. Warten wir ab.
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Ziemlich bescheuert finde ich hingegen diesen Kommentar auf pius.info, der sich mit der Kreuzwegandacht des neuen Buches auseinandersetzt, die offenbar zu jeder Station einige Betrachtungspunkte ("Meditationen") bietet, diese aber mehr anreißt als ausformuliert, was auch durch den abgesetzten Druck unterstrichen wird.
... Die Meditation zu diesem Kreuzweg besteht in unvollständigen Versatzstücken: "Jesus vor Pilatus. Ecce homo – Seht da, der Mensch! Spottfigur im Spottgewand. Aller Ehren beraubt. Ecce homo. Ohne Ansehen. Er schaut mich an." Haben die über Jahrzehnte im Gebrauch befindlichen Gotteslob-Ausgaben (gemeint sind wohl die vorkonziliaren Gesangbücher; pss) der Diözesen in Deutschland vor dem vielgerühmten "Aufbruch in die Moderne" nicht eine Vielzahl von herrlichen Kreuzwegandachten geboten? Soll diese Bruchstück-Version der große Fortschritt sein?
Ja, liebe Piusbrüder, möchte man rufen: Im Vergleich zu den ehrwürdigst ausformulierten Betrachtungstexten ("Herr Jesus, wie sehen wir dich vor dem ungerechten Richter stehen, den ungerechten Urteilsspruch vernehmend, und bitten, du mögest und wollest ...") , die man so praktisch und schmerzfrei - vor allem beim öffentlichen Vorbeten - herunterleiern kann, im Vergleich also mit perfekt vorgekauten Bildern gerät man hier doch ein wenig ins Stolpern wie der Herr unter dem Kreuz, wird gar zum Nachdenken gedrängt - wer weiß?
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Doch nehmen wir an, die Rede von "unvollständigen Versatzstücken" wäre rechtens -  wie wäre es alsdann, um dies in Anlehnung an Kol 1, 24 (hier) zu formulieren, ihr ersetztet durch eigene Gedanken, was eurer Meinung nach hier am Leiden Christi noch fehlt?
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Jesus vor Pilatus - erste Station des Kreuzweges in der
Pfarrkirche Christkönig, Titisee im Schwarzwald

Jesus vor Pilatus.

Ecce homo – Seht da, der Mensch! 
Spottfigur im Spottgewand. 
Aller Ehren beraubt. 
Ecce homo. 
Ohne Ansehen. 
Er schaut mich an.

Montag, 13. Mai 2013

Maialtäre 2013 - am Erscheinungstag Unserer Lieben Frau von Fatima

Zur Wiederkehr des Jahrestages der Erscheinung Unserer Lieben Frau in Fatima habe ich die Mittagspause ein wenig gestreckt und einen schnellen Abstecher in die Pfarrkirche St. Konrad (Freiburg-Brühl/Beurbarung) unternommen. Die Kirche ist der erste sakrale Eisenbetonbau in Deutschland und kommt in etwas expressionistisch anmutender "Spät-Neogotik" daher. Leider hatte ich für die Bilder spontan nur mein Smartphone greifbar. Fatima-Madonnen sind eigentlich nicht so mein Fall (manche Versionen finde ich himmelschreiend kitschig), diese hier gefällt mir aber sehr gut - zumal im Maischmuck ...
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