Freitag, 6. Dezember 2013

Was Sankt Nikolaus uns schenken kann

Der heilige Nikolaus mit Buch und Goldstücken im Schoß - Darstellung
in einer Seitenapsis der ehem. Abteikirche St. Maria zu Gengenbach

Um das Leben des heiligen Bischofs Nikolaus ranken sich viele Legenden. Etwa jene, der Heilige habe drei armen Jungfrauen in der Nacht Goldstücke durch das Fenster geworfen, damit sie eine Mitgift fänden und heiraten könnten - so die allgemeine Lesart. In der Legenda Aurea wird die Geschichte etwas drastischer geschildert: Dort zwingt der Vater der drei Mägdlein diese in die Prostitution, um sich und ihn zu ernähren. Die Gabe des Bischofs entschäft die Situation. 
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Die (entschärfte) Version erzählt man gerne den Kleinen: Warm- und Barmherzigkeit passen gut in die Zeit vor Weihnachten. Die Kinder freuen sich über den glücklichen Ausgang der Geschichte und die Erwachsenen sind froh ob der glücklichen Kinder.
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War's das? Vielleicht können uns solche Legenden etwas mehr mitgeben, wenn wir sie auf uns ummünzen - wenn wir im Heiratswunsch der Mägdlein unser Verlangen einer wachsenden Vereinigung mit dem Kyrios Christus erkennen können, wenn wir um unsere Schwachheit wissen, durch welche wir unsere Seele immer wieder in der Sünde prostituieren, und um den Schatz, den die Heiligen uns schenken können: Das "Gold" der Gnade, an der sie selbst bereits voll und ganz Anteil gewonnen haben und darob sie Gott bitten mögen, uns davon zu schenken ... nein, nicht nur soweit, wie es Not tut, sondern überreich. Darum könnten wir den heiligen Nikolaus heute bitten ... ora pro nobis!

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