Dienstag, 3. Dezember 2013

Verräterische Zeilen: Die Medienstrategie der "Kölner Kircheninitiative"

Einen interessanten Blick in die Strategieplanung einer reformversoffenen Lobbygruppe für die kommenden Tage liefert eine Kölner Kircheninitiative, deren Pläne der allseits beliebte Pastoraltheologe Paul M. Zulehner öffentlich gemacht hat. Ich fürchte, Zulehner fehlt zunehmend der Durchblick, wie man mit solchen Interna eigentlich umgeht. Aber Schwamm drüber und Danke!
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Es geht um Einflußnahme auf die Wahl des neuen Kölner Erzbischofs. Die Mittagspause reicht leider nicht hin, dies zu kommentieren - die Dinge sprechen ohnehin für sich. 
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Man achte, nur soviel dazu, etwa darauf, welche Medien als Partner mit ins Boot gestiegen (wohl eher: geholt worden) sind, um für publicity zu sorgen und den nötigen Druck aufzubauen. 
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Bemerkenswert und annähernd blasphemisch nimmt sich ferner die Reminiszenz an den Heiligen Geist am Ende des Schreibens aus, dem man zwar offenkundig wenig zutraut und darob dieses Ränkespiel unter Beteiligung üblich verdächtiger Medien wahrlich minutiös durchplant, der aber gut genug zu sein scheint, in dieser ebenso peinlichen wie peinigenden Posse den Gesinnungsknüttel geben zu dürfen.
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Screenshot vom 03.12.2013 / ca. 12.40 Uhr von Zulehners Blog (hier)
Sehr geehrte Erstunterzeichner des offenen Briefes der Kölner Kircheninitiative,
den offenen Brief haben wir heute per Post an den Nuntius geschickt. Morgen werfen wir das Dokument persönlich beim Dompropst Dr. Feldhoff ein.
Der weitere Ablauf ist wie folgt geplant:
Am Donnerstag 5.12. um etwa 19.45 Uhr zum Ende der Sperrfrist können Sie im Internetauftritt des Kölner Stadt-Anzeigers und bei Spiegel Online die ersten Berichte zur Initiative lesen. In der Freitagsausgabe des KStA soll die Initiative Aufmacher des Kölner Teils werden. Es ist zu erwarten, dass noch am gleichen Abend andere Medien die Geschichte abschreiben werden. Um 20 Uhr werden wir ergänzend eine Pressemitteilung verschicken. Anschließend beginnt der Versand der rund 3.000 Mails an alle Seelsorger, Gremien, Verbände und Gruppierungen im Erzbistum Köln, der bis zum nächsten Morgen dauern wird. Am Donnerstag Abend und am Freitag stehen wir für Presseanfragen telefonisch zur Verfügung. Am Freitag halten wir um 13 Uhr eine Pressekonferenz, die wir mit der Pressemitteilung am Vorabend ankündigen. Die Zeitschrift “Christ in der Gegenwart”, die am Freitag den Abonnenten zugestellt wird, nimmt auf der ersten Seite im Kommentar Bezug auf unsere Initiative “als konkrete Verwirklichung vor Ort der päpstlichen Rede von der Dezentralisierung und der Beteiligung aller, ob nun geweiht oder nicht, in den Bistümern”, wie Redakteur Neumann ankündigte. Dieser Zeitplan kann sich kurzfristig ändern, wenn ein Medium vorab berichtet und die Sperrfrist bricht. Dann werden wir den Mailversand umgehend starten. Dafür ist bereits jetzt alles vorbereitet.
Ab jetzt überlassen wir alles was noch kommt zuversichtlich und vertrauensvoll dem Heiligen Geist, dem wir dankbar sind, dass er uns bis zu diesem Punkt begleitet hat ...
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Update: Eine kleine hausgemachte theatralische Farce im vorläufigen Nachgang jetzt hier.

Kommentare:

Anni Freiburgbärin von Huflattich hat gesagt…

Machen Sie Urheberrechte auf die Wortschöpfung „reformversoffen“ geltend?
Wenn nein, dann werde ich das Wort in meine Wortschatzliste aufnehmen. Es gefällt mir.

Andreas hat gesagt…

Es sei genehmigt und gestattet! ;-)

Anonym hat gesagt…

Und das sind die, die von der Bevormundung durch die Amtskirche schwätzen!