Donnerstag, 19. Dezember 2013

O RADIX JESSE

O RADIX JESSE
qui stas in signum populorum,
super quem continebunt reges os suum,
quem gentes deprecabuntur:
VENI 
ad liberandum nos, iam noli tardare!
.
O Sproß aus Jesse,
der du gesetzt bist den Völkern zum Zeichen,
vor dem Könige ihren Mund zügeln
und den die Völker anrufen werden:
Komm
uns zu befreien und zögere nicht länger!

.
Wie leicht würde ich glauben,
sähe ich nur Zeichen mit eigenen Augen
und wäre Zeuge von Wundern:
Großartiges jenseits meines Horizonts,
Unerhörtes, nie Gesehenes,
Sensationelles,
voll Faszination,
unglaublich und doch greifbar
und spürbar wie der Atem, der stockt:
ein Gott vom Himmel,
niedergefahren
mit Blitz und Donner
und Glanz, unausprechlich.
.
Dein Weg aber beginnt
unter uns Menschen
wenig spektakulär,
ein Kind dieser Erde,
Sproß schon so vieler Geschlechter
im Umlauf von Leben und Tod,
so oft schon gehört und gesehen,
geboren, gelebt und gestorben.
.
Laß mich dich sehen,
wo ich dich oft nicht sehe,
noch vermute.
Laß mich dich suchen,
wo ich dich nicht vermute
oder suchen würde:
im Alltag deiner Geschöpfe.
.
Öffne meine Augen für das Zeichen, 
das du selbst bist,
Gott 
in Gestalt eines schwachen Menschen,
Gott
in Gestalt schwacher Menschen,
Gott
in meiner Gestalt mir ganz nahe.
.
Und öffne du dann meinen Mund,
damit ich nicht stumm bleibe,
wo ich dich bekennen soll,
aber mein Geschwätz ein Ende hat,
wo deine leise Stimme spricht.
.
Du Zeichen mitten in meinem Leben,
bereite mich und laß mich dich sehen in deinem Kommen.
Du Wurzel aus Jesse, blühe auch mir auf -
.
VENI KYRIE CHRISTE

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