Montag, 16. Dezember 2013

Musik abseits der Adventszeit ...

Dieser Tage suchte ich etwas adventliche Musik. Nach Hause getragen habe ich dann das hier:
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Mit Musik zum Advent ist das so eine Sache. Ich brauche keine weitere Version von Hammerschmidts Machet die Tore weit und auch keine Zweiteinspielung passender Bach-Kantaten. Aber viel mehr geben die immer schlechter sortierten Klassik-Ecken in den Läden kaum her. Aber dafür bin ich auf diese wundervolle Scheibe gestoßen.
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Agostino Steffani, ein Zeitgenosse Bachs, war mir überhaupt kein Begriff. Der italienische Geistliche war nicht nur ein Komponist, dessen Werke sich vor denen seiner Zeitgenossen nicht verstecken müssen, sondern auch eine Weile apostolischer Vikar von Norddeutschland, das er, leider wenig erfolgreich, der Kirche wiedergewinnen wollte.
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Das Stabat Mater gefällt mir besser als das von Pergolesi, am schönsten auf der ganzen Scheibe kommt mir aber die Vertonung des Vesperpsalms Laudate pueri Dominum daher: knapp zehn Minuten turbulente Doppelchörigkeit mit faszinierender Schlußfuge! Die Besetzung mit der Cecilia Bartoli an der Spitze kann sich ebenfalls hören lassen, nur das Orchester hätte ich mir gelegentlich aufnahmetechnisch etwas präsenter gewünscht - manchmal klingen die Barocchisti doch etwas - ohne Not - weichgezeichnet. 
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Sei's drum. Wer Barockmusik mag und den Ohren etwas Gutes tun möchte, sollte nicht enttäuscht werden.

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Na ja. Arte hat den "geheimnisvollen" Komponisten schon vor Dir entdeckt und im vergangenen Jahr sogar eine Sendung über ihn gemacht. Das soll Deine Entdeckung nicht schmälern.

Ich wünsche Dir und und Deinen Lieben ein stille und heilige Nacht.

Wolfram hat gesagt…

Die Urheberin von Commissario Brunetti, deren Name mir grad nicht einkommt, hat Steffani mal ein Buch gewidmet. Das ist aber von sehr mäßiger Qualität und hört gerade da auf, wo es interessant würde. Vor der Lektüre kannte ich den Herrn aber auch nicht.

btw: da die Römische Kirche sich im Konzil von Trient von der Evangelischen getrennt hat und nicht umgekehrt, ist "die Kirche" nicht für Rom zu verwenden, sondern für Wittenberg. (Und heute wohl eher für die Altlutheraner.) Aber das weißt du ja schon. :P

Andreas hat gesagt…

Ja ja ... und hätte sich Gott nach dem Sündenfall nicht in die Schmollecke verzogen und dabei die zwei anderen Gestalten aus dem Paradies geschmissen, dann würden wir jetzt u.a. auch nicht das anstehende Fest feiern, zu welchem ich eben jenes Gottes Segen wünsche!

PS Euch ist wohl euer Reformationsjubiläum schon zu Kopf gestiegen, ehe es überhaupt angefangen hat ... :P