Dienstag, 19. November 2013

Nur eine Charity-Lady?

Die hl. Elisabeth speist die Hungernden - Glasfenster in der
Pfarrkirche St. Stephan, Oberwinden im Elztal
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Viele Wundergeschichten und Legenden ranken sich um das Leben der hl. Elisabeth von Thüringen. Was daran Hand und Fuß hat oder wo ein innerer Kern das Wesen dieser Heiligen treffend beschreibt, mag man heute kaum ent- oder unterscheiden, es sei denn, man schlösse die Möglichkeit, daß Gott in seinen Heiligen und durch seine Heiligen Wunder tut, von vornherein aus. Zeugnisse aus jüngerer Zeit legen freilich nahe, daß ein solches Ausschließen eher von Unvernunft als von Vernunft zeugt.
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Wunder braucht es jedoch nicht wirklich, um Elisabeth als Vorbild im Glauben zu ehren. Die Radikalität, mit der sie sich als hochgestellte Persönlichkeit den Armen und Leidenden zugewendet hatte, ist allemal bemerkenswert. Unsere frommen Bilder, die stets etwas den Eindruck vermitteln, Elisabeth sei eine Art mittelalterlicher Charity-Lady gewesen, die ihre High-Society-Existenz mit Armenpflege aufgepimpt habe, diese Bilder also (wie auch jenes oben) lassen vielleicht zu wenig von dieser Radikalität ahnen. Womöglich sollte man ein wenig Verständnis für ihren Schwager Heinrich hegen, der sie nach dem Tod des Gatten von der Wartburg und damit aus einem abgesicherten Leben schmiss, ehe sie womöglich zu viel Hab und Gut unters Volk brachte ...
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Diese Radikalität ist gewiß eine heraus gerufener Seelen und damit nicht jedermanns Sache. Elisabeth wird sich dem hl. Franziskus, dessen Armutsideal sie faszinierte und animierte, sehr verbunden gefühlt haben. Wir können uns - wie immer - zumindest eine Scheibe davon abschneiden. Eines aber können wir uns gewiß zu eigen machen: Das Vertrauen auf Gott nicht zu verlieren, auch wenn das Leben aus der Bahn geschmissen wird und alles, worauf wir gebaut hatten, in die Brüche geht. Auch das kann sehr schwer sein ... mit ihrer Fürsprache helfe uns dann Sankt Elisabeth: ora pro nobis!

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