Freitag, 1. November 2013

Der eine Heilige und die vielen Heiligen

Der endlose Chor der Engel und Heiligen - Deckenbild in
der Pfarrkirche St. Blasius, Freiburg-Zähringen
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Eine sehr schöne Beschreibung, was Heilige eigentlich sind und was ihr Wesen letztlich ausmacht, findet man in einer Predigt, die unser Papa emeritus Benedikt XVI. in den 1960er-Jahren auf das Fest des hl. Augustinus gehalten hat:
In der Welt der Heiligen, der wir im Kirchenjahre begegnen, wird gleichsam das einfache, unanschaubare Licht Gottes zerlegt in das Prisma unserer menschlichen Geschichte hinein, so daß wir der ewigen Herrlichkeit und dem Lichte Gottes mitten in unserer menschlichen Welt, in unserem menschlichen Brüdern und Schwestern begegnen können (In: Dogma und Verkündigung. München und Freiburg 1973. S. 421).
Wir sind also nicht heilig, weil wir es aus uns selbst sein könnten, sondern weil wir uns dem Licht Gottes öffnen und es alsdann reflektieren. Eingegossen wird es, so die Lehre der Kirche, durch die heiligmachende Gnade. Je mehr wir ihr Raum geben und unsere Existenz nicht durch die Sünde verschatten, desto mehr haben wir Anteil an dem, der allein der Heilige ist - desto mehr haben wir Anteil an der Heiligkeit Gottes. 
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Dies also macht das Wesen der Heiligen aus - vor allem jener Heiligen, die bereits jetzt zur triumphierenden Ekklesia zählen und die, diesem Aion entrückt, ganz Gott leben. Auf deren Unmittelbarkeit zu Gott gründen wir unser Vertrauen in die Hilfe, die sie uns von Gott mit ihrer Fürsprache erflehen mögen: Omnes Sancti et Sanctæ Dei - intercedite pro nobis!

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