Montag, 25. November 2013

Das Ende (1)

Odo Casel OSB
... Innerhalb der Endzeit steht als die beherrschende Gestalt der Messias, der kommt, um die Welt ihrem Ziele zuzuführen und die Gottesherrschaft aufzurichten. Er ist die persönliche Apokalypse [Offenbarung, pps]; denn in ihm offenbart sich Gott leibhaftig. So ist es denn selbstverständlich, daß das ganze Neue Testament eine Apokalypse ist, nämlich die Apokalypse des Vaters durch den Sohn. Aber auch in dem speziellen Sinne einer Offenbarung der Endzeit ist das Neue Testament apokalyptisch. Sein letztes Buch trägt geradezu den Namen "Apokalypse": "Apokalypse Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu offenbaren, was in Bälde geschehen soll. Und er sandte seinen Engel und zeigte es durch ihn seinem Knechte Johannes an, der Zeugnis gibt dem Logos Gottes und dem Zeugnis Jesu Christi - allem, was er schaute" (Offb 1, 1 f.).
Wir besitzen also in diesem Buche die Apokalypse Jesu Christi selbst, nicht etwa die des heiligen Johannes. Der Apostel ist nur das Werkzeug dieser Offenbarung, die durch Christus geschieht. Als "der getreue Zeuge, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde" (Offb 1, 5) kann Jesus Christus uns wahrhaft die Gottespläne entschleiern; denn er kann uns mitteilen, was er selbst gesehen hat. Er allein weiß, was der wahre Sinn der Weltgeschichte ist, weil er sie von dort aus betrachtet, wo die irdische Geschichte durch den Tod überwunden ist und das Leben des neuen Aions herrscht.
Was zur Zeit des Propheten Daniel noch fernliegende Zukunft war und deshalb versiegelt worden ist, ist durch die Apokalypse des Vaters in seinem Sohne Jesus Christus Gegenwart geworden. Dort heißt es (12, 4): "Du aber, Daniel, verschließe diese Offenbarungen! Verschließe dieses Buch bis zur Endzeit! Viele werden es durchforschen, und die Erkenntnis wird groß sein". Jetzt ist durch die Erscheinung des Messias, den Daniel voraussagte, das Ende nahe gekommen. Deshalb sagt der Engel in der Apokalypse des Neuen Testamentes dem Seher Johannes: "Diese Wort sind zuverlässig und wahrhaftig, und der Kyrios, der Gott des Pneumas der Propheten, sandte seinen Engel, um seinen Dienern zu zeigen, was in Bälde geschehen soll. Und siehe ich komme bald. Selig, wer die Worte der Prophetie dieses Buches bewahrt ...! Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Wort der Prophetie dieses Buches: die Zeit (der Kairos) ist nahe! Wer Unrecht tut, tue weiter Unrecht, und der Schmutzige beschmutze sich noch weiter, und der Gerechte wirke weiter Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich weiter. Siehe ich komme bald, und mein Lohn ist mit mir, jedem zu geben nach seinen Werken. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Urbeginn und das Ende ... Ich, Jesus, sandte meinen Engel, euch dies zu bezeugen vor den Ekklesien. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der leuchtende Morgenstern ... Es sagt, der dieses bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen, komm, Kyrios Jesus! (Offb 22, 6 ff.).
So ist Jesus Christus in seiner Verklärung und Vollendung der höchste Apokalyptiker, ja die Apokalypse selbst. Aber auch in seinem irdischen Leben hat der Herr uns eine Apokalypse mitgeteilt. Wir lesen sie am letzten Herrentage im Kirchenjahre nach Matthäus ...
Odo Casel OSB: Das Ende. Auszug aus einer Ansprache am letzten Herrentag nach Pfingsten 1939. In: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. [nach 1952] S. 74 ff.

Kommentare:

Anni Freiburgbärin von Huflattich hat gesagt…

Viel zu tun?
Keine Lust?
Warten auf den Weihnachtsmann?

Unzutreffendes bitte mit rot durchstreichen

Oder warum gibt es hier nichts Neues mehr zu lesen (die eingescannten Standard-Odo-Texte gelten nicht)

Andreas hat gesagt…

Ich scanne nicht, ich tippe ab. Soviel traditionsfroher Umgang mit neuen Medien muß sein. Mindestens.

Und jetzt habe ich lauter rote Striche auf dem Schirm. Mist. Alles wegen diesem Stoff-Bär-Getier ...

Anni Freiburgbärin von Huflattich hat gesagt…

Tippen ist nicht traditionell sondern hinterwäldlerisch, fast schon grün.
Einfach ein paar Kerzen auf die roten Striche malen. Für Nikolaus. Ist doch schön, gell?

Andreas hat gesagt…

Tippen mag hinterwäldlerisch sein, aber die Unterstellung, es sei fast "grün", muß ich als annähernd ehrenrühig weit von mir weisen!