Donnerstag, 24. Oktober 2013

Lieber keine Messe als so eine?

Jede Seelsorgeeinheit hat bis 2020 einen oder mehrere „außergewöhnliche“ Ort/e oder Format/e für alle Interessierten, die zu „erhebenden“ (Glaubens)-Erfahrungen führt/führen.
So lautet ein Entschluß der Freiburger Diözesanversammlung unter dem Themenlabel Intensive Zeiten - Profilierte Orte vom April (hier). 
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Nun wird für die Feier der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus in Freiburg (hier) seit geraumer Zeit eine andere Kirche gesucht; zwei ohnehin wenig genutzte Filialkirchen in zwei Seelsorgeeinheiten wurden hierzu in Betracht gezogen. Wie mir - zugegeben gerüchtehalber - zu Ohren kam, verweigert in der einen Seelsorgeeinheit der Pfarrer, in der anderen der Pfarrgemeinderat die Nutzung. Dahinter könnte man das Motto "lieber keine Messe als so eine" vermuten. Oder "erhebende" (Glaubens)- Erfahrungen gerne, aber nur solche nach unserer Pfeife.
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Ein Armutszeugnis. Aber vielleicht ändern sich die Meinungen ja noch ... bis 2020.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn die Alternative wirklich wäre, alte Leseordnung oder keine Heilige Messe, dann würde ich in Deine Klage einstimmen. Allerdings - und da erinnere ich an Deinen Artikel vom "ideologischen Christen" - man lädt sich ja gewissermaßen "die Katze im Sack" in die Gemeinde ein. Oder wie kann man sicher sein, daß es wirklich nur die Liebe zum "Vetus Ordo" und nicht der ganze in den verschiedenen Blogs zu beobachtende "Missionsdruck"ist, der da kommen will, all die Grundannahmen zu Taufscheinchristen und "Progressisten-Kirche? Als Pfarrer oder Gemeindemitglied hätte ich da auch "kalte Füße" - jedenfalls seit ich die internationalen "tridentinischen" Seiten besuche...

Braut des Lammes hat gesagt…

Mündlich habe ich solche Aussagen schon gehört, daß man "alles tun" wolle, "um sie hier gar nicht erst reinzulassen". Im allgemeinen hängt das mit der automatischen Gleichsetzung "außerordentliche Form" und Piusbruderschaft bzw. noch extremeres in den Köpfen derer zusammen, die sich so äußern.

Ferner fürchtet man, und das mit größerer Berechtigung, es möge, wenn einmal eine solche Möglichkeit eingerichtet wird, zu Unzuträglichkeiten an der jeweiligen Kirche kommen, etwa zu einem Exorzismus der Frauen, die Dienste versehen.

Andreas hat gesagt…

Ich denke, daß man zum einen zwischen einzelnen Blogs und Meßangeboten, die letztlich in der Verantwortung einer kirchlichen Trägerschaft stehen, unterscheiden sollte. Die letzte Organisations-Instanz in Freiburg ist auch nicht der Verein, der die praktische Umsetzung übernimmt, sondern das Erzbischöfliche Ordinariat.

Wenn beide Seiten Vernunft walten lassen, funktioniert die Sache nach meinen bisherigen - freilich kaum internationalen - Erfahrungen ziemlich problemlos.

Bei uns in St. Anton (Basel) mischen wir uns zum Beispiel nur bei einer Gelegenheit wirklich intensiv in das Leben der Pfarrgemeinde ein: während der jährlich Kirchen-Großputz-Woche ;-)

Die Ideologisierung im Alte-Messe-Lager rührt nicht zuletzt daher, daß man recht häufig als Katholik zweiter Klasse (Ewiggestrig etc.) betrachtet wird, selbst wenn man friedlich ist und bleibt.





Ester hat gesagt…

Ach ja Freiburg!
Messe mit inkulturellen Tempeltänzen wären allerdings kein Problem!
(Nehm ich mal an).

Anonym hat gesagt…

Man stelle sich vor, in einem abgelegenen Teil der Erde lebte eine Ethnie, die nach Jahrhunderten ihren bis dahin traditionellen, stets gleich vollzogenen Stammesritus änderten und in diesen zeitgemäße, moderne Formen einarbeiten. Die Kult-Verantwortlichen bestehen auf der neuen Form und verbieten die alte. Ein ethnologisches Studienprojekt mit BBC-Filmteam dokumentiert diesen Vorgang und berichtet von einer Minderheiten, die den alten Stammesritus exerzieren möchte, dafür aber von der Stammesführung mit Sanktionen belegt wird. Wem gehören wohl die Sympathien der Fernsehzuschauer?

Andreas hat gesagt…

Das mag man so oder so sehen; liturgisches Geschehen ist freilich nur nachrangig eine Frage abgelegener Winkel und soziologischer Beobachtung - und wie Außenstehende urteilen, ist in diesem Kontext noch viel mehr nachrangig.