Montag, 7. Oktober 2013

Der Rosenkranz - Annäherung an das Heute der Erlösung

Rosenkranzbild am Marienaltar der Pfarrkirche
St. Remigius, Merdingen am Tuniberg
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Ein schöner Gedanke aus einem Apostolischen Schreiben des sel. Johannes Paul II. über den Rosenkranz Unserer Lieben Frau, der sozusagen einen Brückenschlag zwischen liturgischem Vollzug und Rosenkranzgebet versucht - nicht zuletzt beachtenswert, da zuweilen auch heute noch ein unguter Gegensatz zwischen Liturgie und Rosenkranz behauptet wird ...
Das Betrachten Mariens ist in erster Linie ein Erinnern. Es ist jedoch notwendig, dieses Wort im biblischen Sinn von Gedächtnis (zakar) zu begreifen, das die Werke, die Gott in der Heilsgeschichte erfüllt hat, wieder gegenwärtig setzt. Die Bibel ist eine Erzählung von Heilsereignissen, die ihren Höhepunkt in Christus selbst finden. Diese Ereignisse sind nicht nur ein "Gestern"; zugleich sind sie das "Heute" der Erlösung. Diese Aktualisierung verwirklicht sich vor allem in der Liturgie: das, was Gott vor Zeiten vollbracht hat, betrifft nicht nur die unmittelbaren Zeugen der Ereignisse, sondern erreicht mit dem Geschenk der Gnade Menschen zu jeder Zeit. Das gilt in gewisser Weise auch für jede andere fromme Annäherung an jene Ereignisse: sich in der Haltung des Glaubens und der Liebe daran "erinnern", heißt, sich der Gnade öffnen, die Christus uns in den Geheimnissen seines Lebens, seines Todes und seiner Auferstehung erworben hat.
Rosarium Virginis Mariæ - Apostolisches Schreiben von Johannes Paul II. Nr. 13 - online hier.

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