Dienstag, 3. September 2013

Der moderne Mensch und die Liturgie

Gerade kam mir ein Artikel von Barbara auf kath.net (hier) unter die Augen, der den Beitrag des Fundamentaltheologen Josef Kreiml auf dem Kongress Freude am Glauben vom vergangenen Wochenende vorstellt. Vor allem an einem Satz blieb ich hängen, es geht dabei um eine Einschätzung der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium; diese beschreibe ...
... keine Anpassung an den Zeitgeist, sondern eine Erneuerung der Liturgie für den modernen Menschen.
Meine Frage: Wäre die Erneuerung des modernen Menschen für die Liturgie nicht der bessere Weg gewesen?

Kommentare:

Joseph hat gesagt…

Von der Einleitung eines sehr lesenswerten Buches:
"The whole [this book] represents my attempt at aggiornamento - which does not mean presenting as much of the Church's teachings as men today can accept. It means (1) presenting it as it is now is, at the point of its - and our own - present development; (2) stating it with such an understanding of today's difficulties, today's ways of thinking, speaking, asking, that today's man may know what we are saying, and may see what the same truths might mean for him too."

Frank Sheed Knowing God page 9

Andreas hat gesagt…

Im Falle, daß ich das jetzt richtig verstanden habe, scheint das Buch ganz gut zum Tagesheiligen zu passen und zu den Problemen, mit denen sich der hl. Pius X. herumschlug ... ;-)

Nebenbei ein Gruß ins Frankenland - ich hoffe, man sieht Dich bald wieder auch in Basel ...!

Geistbraus hat gesagt…

schöne Rückfrage! Stand hier Brechts Formulierung

"Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"

Pate?

Andreas hat gesagt…

Im Hinterkopf waberte eher der Gedanke an Guardinis "Memorandum" über die Not, den Menschen für den Vollzug der Liturgie zu bilden.

clamormeus hat gesagt…

Oder auch der Versuch, Menschen von der Illusion, sie seien modern, zu befreien?

Treffendes Statement jedenfalls von Dir, danke!

Wolfram hat gesagt…

Meine Frage: Wäre die Erneuerung des modernen Menschen für die Liturgie nicht der bessere Weg gewesen?

Das würde den dienenden Charakter der Leitourgia völlig verkennen.
Die Liturgie ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für die Liturgie...

Andreas hat gesagt…

Liturgie ist Teilhabe am immerwährenden Gebets Christi an den Vater - und daher eben nicht in erster Linie für die Menschen gemacht. Diese aber können sich durch die Liturgie mit diesem Gebet vereinigen - und dies umso intensiver, je mehr sie Geist, Seele und Gemüt darauf ausrichten.