Montag, 9. September 2013

Der heilige Reinfall

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Sankt Antonius feierte gestern Kirchweih, "Kilbi", wie die Basler sagen. Wie immer war im Kirchhof neben allerhand Angeboten auch ein Flohmarkt aufgebaut, bei dem mir nebst einigen Büchern von Dom Columba Marmion, Hans Urs von Balthasar und Louis Bouyer auch diese Statue unter die Finger geriet. Eine heilige Elisabeth, dachte ich mir, und nahm sie für drei Franken mit. Etwas stutzig machte mich allerdings die "Gravur" im Sockel: Sanitana Anadia - klingt freilich irgendwie fromm; vielleicht ist die "hochheilige Anadia" (?) eine südländische Lokalheilige, die gerne Rosen verteilt, wer weiß?
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Zuhause habe ich im Netz gestöbert. Sanitana Anadia ist der Name einer portugiesischen Sanitärfirma (und aus Portugal kommt das Bildwerk auch, glaubt man einer weiteren Gravur um die Ecke). Und so scheint die Communio Sanctorum bei mir zuhause - streng genommen - weder um eine heilige Anadia, geschweige denn um die heilige Elisabeth, sondern um ein Stück Badezimmerdeko reicher geworden. Wie könnte man das nennen? Irreführung des Verbrauchers? Der heilige Reinfall?
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Nun denn, ich habe beschlossen, das Bildnis zu "thüringisieren" ... daß es uns allen rote Rosen regne, dazu helfe also Sankt Elisabeth!

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

*grins*

MC hat gesagt…

Das kreative Umwidmen von nicht-christlichen Motiven war doch schon immer eine Stärke der Kirche. Voll katholisch.

Sursum corda hat gesagt…

Mach Dir keine Sorgen. Alle Attribute passen, also ist es eine Elisabeth. Und eine sehr schöne dazu!

Andreas hat gesagt…

Wie es aussieht, der Gedanke kam mir irgendwann heute, handelt es sich doch um ein genuines Heiligenbild [meinetwegen aus dem potugiesischen Sanitärfachhandel :-) ]

... es ist wohl die hl. Elisabeth von Portugal, die Rosen passen hierbei ikonographisch ebenso perfekt.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich glaub, Elisabeth von Thüringen trägt ihre Rosen im Korb.