Freitag, 2. August 2013

Im Spiegel

Odo Casel OSB
... Auch der heilige Vater Benediktus kann nichts anderes lehren als das Evangelium: Christus den Leidenden als den Spiegel der "conversio", Christus den Verklärten als das leuchtende Ziel, das wir schon jetzt mehr und mehr erreichen, je mehr wir durch die Demut hinabsteigen, das Kreuz als den Weg, den Kyrios als die Wahrheit und das Leben.
Ebenso ist das heilige Mysterium der Christusspiegel. Jeden Tag sehen wir den Tod des Herrn vor uns und wachsen dadurch hinein in sein Leben. Die Heilige Schrift, die Lehre der Kirche gehen uns immer strahlender auf, je mehr wir unser Ich verlieren und in diesen Glorienspiegel untertauchen.
"Wir alle spiegeln mit entschleiertem Antlitz die Glorie des Kyrios wider (schauen sie im Spiegel und werden ihr Spiegelbild) und werden so zum gleichen Bilde (d. h. zum Gleichbilde) umgestaltet von Glorie zu Glorie, wie (das zu verstehen ist bei einer Wirksamkeit, einer Spiegelung, die ausgeht) vom Kyrios des Pneumas" (2 Kor 3, 18).
Einst im Himmel, wenn alle Schranken gefallen sind, wird der Logos selbst unser Spiegel sein, in dem wir unverhüllt den Vater schauen, wie er ist.
 Odo Casel OSB: Vom Spiegel als Symbol. Aus nachgelassenen Schriften. Maria Laach 1961. S. 48 f.

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