Montag, 12. August 2013

Grüner Kindesmißbrauch mal anders

Jetzt hängen sie wieder an den Laternen: unsere Politiker. Ich kann mir nicht helfen, aber von Wahl zu Wahl kommt mir dieser Zirkus fratzenhafter vor - diese Inszenierungen von Freundlichkeit, Verlässlichkeit, Seriosität, Ehrlichkeit ... all diese Abziehbilder eben, die jetzt wieder um Stimmen buhlen. Vertreten fühle ich mich von keiner dieser Gestalten. Was mir wichtig ist, hat selbst die Union längst entrümpelt (und dabei die Dreistigkeit besessen, dies anfangs auch noch als "geistig-moralische Wende" zu verkaufen), von den weiteren linksgrünliberalen Pappkameraden ganz zu schweigen.
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Und dann kommt mir auch noch das unter die Augen ...
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Auch eine Art von Kindesmißbrauch - und das nicht nur, weil einem die Kleine leid tun kann, für so einen Schwachsinn Modell stehen zu müssen und dabei so ins Bild gerückt zu werden. Es lohnt sich aber, die Ikonographie dieses Plakates näher unter die Lupe zu nehmen.
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Diese ist erstens verlogen. Ehrlich wäre, einen Säugling abzubilden. Das offenkundig bereits sehr selbstbewußt auftretende Mädchen würde man hingegen in einem der traditionell üblichen Kindergärten verorten. Jetzt stelle man sich aber einen Säugling vor und dazu das Motto "Hello Kita" - man ahnt, warum man das dann doch nicht ins Bild setzen würde. Denn so rasch konnten auch die Grünen die tief verwurzelte Empfindung, daß ein Kleinkind zu seiner Mutter gehöre, nicht um- und wegerziehen.
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Das Plakat verrät auch, wie sich die Grünen Kinder offenbar vorstellen: Als kleine individuelle, selbstbewußte und quasi autonome Persönlichkeiten. Mimik und Körperhaltung des Mädchens wirken auf den Betrachter renitent herausfordernd, die Kameraperspektive unterstreicht diesen Eindruck zusätzlich. Nun ist zuerst einmal nichts gegen individuelle, selbstbewußte und quasi autonome Kinder einzuwenden; alle drei Aspekte spielen eine Rolle in der Heranbildung einer in sich runden Persönlichkeit - solange man diese Werte nicht absolut setzt. Vier Jahrzehnte alternativer Experimentalpädagogik lassen freilich nichts Gutes ahnen. Wem das als Argument noch nicht reicht, der werfe einen Blick auf die Grüne Jugend und die dort immer wieder grassierenden (prä-) faschistoiden Einstellungen.
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Das Motiv birgt aber auch ein Defizit, das Grund genug wäre, die verantwortliche Werbeagentur in die Wüste zu schicken. Preisfrage: Sieht hier irgendjemand ein glückliches Kind? Also ich nicht. Man beachte einmal, wie die Falten um den Mund ... ja, "spielen" wird man das kaum nennen mögen ... also: wie die Falten fallen. Und dazu die zugekniffenen Augen. Das alles ist nicht neckisch und nicht vorwitzig, sondern eher kurz vor'm Heulkrampf. Spaß an und in der Kita scheint die Kleine jedenfalls nur sehr eingeschränkt zu empfinden. Wenigstens hier ist das Plakat ehrlich, wenngleich unfreiwillig.
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Bemerkenswert ist nicht zuletzt das Motto "Hello Kita" - ich vermute, daß sich dies als Anspielung auf das vor allem bei kleinen Mädchen beliebte "Hello Kitty"-Gerümpel versteht. "Ich sag: Hello Kita" scheint dann auch gut ins linksgrüne Weltbild zu passen: Weg von "Geschlechterrollen" prägendem Spielkram hin zu renitenten Besser-Kindern, die zwar keine Kinder mehr sein dürfen, aber als Krippeninsassen die Klientel von Morgen bilden sollen.
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Und sei's um den Preis - schauen wir uns das Mädchen nochmal genau an - einer geraubten Kindheit. Grüner Kindesmißbrauch mal anders ...

Kommentare:

Cinderella01 hat gesagt…

Das sieht doch eher aus wie ein Jugendfoto von Renate Künast ... damit man sieht, was aus Kindern wird, die schon früh in die KITA gesteckt werden. ;-)

Eugenie Roth hat gesagt…

Und auf der anderen Seite des Straßenschildes (oder whatever): "Meine Mama wird Chef. Und du?" - Ich kümmere mich um meine Kinder, damit aus ihnen ordentliche Menschen werden, mit Werten!

Severus hat gesagt…

Exzellente Analyse!
Danke!

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Treffend analysiert und formuliert!
Klasse!

Danke dafür!

Anonym hat gesagt…

Ja, aber ...
Die Kleine auf dem Bild ist höchstens anderthalb (also kein Kindergartenkandidat) und die hochgezogenen Augenbrauen zeigen, dass die versuchte "grimmige" Miene eine Aufforderung zum Toben ist.
Es gibt andere Kitas (mein Jüngster war umständehalber in einer), aber das Kind auf dem Bild ist glücklich.
Friedlon

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Selbst wenn man das Alter runterdatieren wollte (ich würde freilich bei meiner Einschätzung bleiben) ändert das wenig an der Sache, daß man Kinder in diesem Alter nicht ohne wirkliche Not in fremde Hände weiterreichen sollte - nicht mit anderthalb, nicht im Säuglingsalter.

Das mit der hochgewogenen Augenbraue nehme ich mal so auf, bleibe aber auch hier dabei, daß glückliche Kinder anders aussehen.

Anonym hat gesagt…

Das Kind sieht aus, als wäre es kurz vor dem Zungezeigen, als in einer Konfrontation mit dem unsichtbaren Wähler, so nach dem Motto "Und willst du nicht ein Grünwähler sein, so zeig ich dir die Zunge mein."
Zu Kitas kann man stehen, wie man will - nicht jede Familie ist eine Mittelschichtfamilie mit VaterMutterKind und genug disponiblem Einkommen, damit die Frau zuhause bleiben kann -, ich finde aber diese von grünen und linken Parteien und deren "junggebliebenen" Mitgliedern Haltung, dass Kinder und Jugendliche immer mißtraurisch, systemkritisch und rebellisch sein sollen, einfach zum Spucken. Ein Kind will doch in erster Linie vertrauenswürdige Bezugspersonen und sich bei denn geführt und geborgen fühlen - auch Jugendliche schätzen das. Das gegen eine permanent revolutionäre Haltung einzutauschen scheint mir wie ein schlechter Tausch.

NB: Frau Roth, ich halte es für eine wirklich gemeine Unterstellung, wenn Sie so tun, als könne nur eine Frau, die daheim bleibt, zu "ordentlichen Menschen mit Werten" erziehen.