Donnerstag, 15. August 2013

Devotio im Einzelhandel (mit Werbung!)

Inhabergeführte Fachgeschäfte sind auch in Freiburgs Mitte seit Jahren auf dem Rückzug - aktuell machen sich bei Leerstand vor allem Modeketten oder Showrooms diverser Marken breit, was im Vergleich zur vorgängigen Inflation der Mobilfunkgeschäfte fast schon begrüßenswert scheint - ganz zu schweigen von den Ein-Euro-Läden, die eine Weile lang auch an jeder Ecke zu eröffnen schienen. Um der zeitweiligen Spielhallenflut Einhalt zu Gebieten, hat die Stadt die Baubauungspläne für Freiburgs gute Stube fies modifiziert.
.
Bis vor zwei, drei Jahren gab es noch ein Geschäft, dessen Schwerpunkt auf Haushalts-Tuchwaren lag - seit 1492! Da blutet schon ein wenig das Herz, wenn sowas von der Bildfläche verschwindet. Der Abgang mitunter alteingesessener Familienbetriebe hat aber auch praktische Folgen - immer weniger Geschäfte, deren Zentralen über ihre eigene Corporate Identity nicht rausschauen können, beteiligen sich etwa noch an der Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung. Und auch das Schmücken an kirchlichen Feiertagen wie Fronleichnam oder Mariä Himmelfahrt (immerhin Münster-Patrozinium) läßt immer mehr nach.
.
Umso erfreuter war ich, als mir heute das unter die Augen kam:
.
.
Sollte ich mir mal eine Rolex (oder eine der anderen Edeluhren, die da in der Auslage ruhen) zulegen können, dann kaufe ich sie bei Juwelier Kühn auf der Kaiserstraße!

Kommentare:

sophophilo hat gesagt…

Naja, der Juwelier kann wahrcheinlich nix dafür, es sind i.d.R. die Hauseigentümer, die das machen.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Zwar kenne ich die Besitzverhaeltnisse in diesem Fall nicht, aber gerade bei alt eingesessenen Geschäften ist es oft so, daß deren Inhaber auch die Hausbesitzer sind.