Mittwoch, 17. Juli 2013

Zum Gedenktag des hl. Alexius

der hl. Alexius -Darstellungen in der Pfarrkirche
St. Alexius, Herbolzheim im Breisgau
Ein junger Römer, Sohn eines Senators, sucht kurz vor seiner Hochzeit das Weite. 17 Jahre bringt er in Edessa zu und bestreitet seinen Lebensunterhalt als frommer Bettler vor einer Kirche. Als seine Zeitgenossen auf den Gedanken kommen, es müsse sich um einen Heiligen handeln, kehrt er Edessa den Rücken und kehrt nach Hause zurück - wo er weitere 17 Jahre unerkannt im Hause seines Vaters lebt. Man hatte dem mittellosen Fremden gestattet, unter einer Treppe sein Lager aufzuschlagen. Als er im Sterben liegt, gibt er sich zu erkennen. Der 17. Juli 417 gilt als Geburtstag für das ewige Leben.
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Was die Legende über das Leben des hl. Alexius erzählt, hinterlässt viele Fragezeichen - vielleicht liegt das darin, daß wir bei Heiligen gerne das suchen, womit wir uns selbst identifizieren können (oder würden): die Sanftmut des einen, der Starkmut des anderen, hier die Barmherzigkeit, da die so innige Gottesminne, geistliche Weisheit und leuchtende Theologie, Opfermut, Zeugniskraft, Hingabe und so weiter. Und dann das: Ein, sit venia verbo, Penner unter der Treppe. Denn das war Alexius offenkundig - ein Penner. Und ein Heiliger. Ein heiliger Penner. 
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Wer, bitte, will sich schon so sehen - als Alexius? Dessen Legende nimmt übrigens auffallend deutlich biographische Linien vorweg, welche, dies nur am Rande bemerkt, einige Jahrhunderte später im Leben des hl. Joseph Benedikt Labre sicher verbürgt sind.
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Die fast schon beruhigende Nachricht: Wir müssen uns auch nicht so sehen. Gott geht mit uns einen je eigenen Weg, teilt Charismen aus und stellt sich immer neu auf unsere Wege ein (manchmal stellt er sich auch in den Weg). Dies bedeutet freilich, daß wir die Wege akzeptieren müssen, die Gott mit manchen Mitmenschen geht - auch, wenn wir sie nicht verstehen mögen und uns diese Wege zuwider scheinen. Noch eines mag uns der Weg des hl. Alexius vor Augen führen: Auch Penner können Heilige sein. Nur Gott sieht in die Herzen. Daß wir dies nicht vergessen, dazu helfe uns der hl. Alexius durch seine Fürsprache: Sancte Alexi, ora pro nobis!

Kommentare:

Wolfram hat gesagt…

Ein sonderbarer Heiliger, fürwahr. Fand er ja auch selbst, deshalb hat er sich von allen abgesondert.
Die Wikipedia erzählt die Legende übrigens dahingehend, daß er nach der Hochzeit die Familie verlassen hätte.
Ich habe es nachgelesen, weil mich ein wenig wunderte, warum der Mann heiliggesprochen wurde. Wegen Wunderheilungen post mortem (Alexii).

An Säulenheiligen und anderen Eremiten stört mich immer, daß sie keinerlei Nutzen für die Gemeinde bringen. Sie sondern sich ab, aber sie verkündigen nicht, sie erbauen nicht, sie dienen nicht - oft genug lassen sie sich dienen. Wie war das noch mit "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen"?

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Ich wäre fast versucht, den Einwand unter, nennen wir das mal: "Genfer Konventionen" zu verbuchen ... ;-)

Aber zur Sache: Diese Heiligen beteten und fasteten - auch dies ein Dienst an der Gemeinde (und nicht der geringste).