Donnerstag, 18. Juli 2013

"Mir" wird nichts genommen ...

Wer Beispiele sucht, warum konservativen katholischen Bloggern zeitweilig die Haare zu Berg stehen und sie dann unfromme Beiträge vom Stapel lassen, mag sich zum Beispiel auf dem Online-Auftritt von Pater Ludin umschauen. Was las ich da jüngst?
Lieber Bruder Karl, hören sie endlich auf mit dem Unsinn, Homo-Partnerschaften anzugreifen mit dem Vorwand, die Ehe zu verteidigen. Wie sagte so schön eine französische Ministerin einem Gegner der diesbezüglichen Partnerschafts-Vorlage: "Was nehme ich Ihnen weg?"
Mit diesen Worten appellierte der Luzerner Kapuziner an den Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann, nachdem dieser - angesichts der jüngsten "Orientierungshilfe" der EKD - den zwischen Katholiken und Protestanten schwindenden Konsens in ethischen Fragen beklagte.
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"Was nehme ich Ihnen weg?"
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In der Tat - mir wird vorerst nichts weggenommen, wenn Lesben und Schwule heiraten dürfen. Mir wird nichts weggenommen, wenn in einer nächsten Stufe die Adoption von Kindern durch Lesben und Schwule freigegeben wird. Mir wird nichts weggenommen, wenn Kinder nicht (wie ich) mit einem Vater und einer Mutter aufwachsen können. Mir wird nichts weggenommen, wenn sich einige Zeitgenossen (ganz gleich, welcher sexuellen Orientierung) in den Bumsbomber nach Bangkok setzen und weitestgehend ungeschoren davonkommen. Mir wird nichts weggenommen, wenn die Pädophilen-Lobby in den nächsten 30 Jahren ebenso erfolgreich durch die Institutionen marschiert, wie es die Schwulen-Lobby in den vergangenen 30 Jahren vorgemacht hat. Mir wird auch nichts weggenommen, wenn Kinder abgetrieben und mit dem überbleibenden "Humanmaterial" womöglich Kosmetik angerührt wird. 
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Da die perfide Frage jeden Ansatz einer doch sonst so hochgelobten "Nachhaltigkeit" vermissen läßt, mag auch gelten, daß mir nichts weggenommen wird, wenn Öl-Konzerne in Nigeria zum Schaden von Mensch und Umwelt Gas abfackeln, die Fische im Meer statt Plankton Plastiktüten fressen oder Regenwälder weggehauen und plattgewalzt werden; denn nach mir die Sintflut - ökologisch, ökonomisch, anthropologisch, soziologisch!
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Übrigens wird mir auch nichts genommen, wenn Ordensgeistliche, die obendrein damit kokettieren, sie wären "Journalisten" (bei bestenfalls mittelmäßiger Schreibe, sollte das blog beispielhaft sein), wenn also solche (auf ihre Weise) klerikalen Karikaturen einfach den Mund halten, sofern sie denn glauben, der Welt auf den Strich gehen zu müssen.

1 Kommentar:

damasus hat gesagt…

Dazu kann ich nur sagen: gut gebrüllt Löwe !