Samstag, 27. Juli 2013

Geben wir dem jüngsten Kunstdisput ...

... in der Blogozese doch noch ein wenig Zunder:
Nimmt man den letzten Absatz der Erläuterung beim Wort, so scheint es mir eigentlich ziemlich sinnfrei, diese nach Friedenweiler verbrachte Monstranz in einer konsekrierten Kirche aufzustellen ... selbst die gewöhnlich weiße Wand, die man durch das leere Ostensorium sieht, ist heilig - und das keineswegs, weil man sie im Durchblick erst auf Gott beziehen müßte.

Kommentare:

Ester hat gesagt…

Um Himmelswillen und ausgerechnet Thomas Merton zitieren!
Anna Katharina Emmerich hat es immer mit der Afterkirche, deren Geheimnis es ist keines zu haben.DIese Geheimnislosen Geheimnistuer waren da sicher am Werk.

sophophilo hat gesagt…

Lagerfeuer.

Frischer Wind hat gesagt…

Frage zum Sonntag: Ist das jetzt Kunst, "Kunst" oder keine Kunst? ;-)

damasus hat gesagt…

Die Erzdiözese Freiburg wieder? Paßt doch genau zu den Luftwürsten im Vorprogramm der Papstmesse.
Vielleicht hat die verantwortliche Jury sie sogar bei der Abstimmung über den Preisträger (Nachhaltigkeit!) benutzt?

Martina Baro hat gesagt…

Kannst Du haben:
Allein im Leerraum, in der Stille und im Schweigen kann Der Herr in uns zu Wort kommen, wenn wir mal die Klappe halten und zulassen, das Er von uns die Freiheit ermöglicht bekommt, die Lücken zu füllen.
Wie soll das gehen, wir haben für alles eine Antwort, ein Gebet, einen Rosenkranz?
Wie schaut es in unseren Köpfen aus?
Im sanften Säuseln, nicht in Sturm und Gewitter wie am Sinai offenbarte Der Herr sich dem Propheten Elia.
Das Allerheiligste ist größer als noch so frommes Gebabbel.
Drei Arten des Gebetes kennen die Wüstenväter: Das Wörtliche in Liturgie und Stundengebet, das betrachtende, bei dem die Heilige Schrift memoriert wird und das kontemplative, das sich einfach und im Geist der Seligpreisungen wach, aufmerksam uns interessiert vor Gott stellt, um bei Ihm zu sein wie bei einem Freund,. (Die Heilige Teresa von Avila)
Mögen alle drei Arten des Gebetes gleichwertig vor Dem Herrn stehen, impliziert es, das die Leerräume den ihnen gebührenden Platz haben - in unserem Gebetsleben, äußerlich wie innerlich, - sowie ebenfalls an den Orten Seiner Anbetung, besonders im Allerheiligsten Altarssakrament.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Hallo Martina, ich weiß zwar nicht, ob sich Deine Rückmeldung auf den Beitrag oder auf einen der Kommentare bezieht, aber ich möchte gerne darauf eingehen ... auch auf die Gefahr hin, daß es so aussieht, als hätte ich auf alles eine Antwort ... ;-)

Dein Grundanliegen glaube ich zu verstehen. Allerdings möchte der Künstler mit seiner "Monstranz", wie dem Begleittext zu entnehmen ist, nicht die Notwendigkeit irgendeiner Leere betonen und vermitteln, sondern den Blick schärfen. Es geht nicht darum, daß man durch die Monstranz eine Leere wahrnehme und sich bewußt mache, sondern daß man das, was sich in der leeren Öffnung der Monstranz zeige, wahrnehme - und dies als "heilig", indem man es zugleich auf Gott beziehe. Die Monstranz - ein Gerät, das Heiliges zeigt - funktioniert also als Bezugsrahmen im wahrsten Sinn des Wortes.

Mit dem Wort von der Leere tue ich mich ohnehin schwer. Sie ist für mich kein Wert. Die Schöpfungserzählung verrät uns, daß Gott schnurstracks die wüste und leere Erde mit Schöpfung füllt. Leere hingegen scheint mir dem Nichts verwandt, und dies impliziert sowohl die Verneinung Gottes wie auch der Schöpfung.

Auch wenn Gott im leisen und sanften Säuseln spricht, so spricht er doch und füllt den Raum, das Ohr mit seiner Stimme. Was Du nun meinst, würde ich eher als die Freiheit von dem benennen, was uns immer wieder von Gott und seiner manchmal sehr leisten Stimme ablenkt - aber das ist keine Leere. Du ahnst auch schon: Ich stehe dem Wort "Leer werden vor Gott" kritisch gegenüber. "Frei werden für Gott" trifft die Sache besser, finde ich zumindest.