Mittwoch, 31. Juli 2013

Entfrömmelt euch!

der hl. Ignatius von Loyola - in der ehem. Abteikirche
St. Maria, Gengenbach im Schwarzwald
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Was mir gerade noch gefehlt hat: Ein Heiliger, der einen Orden gründet, der bewußt auf das Chorgebet verzichtet - Jesuita non cantat, ein Jesuit singe nicht, so sagt man. Der mitunter kaum zu übersehenden Zweckorientierung der ignatianischen Frömmigkeit stehe ich manchmal etwas skeptisch gegenüber - andererseits kann sie sehr hilfreich sein, manche im Lauf der Zeit eingefrömmelten Bahnen, die zum Selbstzweck zu werden drohen, umzugraben und auf das Wesentliche zurückzuführen: Omnia ad majorem Dei gloriam, alles zur höheren Ehre Gottes ...
Sodann beginne ich die Betrachtung, sei es daß ich knie oder mich auf den Boden niederwerfe; auch rücklings liegend mit dem Gesicht nach oben sitzend oder stehend läßt sich betrachten. Dieses oder jenes soll dem Zweck dienen, den man verfolgt.
Geht es kniend gut, so soll man diese Haltung beibehalten; ist es der Andacht förderlich, sich auf den Boden hingestreckt zu halten, so bleibe man. Dasselbe gilt von den anderen Haltungen (aus den Briefen des hl. Ignatius).
Soweit nur ein kleines Beispiel. Der hl. Ignatius helfe uns mit seiner Fürsprache, im geistlichen Leben zur Freiheit vor Gott zu finden, und die Grenzen unserer Freiheit nie aus dem Auge zu verlieren: Ora pro nobis!

1 Kommentar:

Simplicius hat gesagt…

"...non rubricat, non jejunat." Dennoch mein Dank an den hl. Ignatius für seine systematische Erschließung des Geisteslebens. Ohne ihn hätte ich den Einstieg in die diskursive Meditation ganz bestimmt nicht hinbekommen - auch wenn sie vielleicht erst der Anfang aller Weisheit bzw. aller Meditationen ist, kann man immer wieder auf dieses solide Fundament zurückgreifen. Jeden Tag und jede Stunde, im Sitzen, Stehen, Liegen! ;-)