Montag, 22. Juli 2013

Durch die Liebe, unterstützt vom Glauben

Jesus und die große Sünderin - Wandfresko in der
Pfarrkirche St. Laurentius zu Kenzingen
Gloria et honor Deo,
Cuius præfert gratia
Invitanti pharisæo
Mariæ suspiria,
Cenam vitæ qui dat reo
Gratiæ post prandia.
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Ruhm und Lob dir, Gott, erschalle,
der der weinenden Marie
in des Pharisäers Halle
seine Gnade reich verlieh,
und zum Lebensmahl ruft alle,
wenn nur reu'gen Herzens sie.
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Schlußstrophe des Hymnus O Maria, noli flere von Philipp von Greve.
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In einer seiner Predigten identifiziert der hl. Gregor der Große die Sünderin, die dem Herrn mit ihren Tränen die Füße netzte, mit ihren Haaren trocknete und küßte, um sie hernach zu salben (vgl. Lk 7, 26-50), mit der hl. Maria Magdalena. Später begegnen wir ihr unter dem Kreuz und auf dem Weg zum Grab, wieder gerüstet mit Spezereien - Zeichen der Liebe, die selbst angesichts der Passion über die Ernüchterung der Gottesferne und des Todes hinausreicht und die alle - vordergründige - Enttäuschung übersteigt. Woher diese Kraft?
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Vielleicht, weil der Herr ihr "in des Pharisäers Halle" das Wesentliche ihres Tuns offenbar gemacht, sie im positiven Sinn durchschaut und damit ihren höchsten Adel hervorgehoben hat? Nicht kostbare Salben, nicht die zur Erde gebeugte Frau, nicht die Tränen geben letztlich den Ausschlag, sondern die Liebe, unterstützt vom Glauben: "Ihr werden viele Sünden vergeben, weil sie viel geliebt hat ... Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen, gehe hin in Frieden". Damit auch uns viel vergeben werde, lasse uns die Fürsprache der hl. Maria Magdalena wachsen im Glauben und in der Liebe ... Sancta Maria Magdalena, ora pro nobis!

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