Sonntag, 7. Juli 2013

Böse Zungen

Aggiornamentöse Reformkatholen unserer Tage loben und liebschätzen den sel. Johannes XXIII. ja über den grünen Klee. Das war offenbar nicht immer der Fall. Hans Küng etwa erinnert sich, wie in der Endphase des Pontifikats von Pius XII. der Oratorianer Louis Bouyer - einer der Protagonisten für Reformen in der Liturgie - ihm versichert habe, der kommende Papst werde Roncalli heißen. Auf des jungen Küngs Nachfrage, wie er darauf komme, soll Bouyer geantwortet haben, Roncalli sei "jovial, fromm und nicht allzu intelligent" ...

Kommentare:

clamormeus hat gesagt…

Hey Andreas, psst, der hat immerhin das Missale Romanum von 1962 rausgegeben,nicht daß das jetzt noch von den vor fünf Jahrzehnten "Heutigen" auch noch gegen uns verwendet wird ;-)

ankerperlenfrau hat gesagt…

Speziell in Deutschland (im Fan - Land von Pius XII.) wurde Angelo Roncalli stets mit entsprechenden wenig schmeichelhaften Adjektiven beschrieben. Adenauers "naiv" und Dein "nicht allzu intelligent" dürften zu den harmloseren Varianten gezählt werden. Ich würde sagen: "heilig" und "nicht verschlagen veranlagt" um mit den Ränkespielen im Vatikan mithalten zu können. Und das ist genau die Beschreibung, die auf Benedikt XVI. stimmt...
Mein Kindheitspfarrer nannte ihn "Diabolo, der Durcheinandermacher" - kannst Du hier nachlesen: http://rosenkranzbeten.info/rosenkranzbeten/angelo-guiseppe-roncalli-1881-1963/

Wolfram hat gesagt…

Da stimme ich der Vorrednerin zu. Und meine mich zu erinnern, daß ich diese Fehleinschätzung Johannes' XXIII. neulich schon einmal angemerkt hatte.

Tja, wäre Benedikt XVI. zehn Jahre jünger gewesen...